Designerbabys aus dem Silicon Valley: wie uns Startups intelligenter machen wollen

Shownotes

CRISPR gilt als eine der mächtigsten Technologien der modernen Biologie. Mit der Genschere lassen sich DNA-Sequenzen gezielt verändern – um schwere Erbkrankheiten wie Sichelzellanämie zu behandeln oder sie sogar vor der Geburt zu verhindern.

Die neuen Biotech-Tools haben auch das Interesse der Pronatalisten in den USA geweckt, einer Bewegung, die sich für mehr und aus ihrer Sicht optimierte Babys einsetzt. Unterstützt von Milliardären aus dem Silicon Valley, planen gleich mehrere amerikanische Startups, die DNA menschlicher Embryonen zu manipulieren – und die Intelligenz kommender Generationen zu verbessern. Doch wenn dabei etwas schiefgeht, werden die Fehler auch an alle Nachkommen vererbt.

Host: Lena Waltle Co-Host: Martin Amrein, Wissenschaftsredaktion NZZ

Ausserdem in der Folge zu hören:

  • Jacob Corn (Professor für Genombiologie, ETH Zürich)
  • Kelly Ormond (Bioethikerin, ETH Zürich),
  • Cathy Tie (Gründerin Manhattan Genomics).

Aufgepasst: NZZ Akzent baut aus! Jeden Samstag erscheint eine zusätzliche Folge - und die dreht sich ganz um unsere Korrespondenten in aller Welt. Hier entlang zur ersten Samstagsfolge.

Du kannst Quantensprung nicht nur hören – sondern auch lesen. Im Newsletter findest du die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einen Blick und zusätzlich noch weiteren Lesestoff.

Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert von der Gruppe Mythiel, ihrem Partner für Gesundheit und Vorsorge.

00:00:09: Das ist Quantensprung – ein Podcast der NCZ über Forschung die bewegt.

00:00:19: Sie galt als Wunderkind der amerikanischen Biotech-Szene hat mit achtzehn ihr Studium abgebrochen um eine Firma für Gentests zu starten, hat mehrere Startups gegründet zum Beispiel in Unternehmen für genveränderte Haustiere und Kaninchen die in der Nacht leuchten.

00:00:36: Zehn Jahre nach ihrer ersten Firmengründung hat Cathy Tai noch viel mehr vor.

00:00:48: Die in China geborene Kanadierin will unser medizinisches System über den Haufen werfen, sie findet es veraltet und nutzlos für die Patienten.

00:01:02: Teibel-Patienten nicht nur behandeln, sondern Krankheiten vor der Geburt schon verhindern.

00:01:07: Und zwar indem sie die Babys genetisch verändert – zum Beispiel mit der CRISPR Geneschere.

00:01:12: Ja zunächst einmal gibt es riskes Potenzial in dieser Idee.

00:01:15: Denn man kann Embryos, die an genetischen Krankheiten leiden, heilen, bevor sie als Kind überhaupt auf die Welt kommen.

00:01:21: und nicht nur das!

00:01:22: Man kann eine Krankheit sogar ganz aus der Welt schaffen weil die Generationen danach diese Krankheit dann nicht mehr haben.

00:01:27: Das heißt aber auch, dass wenn es zu Fehlern kommt diese Fehler auch an die folgenden Generationen vererbt werden.

00:01:33: Und dann gibt's auch die Befürchtung das Menschen nicht nur Krankheiten heilen möchten sondern ihren Nachwuchs auch optimieren wollen!

00:01:39: Dann sprechen wir von Designer Babys.

00:01:43: Das ist Quantensprung ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:01:48: Jede Woche prüfen wir eine Idee die die Welt verändern könnte und was es noch braucht um dorthin zu kommen.

00:01:54: Diese Woche ist Martin Amrein mein Co-host.

00:01:57: Er schreibt über Biologie, Kontroversen in der Wissenschaft und Wissenschaftsgeschichte.

00:02:02: Wir wollen wissen wie die Gen-Schere heute schon gegen Krankheiten eingesetzt wird Und was in Zukunft alles möglich sein könnte.

00:02:10: Ich bin Lena Waldle.

00:02:12: Willkommen!

00:02:22: Korea Handtinkten uns erbliche Krebsorten.

00:02:25: Wenn es nach Cathy Teig geht, soll es die in Zukunft nicht mehr geben.

00:02:29: Ihr Unternehmen Manhattan Genomics forstere solche Erbkrankheiten mithilfe von Gene-Editerung zu verhindern.

00:02:37: My goal is to ultimately help the patients and change their way that the medical system works from one that's treatment based to one that is preventative.

00:02:45: Versuche dazu gab es bereits.

00:02:47: vor acht Jahren hat der chinesische Forscher He Chen Kui die weltweit ersten gene veränderten Babys geschaffen.

00:02:55: Hetching Kuei hat bei Zwillingen und auch einem dritten Kind die Genie manipuliert mit dem Ziel, dass sie immun gegen HIV sind.

00:03:03: Aus zwei Gründen war das aber ethisch höchst bedenklich.

00:03:06: Er hat die eigentlich gesunden Kinder einen sehr großen Risiko ausgesetzt weil die Methode ja noch sehr unsicher war Und er hat die Eltern nicht zureichend darüber informiert.

00:03:15: Danach saß He-Chan Kui wegen illegaler medizinischen Praktiken drei Jahre in Gefängnis In China.

00:03:21: Seit einigen Jahren ist er wieder frei und versucht als Forscher wieder Fuß zu fassen.

00:03:25: Heesforschung, also sein Manuskript wurde nie veröffentlicht.

00:03:29: Den Wissenschafts-Sideschriften verfügen über sehr hohe ethische Richtlinien und die wollen schlechtes Verhalten nicht auch noch belohnen und falsche Anreize schaffen.

00:03:38: Die Manuskritte selber haben einige Forscher aber tatsächlich schon gesehen.

00:03:42: Wissen drei Kindern mittlerweile geht ist aber völlig unklar.

00:03:45: Für fast so viele Wirbeln wie die Ginzwillinge sorgte aber auch Heetschen Kueys Privatleben.

00:03:52: Im April, twenty-fünfundzwanzig hat der ausgerechnet Cathy Tai geheiratet.

00:03:57: Die Unternehmerin hinter Manhattan Genomics.

00:04:00: Ja die Details sind natürlich schwierig abzuschätzen was klar ist das Hitchankui im April bekannt gegeben hat dass er eine neue Firma hat und dass die Casey Medicine heißt und dass er damit gene Detourungen an Embryonen vornehmen will.

00:04:14: offenbar hatten die beiden also vor irgendwie eine Weise zusammen zu arbeiten Und es ist auch anzunehmen, dass KCTI die Forschung und die Monoskripte von Hijiankui kennt.

00:04:23: Die beiden sind mittlerweile nicht mehr zusammen... ...und beide sagen auch unabhängig voneinander in verschiedenen Interviews immer wieder,... ...dass HijiANKUI nichts mit der Manhattan Genomics zu tun hat.

00:04:34: Wiederlegen können wir das natürlich nicht!

00:04:36: Aber was Fakt ist, es hat nicht ein Jahrzehnt gedauert seit he die ersten Designerbabys erschaffen hat bis sich Startups an die Technologie gemacht haben vor allem aus dem Silicon Valley.

00:04:47: Im Silicon Valley gibt es einige prominente Pronatalisten.

00:04:50: Diese Leute sehen in der sinkenden Geburtenrate eine Bedrohung für die Menschheit und möchten, dass die Amerikaner mehr Babys kriegen.

00:04:58: Und diese Babys sollen natürlich gesund sein – und die besten genetischen Chancen haben!

00:05:03: Das scheint ein guter Business Case für Start-ups und ihre Investoren zu sein.

00:05:07: Neben Manhattan Genomics gibt es noch zwei weitere Start-Ups.

00:05:10: das ist einerseits Preventive.

00:05:13: dahinter steckt der Gründer und Molekularbiologe Lukas Harrington.

00:05:16: Er hat den Labor von Jennifer Doudna promoviert, die Gen-Share CRISPR mitentwickelt hat.

00:05:22: Sein Startup wird finanziert von Brian Armstrong dem CEO der Crypto Börse Coinbase und auch vom Ehemann des Open AI Chefs Sam Altman.

00:05:32: Zum anderen gibt es noch das Start up Bootstrap Bio mit dem Gründer und CEO Chase Denneke.

00:05:39: Über dieses Unternehmen ist kaum etwas bekannt.

00:05:41: Die Finanzierung ist nicht öffentlich Bekannt.

00:05:43: auf der Website steht lediglich dass dieses Unternehmen nicht davon zurück schreckt, auch Optimierung an Babys vorzunehmen.

00:05:50: Niemand bestreitet!

00:05:51: Geneditierung hat gewaltiges Potential und damit viel Potenzial für Zerstörung.

00:06:00: Jede Zelle unseres Körpers enthält DNA – unser Erbgut.

00:06:05: Das bestimmt unsere Haarfarbe, unsere Größe wie gut wir sehen und auch welche Krankheiten wir bekommen könnten.

00:06:12: Es ist unser Basisdatensatz, vorgegeben von Mama, Papa und der Natur Unser Erbgut, ganz gezielt zu verändern.

00:06:21: Das geht erst seit ein paar Jahren.

00:06:23: Zwei Tausend Zwölf haben die Forscherinnen Jennifer Dautner und Emanuel Charpentier Die Gen-Schere CRISPR vorgestellt.

00:06:30: Mit diesem Werkzeug lässt sich das ErbGut gezielt verändern – das Erdgut von Pflanzen, von Tieren und von Menschen.

00:06:38: Ja, die DNA hatte diese berühmte Doppelheligstruktur und sie besteht aus einzelnen Basen Und diese Basen sind wie ein Code.

00:06:46: Das sind wie die Buchstaben eines Rezeptebuchs, das in jeder Zelle vorkommt und dass den Aufbau unseres Körpers beschreibt.

00:06:53: Und in dieses Buch kann die Gen-Schere CRISPR-Cas, wie das Werkzeug eigentlich heißt gezielt eingreifen?

00:06:59: Das Werkzeug stammt eigentlich von Bakterien ursprünglich und Forscherinnen und Forschern haben das so angepasst damit es in Körperzellen die DNA schneiden kann.

00:07:08: Dabei involviert ist das Protein Cas – das ist die eigentliche Schere Und das wird mit einem Gegenstück zur DNA an den richtigen Abschnitt gebracht, wo es die DNA zerschneiden soll.

00:07:20: Wenn wir nun die Gen-Sherry CRISPR-Cas mit dem Rezeptgebuch vergleichen, dann kann man das so undrauen!

00:07:26: Die Gen-Share geht sehr gezielt an irgendeine Seite in diesem Rezebtebuch, findet dort das Wort, dass fehlerhaft ist – und kann es ausschneiden.

00:07:35: Was sie auch machen kann?

00:07:35: Sie kann das fehlerhafte Wort oder ein Teil davon ausscheiden und eine korrigierte Version einfügen.

00:07:41: Bei der herkömmlichen Gentechnik konnte man ähnliches auch machen, das war aber viel ungenauer aus mit CRISPR.

00:07:47: Mit CRISPR geht es wirklich viel präziser und viel zielgeneuer

00:07:52: Aber auch CRISPR macht manchmal Fehler und setzt Schnitze an falschen Stellen was zu unerwünschten Änderungen in der DNA führt.

00:08:00: Hier sollen nun weitere Entwicklungen helfen die noch präzießer sind beim Aufwinden von den gesuchten Stellen oder die einzelnen Stellen präziser korrigieren.

00:08:09: Deshalb wurde die Technologie weiterentwickelt, und zwar zum Base-Gene-Editing.

00:08:15: Die CRISPR-Gen-Schere und Base-Gen Editing sind die Arten und Werkzeuge wie die DNA verändert wird.

00:08:22: Doch es macht doch einen Unterschied welche Zellen verändert werden?

00:08:26: Der wichtigste Unterschied ist dass die Veränderung in einem Fall vererbt wird und im anderen eben nicht.

00:08:31: bei der Keimbahn-Editierung Erfolgt die Veränderung schon sehr früh im Embryo, wenn dieser erst aus ganz wenigen Zellen besteht.

00:08:39: Die genetischen Veränderungen werden dann auf alle Zellen der späteren Menschen übertragen und kommen auch in den Eizellen oder in den Spermium vor und werden so auch auf weitere Generationen weitergegeben.

00:08:49: Bei der summatischen Edittierung dagegen Betrifft das nur Körperzellen eines einzelnen Menschen?

00:08:54: Das sind dann vielleicht Blutzellen oder Leberzellen.

00:08:57: Wenn ich eine Veränderung bei einer Hautzelle oder einen Blutzelle habe, wird diese Veränderungen nicht an die nächste Generation weitergegeben.

00:09:03: Diese Zellen bleiben ja nur bei mir!

00:09:05: Wenn ich aber eine Vernderung in einem Spermium oder eine Eizelle habe – dann gelangt es an die nächsten

00:09:10: Generationen.".

00:09:18: Jacob Korn ist Professor für Genombiologie an der ETH Zürich.

00:09:22: Er hat früher im Labor von Jennifer Dautner geforscht und beschäftigt sich heute vor allem mit den Möglichkeiten der somatischen Genediterierung.

00:09:35: Er vergleicht diese somatische Geneditierung mit Paracetamol, das Schmerzmittel behandelt meine Kopfschmerzen!

00:09:57: Aber wenn die Keimbahn verändert wird, wäre das eine Art magisches Paracetamol.

00:10:03: Es würde nämlich nicht nur meine Kopfschmerzen heilen sondern auch die aller meiner Nachfahren.

00:10:09: Das zeigt, was für unglaubliche Möglichkeiten diese Technologie bietet und warum sie auch in immer mehr Bereichen eingesetzt wird.

00:10:17: Breite Anwendung findet CRISPR schon in der Nutzerhaltung.

00:10:21: zum Beispiel gibt es da Bemühungen mehr Muskelmasse für Schweine herzustellen oder hornlose Kühe.

00:10:27: Auch bei Labortieren kommt die Technik vor.

00:10:30: Da kann man Weizen- oder Tomaten erzeugen, die gegen Krankheit resistent sind.

00:10:35: In der Klinik ist CRISPR erst seit kurzem zu finden.

00:10:38: Seit Jahrzehnte und zwanzig gibt es eine Therapie für Sichtelzell-Anämie, das ist eine Erbkrankheit bei der die Blutzellen verformt sind.

00:10:47: Und im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Kleinkind mit einer maßgeschneiderten Geneditierung geheilt.

00:10:53: Bei diesen Beispielen bei Menschen handelt er sich um somatische Therapien.

00:10:58: Sie zielen also rein auf diese einzelnen Personen ab und werden nicht an den nächsten Generationen weitergegeben.

00:11:04: Für die Behandlung der Keinbahn, also beim Embryo Das Kriegsverfahren ist einfach noch zu risikoreich.

00:11:13: Das

00:11:18: zeigen auch Experimente an Embryos.

00:11:21: In England ist Forschung an Embrionen möglich, bis sie vierzehn Tage alt sind.

00:11:24: Sie dürfen dann nicht für eine Schwangerschaft verwendet werden.

00:11:27: Bei solchen Studien hat sich gezeigt dass sogenannte Off-Target-Effekte vorkommen.

00:11:33: das sind Veränderungen an Stellen die man eigentlich gar nicht als Ziel vorgesehen hat.

00:11:39: Auch die Zwillinge, die Hejankui verändert hat zeigen solche Offtarget-Effekte.

00:11:45: Das haben Forscher entdeckt, die Zugang zu seinen Manuskrippen hatten.

00:11:49: und nun das Problem dieser Offtargeteffekten ist wenn nun zum Beispiel ein Gen betroffen ist dass vor Krebs schützt kann das Krebs risikorhöht sein.

00:11:57: auch bei der somatischen Editerung kann es unerwünschte Veränderungen geben aber dort lassen sich die Zellen besser kontrollieren.

00:12:06: sie betreffen immer nur einen kleinen Teil des Körpers.

00:12:09: Und ganz entscheidend,

00:12:10: die Veränderung wird nicht an die zukünftigen Generationen weitergegeben.

00:12:14: Obwohl die vererbbare Keimbahn-Editierung heute in europäischen Ländern und auch in China verboten ist wollen Startups wie Manhattan Genomics genau diese Technik in Angriff nehmen Denn es geht nicht alleine darum Krankheiten zu verhindern.

00:12:33: Es geht auch darum dass die bestmöglichen Babys geboren

00:12:37: werden.

00:12:38: In den USA gibt es jetzt schon Firmen, die Eltern, die auf künstliche Befruchtung setzen einen ganz besonderen Service bieten.

00:12:45: Sie durchforsten die gesamte DNA der zur Verfügung gestehenden Embryonen und können dann sagen dass zum Beispiel Embryo X braune Haare hat blaue Augen eine ursprünglich Intelligenz und ein geringes Risiko für Brustkrebs Und die Eltern können dann genau dieses Embryowählen für ihre Schwangerschaft.

00:13:03: Dieses Vorgehen nennt der Philosoph Jonathan Anomaly.

00:13:06: Er ist ein Vordenker der Pronatalisten im Silicon Valley, Liberale Eugenik.

00:13:12: Inzwischen bevorzugt er allerdings den Ausdruck genetischer Verbesserung.

00:13:15: Butzschapwio will genau das auch bei der Gene-Editierung anbieten.

00:13:20: Laut der Firma sollen es allen Menschen freistehen die Gene für Größe oder Intelligenz für ihre Nachwuchs selber zu bestimmen.

00:13:28: Deshalb ist es Jacob Cohen wie vielen anderen Wissenschaftlern nicht geheuernd, dass private Unternehmen die Forschung der Genediterierung vorantreiben möchten.

00:13:44: In der Textzene gilt oft das Motto Move fast and break things.

00:14:05: Das funktioniert vielleicht bei der Entwicklung eines Smartphones, aber nicht bei Babys.

00:14:13: Aber was wenn Kinder wirklich intelligente gemacht werden könnten?

00:14:19: Wir sind gleich zurück!

00:14:27: Bei der Gruppmütuell setzen wir uns dafür ein, dass Frauen ihre Gesundheit in jeder Lebensphase selbst bestimmt gestalten.

00:14:34: Ob Vorsorge, Schwangerschaft oder beim Brustkrebscreening Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Gesundheit.

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00:14:57: Mit der Intelligenz ist das so eine Sache.

00:14:59: Da sind sehr viele Gene beteiligt, dasselbe gilt für die Körpergröße.

00:15:04: Da wäre es dann wirklich schwierig mit einer einzelnen Genveränderung etwas zu bewirken.

00:15:08: Einfacher ist es wenn ein Gehen einen Merkmal auslöst, das ist zum Beispiel bei der Haarfarbe oder bei der Augenfarbe der Falle.

00:15:16: Das heißt aber nicht, dass es dort Leute gibt, die das versuchen möchten und sich damit mehr Intelligenze hoffen.

00:15:25: Damit beschäftigt sich auch die Bioethikerin Kelly Ormond von der ETH Zürich.

00:15:36: Ormond überrascht das alles kaum, doch es wirft sehr viele ethische Fragen für sie auf.

00:15:42: Wenn man eine genetische Krankheit in der Keimbahn heilen könnte würden wir das erlauben und auch Verbesserungen zulassen?

00:15:50: Und dann ist auch die Frage welche Verbesserung?

00:16:04: Und genau hier balanciert die Forschung auf einem schmalen Grad.

00:16:07: Dem schmalem Grad zwischen der Vision schwere Erbkrankheiten zu verhindern und vielen Kindern und Familien sehr viel Leid zu ersparen, Untermöglichkeit, den Menschen besser zu machen als die Natur es vorsieht.

00:16:25: Und weil die Zukunft eines Menschen und aller seiner Nachfahren von so einer Behandlung betroffen wäre, fordert die Bioetikerin das diese Forschung offen und transparent ablaufen muss.

00:16:49: Martin, die Möglichkeiten der Geneditierung sind ja heute schon wirklich unglaublich.

00:16:54: Aber die Forschung zur Keinbahn-Editierung ist aktuell noch eingeschränkt.

00:17:00: Findest du das gerechtfertigt?

00:17:01: Dass es gewisse Regulierungen gibt?

00:17:03: absolut!

00:17:04: Denn bis jetzt ist die keinbaren Editerierung einfach noch zu gefährlich.

00:17:07: Es kommt noch zu Effekten, die noch nicht absehbar sind – was das für die Gesundheit, für die Personen und auch für die nächsten Generationen bedeutet.

00:17:14: Deshalb ist diese Methode in den meisten Ländern verboten.

00:17:17: Das könnte aber sein dass die Start-ups in Länder ausweichen mit Laschern gesetzen wie zum Beispiel Honduras.

00:17:23: Und es könnte auch sein, dass in den USA unter Präsident Trump die Regulierung in den nächsten Jahren gelockert wird.

00:17:29: Dann gibt es aber auch Forscher, die fordern ein totales Moratorium, dass man gar nicht mehr forscht auf diesen Gebiet.

00:17:34: Ich denke das geht dann auch wieder zu weit.

00:17:36: Ich glaube schon, dass Man gut überwacht die Forschung machen muss und dann schauen muss wie sicher das wirklich in den nächsten Jahren wird?

00:17:43: Und dann kann man entscheiden ob die Methode genug sicher ist um sie ja auch wirklich einzusetzen.

00:17:48: Also genau das Gegenteil von dem was Hejan Kui mit seinen Experimenten mit den Zwillingern gemacht

00:17:54: hat also seine Daten Ob die wirklich viel bringen ist eine andere Frage weil er hat ja So unethisch gehandelt, dass man sich auch die Frage stellen muss.

00:18:02: Sind diese Daten dann wirklich korrekt?

00:18:04: Kann man da wirklich etwas ablesen davon?

00:18:06: Dann hat der Method verwendet, die heute ja auch teilweise wieder überholt sind und es gibt neue Methoden.

00:18:10: Deshalb macht das aus meiner Sicht mehr Sinn, wenn schon dann wieder neue grundlegende Forschung zu beginnen vielleicht zuerst mal mit Mäuschen, mit Zellkulturen, Mäusen, Primaten anzuschauen und dann zu schauen ob es genug sicher ist.

00:18:23: Vor allen Dingen wird diese Forschung jetzt von Startups und deren Geldgebern vorangetrieben.

00:18:29: Was sagst du dazu?

00:18:30: Ja, das kann schon auch ein Problem werden.

00:18:33: Denn bei diesen Startups sind die ethischen Richtlinien womöglich weniger streng als es bei der akademischen Forschung wäre und dann auch die Geldgeber dahinter, die wollen vielleicht möglichst bald auch irgendwelche Resultate sehen.

00:18:45: Da ist der Gefahr da dass man das unnötig beschleunigt, dass man dann vielleicht nicht mehr genau die ethische Richtlinie so vertritt wie man das machen sollte.

00:18:56: Auf der anderen Seite könnte das ja auch ein Push für die Wissenschaft sein und für die akademische Welt.

00:19:01: Und denen zeigen, hey hier geht was weiter?

00:19:03: Wir forschen daran!

00:19:04: Versucht es doch auch.

00:19:06: Ja, dass ich auch.

00:19:07: Also ich denke, akademischen Forscher können jetzt von diesen Alphorien, die jetzt dort ein bisschen herrschenden Silicon Valley etwas aufnehmen, selber wieder überlegen ob man in dieser Richtung weiterforschen möchte.

00:19:20: weil Es ist schon in dieses Potenzial, dass hinter dieser Methode steckt.

00:19:23: Hinter der Keinbahn-Editierung und da ist es sicher wert das weiter zu verfolgen.

00:19:28: Das Potenziale, das hinter der Keinfahn-Editierung steckt, ist ja wirklich, dass man eine schwere genetische Krankheit heilen kann, verhindern kann bevor ein Kind überhaupt zur Welt kommt.

00:19:38: Wenn man so eine Möglichkeit hat sollte man sie doch auch ergreifen.

00:19:42: Ja sicher vor allem wenn man sieht, dass es sicher möglich ist.

00:19:45: dann kann man sich überlegen in die Richtung zu gehen.

00:19:48: Was man aber sicher auch bedenken muss, ist dass wir damit einen großen neuen Schritt wagen werden.

00:19:53: Wir würden nicht nur einfach eine Krankheit teilen sondern wir würden wirklich direkt in das Genom der Menschheit eingreifen.

00:19:59: Wir würde Gene verändern, die dann von Generation zu Generation so weitergegeben werden und das ist schon ein Schritt.

00:20:05: bei dem müssen wir uns überlegen ob wir das wirklich machen wollen aus Gesellschaft.

00:20:08: Wie weit sind wir denn wirklich von so einem Designer Baby entfernt?

00:20:13: Das ist schwierig zu sagen.

00:20:14: Man muss dann frech auch unterscheiden von einem Baby, bei dem die Krankheit ausgemerzt wurde und von einem Designer-Baby, mit dem es um Rötintelligence geht oder um blaue Augen.

00:20:25: Zunächst werden diese Firma wahrscheinlich schon nie versuchen, Krankheiten auszumerzen.

00:20:29: Und das kann sein, dass in drei Jahren tatsächlich eine Firma da voranschreitet und so ein Baby auf die Welt stellt.

00:20:37: Es kann aber auch sein, als alles nur vollmundige Versprechen waren und wir in drei Jahre nichts mehr hören.

00:20:42: Wo wir aber sicher viele Fortschritte sehen werden, ist bei der Summarschen-Geneditierung.

00:20:47: Also bei der Geneditierung von Körperzellen, die ja dann nicht auf die Nächste Generation vererbt werden.

00:20:53: Hier gibt es noch viele Krankheiten, die man auf diese Weise heilen

00:20:55: kann.

00:20:56: Danke Martin!

00:20:57: Vielen Dank!

00:20:59: Im Podcast NCZ-Aktzent berichten unsere Auslandskorrespondenten jeden Samstag von ihrem Leben vor Ort.

00:21:06: Diesem Samstag ist Nordamerika-Korrespondent Andreas Scheiner zu Gast.

00:21:11: Er erzählt, wie er in Chicago dem Set der Serie The Bear unerwartet näher gekommen ist.

00:21:23: Und wie er einen

00:21:40: unangenehmen Anruf bei Homeland Security machen musste.

00:21:44: Den Link zur Folge findet ihr in den Show-Notes und dort könnt ihr natürlich auch den Quantensprung Newsletter abonnieren!

00:21:49: Im Newsletter findet ihr die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einem Blick, zusätzlich wie immer noch weiteren Lesestoff.

00:21:57: Das war Quantenssprung – ein Podcast für Forschung, die bewegt.

00:22:00: Ich bin Lena Waldle.

00:22:01: Wir hören uns wieder nächste Woche.

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