Nachfolge der ISS: Private Firmen erobern das All

Shownotes

Die Zeit der Internationalen Raumstation ISS geht dem Ende zu. Es beginnt eine neue Ära privat betriebener Raumstationen. Sie sollen Astronauten, Forscher von Unternehmen und Universitäten sowie wohlhabende Touristen im erdnahen Orbit willkommen heissen. Dort soll ein Marktplatz im All entstehen, wie es die Nasa formuliert.

Diese Episode beleuchtet, wie sich der Orbit Schritt für Schritt zu einem eigenständigen Wirtschaftsraum entwickelt. Die Schwerelosigkeit im Orbit bietet einzigartige Möglichkeiten für Forschung und Produktion. Aber der Mensch ist für diesen Ort langfristig nicht gemacht.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, wie künstliche Schwerkraft den Weg zu interplanetaren Reisen und langfristigen Habitaten im All ebnet.

Host: Lena Waltle, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Marie-Astrid Langer, NZZ-Korrespondetin im Silicon Valley

In dieser Folge hörst du ausserdem:

  • Tom Shelley vom Raumfahrtunternehmen Vast
  • Oliver Ullrich, Professor an der Universität Zürich

Du kannst Quantensprung nicht nur hören – sondern auch lesen. Im Newsletter findest du die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einen Blick und zusätzlich noch weiteren Lesestoff.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert von Hundert Minuten, dem Podcast von Brandeins und dem Mikro-Pionierfonds.

00:00:11: Das ist Quantensprung – ein Podcast der NCZ über Forschung die bewegt.

00:00:30: Tom Shelley träumt vom Weltall!

00:00:32: Von einer Reise in die schwere Losigkeit und in den unendlichen Weiten des Universums Ein Traum, den viele teilen.

00:00:39: So humans have always been curious about what is around the next corner over the next hill and so the possibility of being able to fly up into space is something that a lot people dream about or wish about.

00:00:53: Shelley arbeitet für die amerikanische Spacefirma vast.

00:00:57: Seine Aufgabe?

00:00:58: Er soll Unternehmen den Orbit als Wirtschaftsort schmackhaft machen!

00:01:13: Bisher ist dieser Blick auf die Erde der Crew der internationalen Raumstation ISS vorbehalten.

00:01:18: Aber das soll sich nun

00:01:20: ändern!

00:01:20: Das liegt daran, dass die Internationale Raumstation die ISS nach twenty-fünf Jahren stellt jetzt ihre Arbeit ein und damit verlieren die Astronauten aber auch ihrer Anlaufstation, die sie seit dem Jahr zweitausend hatten Die Nachfolge von der ISS, die soll künftig so wünscht sich dass die NASA von privaten Firmen betrieben werden.

00:01:42: Ja und die wollen im Orbe dann auch wirklich Geschäfte machen.

00:01:45: das heißt sie wollen Astronauten ins All fliegen und dort auch beherbergen Sie wollen Forschungslabore für Firmen einrichten Und sie wollen sehr wohlhabende Touristen Auch Ferien im Weltall ermöglichen.

00:01:58: Das ist an der erste Schritt in eine Zukunft mit Siedlungen im All.

00:02:03: Nur,

00:02:03: der Mensch ist nicht wirklich für den Weltraum gemacht.

00:02:07: Um an so einem

00:02:07: unwirtlichen

00:02:08: Ort länger zu bleiben oder sogar Jahre zu leben brauchen wir Menschen eines – die Schwerkraft und zwar künstlich erzeugt!

00:02:18: Das ist Quantensprung.

00:02:19: ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:02:23: Wir prüfen Ideen wie unser Leben verändern könnten und wie sie Wirklichkeit

00:02:27: werden.

00:02:27: Diese Woche wollen wissen was private Raumfahrtunternehmen

00:02:31: im

00:02:31: Orbit vorhaben.

00:02:33: Der Frage bin ich mit meiner Kollegin und Co-host Marie Astrid langer nachgegangen.

00:02:37: Sie ist unsere Korrespondente im Silicon Valley, schreibt über Technologie – und wie die – die Gesellschaft verändert!

00:02:44: Ich bin Lena Walte.

00:02:45: Willkommen!

00:02:52: Die ersten Raumstationen haben die USA — und damals noch die Sowjetunion — bereits in den Neunzehntsiebzigerjahren in den Orbit geschossen.

00:03:00: Dabei ging es um ganz fundamentale Fragen ….

00:03:02: Wie zum Beispiel?

00:03:03: können Menschen überhaupt im All überleben.

00:03:13: Die Raumstationen legten die Basis für die ISS, die International Space Station.

00:03:18: Seit dem Jahr zweitausend leben und forschen Astronauten ununterbrochen im

00:03:22: Orbit.

00:03:34: Dabei kamen viele Forschungsdurchbrüche heraus – in der Medizin, der Wasseraufbereitung aber auch der Robotik.

00:03:40: Aber nun neigt sich die Zeit des ISS langsam dem

00:03:43: Ende zu

00:03:46: Und die Vorbereitungen für die nächste Generation in Raumstationen haben bereits begonnen.

00:03:51: Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA wird in den nächsten Monaten Firmen auswählen, die eine Nachfolge der ISS bauen sollen.

00:03:58: Die Konkurrenz zwischen den Unternehmen ist groß und eines dieser Unternehmens hat sich Astrid in Los Angeles genauer angeschaut.

00:04:15: Die Firma, die ich besucht habe heisst Vast und sie sitzt in Los Angeles.

00:04:19: Und genau zu sein am südlichen Stadtrand in der Region, die Space Beach genannt wird.

00:04:25: Der Spitzname kommt daher weil inzwischen so viele Firmen aus dem Raumfahrtbereich dort sitzen.

00:04:31: Ich mache dir ein paar Beispiele also Konkurrenten von Elon Musk SpaceX, die also wiederverwendbare Raketen herstellen oder auch Firmen, die Starttechnologie für Raketen entwickeln Und ich war dort zu Besuch und habe eine Führung auch durch die Produktionshallen bekommen.

00:04:47: Das beeindruckende ist eben, dass hier vor gerade mal vier fünf Jahren noch wirklich nichts war also einfach nur große Ehrtügel.

00:04:55: Sand Und Varst hat hier innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Gelände mit Fabriken aus dem Boden gestampft.

00:05:03: Das zeigt ja einfach, mit welcher Geschwindigkeit diese Raumfahrtindustrie in den USA am Space Beach derzeit voran präscht.

00:05:12: Das was die oder dort fertigen das ist eine Weltraumstation – ein sogenanntes Habitat wie sie das nennen.

00:05:19: Haven-Eins heißt es also Oase Eins auf Deutsch

00:05:31: damit wir mal so ein Gefühl bekommen, wie eine Raumstation in Zukunft aussehen könnte.

00:05:36: Hat Astrid sich Haven One auch von innen angeschaut?

00:05:40: Auf den ersten Blick habe ich mich wie einem Apple Store gefühlt.

00:05:43: Das ist kein Zufall denn, war es hat ne frühere Designerin von Apple eingestellt weil man eben sagt künftig wollen die Leute im Weltraum nicht nur überleben sondern sich da wohl fühlen.

00:05:54: Ich konnte die Besuchen nicht nur auf diesem Innenhof, sondern auch in der virtuellen Welt.

00:06:00: In so einer VR-Demonstration für die ich mir einen Brille aufgezogen habe und da gleitet man dann schwerelos in dieser Simulation durch die Kapsel.

00:06:09: Das musst du dir so vorstellen das ist ein Wohnraum von fortyfünf Kubikmetern also nicht Quadratmeter, gerne im Weltall schwebt man ja deswegen sind die Kubikmeter relevant.

00:06:20: In der Decke sind so Schlafquartiere eingelassen Interessanterweise mit solchen Druckkissen, die dich festhalten damit du dann eben im Schlaf nicht durch die Schwerelosigkeit schwebst und dich womöglich verletzt.

00:06:32: Aber insgesamt ist alles sehr modern.

00:06:34: also alles weiß.

00:06:36: es gibt ein bisschen Holzverkleidung so schlanke Metallleisten an den Rändern an dem man sich da nach vorne ziehen kann in der Schwerelosigkeit ja bei.

00:06:45: das beeindruckendste in dieser Raumstation das war dann an der Decke nämlich das Fenster mit dem Blick zur Erde.

00:06:53: Also da habe ich dann auch in dieser VR-Simulation recht Gänsehaut bekommen und konnte mir auch wirklich vorstellen, warum eigentlich so viele Menschen ins Weltall gehen wollen.

00:07:10: Eine Raumstation zu betreiben ist ein unglaublicher logistischer Aufwand.

00:07:15: Diese Raumstation braucht Energie!

00:07:17: Sie muss mit Wasser und Sauerstoff versorgt werden.

00:07:20: Und die Crew braucht natürlich auch Lebensmittel, sie brauchen Medikamente, dort müssen Forschungsinstrumente installiert werden.

00:07:26: Das alles für Aufenthalte dauert bis zu einem Monat.

00:07:30: Diese Raumstation hat eben zwölf ausklappbare Solarflügel.

00:07:35: Die wiederum haben Zellen auf den Flügeln obendrauf, aber das sind nicht solche Solarzellen wie du und ich sie von der Erde kennen.

00:07:42: Sondern die sind viel effizienter – das ist ein sogenannte Triple-Junction-Zellen.

00:07:46: Also die können ein viel breiteres Spektrum an Lichtwellenlängen einfangen und sind deswegen besonders effiziente und müssen nicht so riesig sein!

00:07:55: Die Belüftung?

00:07:56: Das ist auch ganz interessant denn du darfst nicht vergessen in der Schwerelosigkeit steigt warme Luft ja nicht auf Und deswegen ist eine aktive Belüftung in diesen Raumstationen enorm wichtig.

00:08:09: Denn ohne Ventilatoren, da würde sich das CO² dass wir alle ausatmen wie so eine Blase um unseren Kopf herum sammeln und daran könnten dann gerade schlafende Astronauten ersticken.

00:08:30: An diesen Herausforderungen tüfteln die verschiedenen Raumfahrtunternehmen, damit die jeweilige Crew dort an ihren Aufgaben nachgehen kann.

00:08:38: Astronauten internationaler Raumfahrtsbehörden wie der NASA oder der ESA oder auch der japanischen Raumfahrttbehörde werden da weiterhin forsche ähnlich wie auf der ISS und wenn Firmenkunden an Bord sind also konkret Pharmafirmen oder Universitäten können dort Experimente machen oder eben auch einzelne Produkte wirklich herstellen, also in die Produktion übergehen an Bord dieser Haven One.

00:09:04: Und die Touristen werden wahrscheinlich recht viel Zeit damit verbringen aus dieser Luke auf die Erde zu schauen und sich diesen unfassbar schönen Anblick zu verinnerlichen.

00:09:15: Und stelle ich mir vor, auch viel in der Schwerelosigkeit zu spielen denn die hat man ja ansonsten nicht!

00:09:20: Die Schwerelosigkeit an BORD einer Raumstation wie Haven- oder auch der ISS ist natürlich eine große Touristenattraktion Aber vor allem macht sie das zu einem wertvollen Forschungsort.

00:09:42: Tom Shelley spricht von microgravity,

00:09:45: d.h.,

00:09:46: die Schwerkräfte und die Gravitation der Erde ist fast nicht mehr zu spüren.

00:09:50: Für einfach gesagt – die Astronauten sind dort schwerelos!

00:09:54: Wenn du dir jetzt vorstellst, dass es keine Schwerkraft gibt die oben und unten festlegt dann bedeutet das, dass Kristalle perfekt gleichmäßig wachsen können.

00:10:04: Und so kannst du zum Beispiel perfekt gleichmäßige Halbleiter-Kristalle bekommen beispielsweise für die Produktion von Computerchips.

00:10:13: genauso lassen sich ganz neuartige Materialien herstellen die auf der Erde unmöglich zu produzieren werden eben wegen der Schwerkraft Zum Beispiel hochreine optische Fasern.

00:10:25: Und von der hohen Qualität dieser Faseren können wir dann wiederum auf der Erde hier

00:10:29: profitieren.".

00:10:35: Von so einer Produktion oder Forschung im All sind die privaten Raumfahrtunternehmen noch weit entfernt.

00:10:41: Axiom Space, Blue Origin, Vast, Voyager, Starlab – sie alle konkurrieren miteinander!

00:10:48: Denn wem die NASA für den Transport und die Unterkunft ihrer Astronauten vertraut Dem würden sich wohl auch Firmen und Touristen anschließen.

00:10:57: Und die Raumfahrtbehörden anderer Länder.

00:10:59: Es geht für die Unternehmen um ein großes Stück vom wachsenden Space Business.

00:11:03: Die NASA will, dass im Weltraum im unteren Erdorbit also auf einer Höhe von ungefähr vierhundert Kilometern über der Erde so einen richtigen Marktplatz entsteht.

00:11:14: Dieser Marktplatz soll eben von privaten Firmen betrieben werden Und die NASA soll dabei nur einer von ganz vielen verschiedenen Kunden sein, also private Unternehmen, Touristen und andere Raumfahrtfirmen.

00:11:27: Die sollen dort eben auch konsumieren.

00:11:30: Und dieses Space Business, das boomt wirklich ohne Ende!

00:11:32: Also ich habe so eine Statistik gefunden von der Beratungsfirma Roland Berger, die schätzt eben dass dieser globale Markt für Raketenfirmen, Satellitenherstellern Also sprich jegliche Form von Raumfahrt, Wirtschaft im weiteren Sinne in den kommenden Jahren um neun Prozent jährlich wachsen dürfte.

00:11:52: Und die schätzen eben das dass es im Jahr zwanzigvierzig bei zwei Billionen Dollar liegen soll.

00:11:58: Zwanzig vierundzwanzig waren's noch vierhundertseptzig Milliarden Dollar.

00:12:02: also diese ganze Weltraumwirtschaft fängt jetzt an so richtig zu boomen.

00:12:07: Noch warten die Unternehmen auf die Ausschreibung der NASA mit konkreten technischen Vorgaben für die Nachfolge der ISS, damit sie ihre Raumstation auch daran anpassen können.

00:12:19: Die Vision der Raumfahrtunternehmen endet aber nicht einfach mit der Nachfolgen der ISS – langfristig haben Sie viel größere Pläne!

00:12:27: Menschen sollen nicht nur zwei Wochen oder vielleicht auch zwei Monate im Orbit verbringen.

00:12:32: Sie sollen irgendwann Monat vielleicht sogar Jahre auf den Raumstationen leben und arbeiten.

00:12:38: Und vielleicht auch auf Raumstation, die nicht nur um die Erde kreisen sondern auch um den Mond oder sogar um den Mars.

00:13:01: Aber für längere Aufenthalte im All ist der Mensch einfach nicht gemacht, also muss die Technik nachhelfen.

00:13:07: Wie?

00:13:08: Das sehen wir uns jetzt an – Wir sind gleich zurück!

00:13:18: Die Art wie wir wohnen prägt wie wir leben und sie wird sich verändern müssen.

00:13:23: Wie wollen wir wohnen wenn wir immer mehr werden?

00:13:27: In der neuen Staffel von hundert Minuten so wollen wir wohnen.

00:13:30: sprechen wir mit den Menschen die neue Wohnformen entwickeln städtige Sünder machen und das Gemeinwohl neu denken.

00:13:37: Eine Reportage reise durch die Schweiz mit Ideen, die weit über ihre Grenzen hinausweisen.

00:13:43: Hundert Minuten!

00:13:44: Der Podcast von Brandeins und dem Mikro-Pionierfonds.

00:13:47: Jetzt reinhören!

00:13:59: Oliver Ulbricht ist Professor für Raumfahrt an der Universität Zürich.

00:14:03: Unsere ganze Konstruktion ist Erde.

00:14:06: Wie sind Erdlinger?

00:14:07: Wir müssen irgendwie das mitnehmen Genauso wie wir den Sauerstoff mitnehmen oder erzeugen.

00:14:12: Ulbricht forscht an den Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf Astronauten.

00:14:16: Kurz gesagt ist das Problem, dass der Körper sich so verdammt gut anpassen kann.

00:14:22: Wenn er in der Schwerelosigkeit ist, dann fängt er nämlich an Muskeln abzubauen – die brauche ja nicht, weil er rumfliegen kann!

00:14:30: Deswegen ist es auch wirklich ganz wichtig, dass Astronauten oder künftige Privatpersonen im Weltraum Gewichte heben um den Muskelschwund entgegenzuwirken.

00:14:40: Aber vor allen Dingen auch die Knochen können irgendwann nach zu langer Zeit derart abbauen, dass sie an Dichte verlieren.

00:14:49: Das ist prinzipiell im Weltraum kein Problem.

00:14:51: aber wenn du dann eben hier zurück auf die Erde kommst wo dann auf einmal die Schwerkraft wieder auf dir lastet und du selber gehen musst, dann kann es sein das deine Knochen im schlimmsten Fall berechen.

00:15:02: Das wird vor allem bei langfristigen Aufenthalten also über einem Jahr problematisch.

00:15:07: Zwei Wochen als Tourist im All oder auch sechs Monate als gut ausgebildete Astronaut Das ist für den Körper überhaupt kein Problem.

00:15:15: Bei der kurzen Aufenthaltsdauer sind wir generell in der Raumfahrtmedizin in einem ziemlich sicheren Bereich und das Schöne ist, dass wissen wir eben nicht nur von Astronauten, sondern auch von normalen Menschen.

00:15:28: Nach der Landung ist man vielleicht ein bisschen wackelig auf den Beinen – aber das legt sich wieder!

00:15:33: Schwierig wird es wenn die Crew länger im All bleiben soll oder sogar auf interplanetare Reisen geht.

00:15:40: Und dann kann es sein... Bei Astronauten sind ja auch Schwerstarbeiter, die müssen ja viel einfach handwerkliche Arbeit machen.

00:15:47: Dass sie dann Frakturen bekommen.

00:15:49: Das ist tatsächlich ein riesengroßes Risiko auf Langzeitmission zum Mars.

00:15:57: Das sollen Raumstationen lösen und künstliche Gravitation erzeugen!

00:16:01: Das ist definitiv ein Traum.

00:16:04: oder wenn wir künstlichen Schwerkräfte hätten, dann steht der Weg wirklich offen.

00:16:09: zu langsamer Aufenthalt im All das ist ganz großartig.

00:16:12: Künstliche Schwerkraft nimmt alle Probleme weg, die die Schwerelosigkeit

00:16:16: mit sich bringt.

00:16:18: Bisher gibt es diese Stationen aber nur in Science-Fiction Filmen und in den Visionen der Raumfahrtforscher.

00:16:24: Das heißt das ist ganz einfach eine Physik.

00:16:26: also man kann eigentlich Schwerkraft induzieren durch zwei Möglichkeiten entweder konstante Rotation oder konstante Beschleunigung.

00:16:35: In dem Fall wäre es Konstante Rotations.

00:16:38: Auch die Konstante Rotation erzeugt eine Beschleinigung.

00:16:41: Man nennt das Zentri-Petalbeschleunigung.

00:16:44: Gucken wir uns die erste Option, also konstantes Rotieren.

00:16:48: Da ist eben die Idee dahinter, dass man Fliehkraft erzeugt.

00:16:53: Das kennt jeder, wenn man z.B.

00:16:54: auf dem Kettenkarussell sitzt und dann außen in diesen kleinen Wegelchen anderen weggedrückt wird, dann erzeugte man Fliekraft.

00:17:03: Wenn du nun in der schwere Losigkeit bist, wäre diese Fliehrkraft das Equivalent von Erdanziehung.

00:17:11: Schwerkraft in der Schwerelosigkeit herstellen.

00:17:15: Und das Problem ist aber, dass man einen relativ großen Radius braucht wenn man sich konstant rotiert.

00:17:21: Denn wenn du dich mit einem zu kleinen Radius drehst dann muss man sich ganz oft drehen und das kennt ja jeder dann wird einem irgendwann ganz übel.

00:17:29: Das heißt diese Raumfahrtstationen die müssten ziemlich groß sein.

00:17:33: Dann wäre es aber möglich das am Rande dieser Station eine Kraft von AMG, also im Äquivalent von Erdkravitation erzeugt würde.

00:17:42: Die zweite Option wäre eine geradlinige Beschleunigung.

00:17:46: Das kennt man ja.

00:17:47: zum Beispiel wenn man mit einem Flugzeug sitzt auf der Startbahn und es dann losgeht, da wird man so richtig in seinen Sitz gedrückt!

00:17:54: Die Weltraumfirmen konzentrieren sich auf die erste Option – die konstante Rotation.

00:18:00: Die Forscher müssen einen guten Kompromiss finden.

00:18:03: Die Rahmenstation darf sich nicht zu oft drehen Aber sie darf auch nicht zu groß sein.

00:18:14: Seine rotierende Raumstation hätte aber noch einen weiteren Vorteil.

00:18:18: Stellen wir uns mal Folgendes vor, Wir binden ein Gewicht an einem Faden und schwingen das dann um unseren Finger.

00:18:25: Der Finger in der Mitte bewegt sich gar nichts Und ganz außen bewegt es sich am schnellsten.

00:18:33: So wäre es bei dieser Raumstation Je weiter Außen desto schneller bewegte sich Und diese Bewegung erzeugt die Fliehkraft, die man als künstliche Schwerkraft spürt.

00:18:44: Das heißt auf dem Außenring hätten wir dann ärdähliche Bedingungen.

00:18:49: also da könnte man schlafen wohnen essen und ganz innen natürlich.

00:18:54: je näher sie ins Zentrum rücken wird die Schwerkraft ja abnehmen sogar graduell und im Zentrum haben Sie dann schwere Losigkeit.

00:19:02: Ja das wäre wirklich ein Win-Win Denn außen hättest du ja die idealen Bedingungen für den menschlichen Körper.

00:19:08: Aber im Inneren, dort könntest Du eben alles wachsen lassen und alles produzieren das von der schwere Losigkeit profitiert!

00:19:16: Und in diesem Bereich könntest du da nicht nur forschen sondern auch im großen Sinne produzieren und dieser ganze Produktionsprozess könnte von Menschen aber punktuell dann wieder überwacht werden und Sie könnten immer wieder in die Schwerkraft zurückkehren.

00:19:32: Und wenn wir jetzt ganz visionär sind, dann können wir uns vorstellen dass so eine Raumstation auch ein Prototyp für einen permanenten Wohnort im All wäre.

00:19:41: Schon eine coole Vorstellung!

00:19:43: Jetzt werde ich sagen möchte die Erdschwerkraft wieder haben braucht tatsächlich eine relative Größe so etwa über zwei Hundert Meter muss der Radius sein in einer Raumstation damit ich wirklich die Erder Gravitation habe im äußeren Ring.

00:19:58: Das heißt, das Ding hat eine ziemliche Größe.

00:19:59: Es ist damit mit zweitemeter Radius.

00:20:01: Der Radius ist doppelt so groß wie die ganze ISS-Lankes.

00:20:03: Das Ding ist riesig.

00:20:05: Momentan sehe ich keine Transportkapazität, sowas ins All zu bringen außer Stückchenweise wieder sehr teuer.

00:20:23: Astrid, es klingt nach einer so komplizierten Aufgabe!

00:20:26: Ist da der Flaschenhals wirklich der Transport?

00:20:30: Ja, da hast du recht.

00:20:32: Das ist derzeit noch die große Frage wie man denn diese ganzen Bauteile ins Weltall befördern kann?

00:20:38: Aber das ist eben so.

00:20:39: wenn Du Dir derzeit den Preis-Trend anguckst dann gehen die Transportkosten in's Weltall sein einigen Jahren rasant runter!

00:20:47: Und bei SpaceX, dem Marktführer, legen diese grob zwischen fifteenhundert und dreieinhalb tausend Dollar pro Kilogramm.

00:20:56: Aber wenn man jetzt zum Beispiel mich als Astronauten ins Weltall bringen würde – ich wiege dreiundsechzig Kilo – dann wird das irgendwo zwischen ninety-fünftausend und zweihundert fünfzehntausend Dollar kosten?

00:21:07: Ohne Kleider und ohne Buch was ich mitnehmen würde!

00:21:11: Das ist natürlich viel Geld.

00:21:13: Aber die Preise heute sind nur ein Bruchteil dessen, was es noch vor fünfzehn Jahren war.

00:21:19: Und SpaceX hat ja auch mehr und mehr Konkurrenten – das heißt durch mehr Angebot werden dann auch die Preisen weiter sinken!

00:21:26: Das heißt dass dieser Flaschenhalt der Transportskosten, der wird irgendwann immer weiterwerden?

00:21:33: Und damit könnte eben auch das Problem wie man die Bauteile für so eine komplexe Raumstation in die Höhe bekommt gelöst werden bzw.

00:21:41: finanzierbar wären….

00:21:43: Was

00:21:43: muss denn sonst noch erforscht werden, bevor Menschen sicher für längere Zeit im Weltraum leben und arbeiten können?

00:21:53: Ja, man darf nicht vergessen der Mensch hat ja noch nie besonders viel Zeit im Weltraum verbracht.

00:21:58: Also der Rekord liegt bei einem Russen, der vor ein paar Jahrzehnten mal vierzehn und halben Monate im Weltall war.

00:22:05: Sprich wir wissen überhaupt nicht wie sich diese Umgebung langfristig auf dem menschlichen Körper auswirkt – auf die Psyche.

00:22:13: was das mit einem macht wenn man die ganze Zeit in so einer Kapsel ist isoliert es nicht einfach raus an die frische Luft gehen kann.

00:22:19: Dieser Weltraum ist ja ein sehr unwirtlicher Ort, Gelinde gesagt.

00:22:23: Also die Strahlenbelastung ist enorm je weiter man von der Erde weggeht.

00:22:28: Dort gibt es wahnsinnig viele Teile, die durchs Weltall mit einer irren Geschwindigkeit rasen, die auf solche Raumfahrtstation prallen und womöglich auch beschädigen können.

00:22:37: Wir wissen wirklich nicht was langfristig noch an Hürden auf uns zukommen könnte, die wir derzeit noch gar nicht sehen im Dunkeln.

00:22:45: Das sind ja enorme Entwicklungskosten, die da auf so ein Unternehmen einen Start-up zukommen.

00:22:51: Erstens mal lohnt sich das und welches dieser Unternehmen hat denn wirklich jetzt eine Chance sich da auch erfolgreich durchzusetzen?

00:22:58: Ja, das ist natürlich ne wichtige Frage!

00:23:01: Da es eben ganz wichtig dass nun die Kommerzialisierung möglich ist also beispielsweise Touristen sehr wohlhabende Touristen sollen dann für einen Platz in diesen Raumfahrtstationen Dutzende Millionen von Dollar ausgeben.

00:23:15: Gleichzeitig ist es wichtig, dass auch Pharmakonzerne und andere private Firmen künftig dafür zahlen müssen – denn so können sich diese Raumfahrtfirme querfinanzieren!

00:23:26: Aber natürlich ist auch die ganz große Frage, wer den Zuschlag von der NASA bekommen wird nachfolger der ISS zu sein.

00:23:33: Die Konkurrenz ist enorm stark.

00:23:34: also zum Beispiel Axiom Space haben jahrelange Erfahrungen.

00:23:39: es gibt auch Firmen von Blue Origin das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos und Starlab.

00:23:44: Das ist ja so ein Konsortium aus verschiedenen Firmen darunter Airbus und Voyager und Mitsubishi.

00:23:51: Also das wird jetzt die große Frage sein welche und wie viele dieser Firmen erhalten den enorm prestigeträchtigen Auftrag der NASA, Nachfolge der ISS zu werden.

00:24:01: Aber du hast jetzt vor allen Dingen amerikanische Unternehmen genannt – welche Rolle spielen denn andere Nationen bei diesem Vorhaben der Kommerzialisierung des Weltraums?

00:24:12: Ja, das ist ganz interessant.

00:24:13: Denn China hat zum Beispiel sein ganz eigenes Raumfahrtprogramm.

00:24:16: also da gibt es keinerlei Zusammenarbeit mit den Amerikanern.

00:24:20: die darf es auch gar nicht geben.

00:24:22: Das wurde nämlich im amerikanischen Kongress schon zwei tausend elf so geregelt dass man im Weltraum nicht mit den chinesen zusammenarbeiten darf.

00:24:30: sprich Das All ist jetzt ein weiteres Feld dieses Kräftemessens zwischen China und den USA um die Vorherrschaft.

00:24:37: Aber da ist zum Beispiel auch Japan, also Japan hat jetzt auch versucht im Vergleich zu anderen Ländern aufzuholen.

00:24:43: Die haben eher weniger Finanzmittel aber eine hohe Expertise z.B.

00:24:48: im Bereich Robotik.

00:24:49: Die Europäer haben dann natürlich auch Ambitionen Aber da muss man auch sagen, die hinken etwas hinterher.

00:24:56: Also ESA – Die European Space Agency, die erweckt derzeit in eigenen Nachfolger für die ISS zu bauen von den Amerikanern losgelöst dazu agieren und hat nun Start-ups gebeten um Entwürfe und Pläne dafür.

00:25:10: Eine Tatsache ist aber dass die Europäer dargen Amerikaneren um Jahre hinterher hinken!

00:25:17: Das war Quantensprung ein Podcast über Forschung, die bewegt.

00:25:21: Quantensprung gibt es übrigens nicht nur zu hören, sondern auch zu lesen.

00:25:26: Ich verlinke euch den Newsletter in den Show Notes – dort findet ihr die wichtigsten Fakten dieser Folge auf einen Blick und wie immer noch weiteren Lesestoff über das Weltall!

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