Für immer jung: Dieser Cocktail dreht das Altern zurück
Shownotes
In dieser Folge von Quantensprung begleiten wir mehrere Forscher auf dem Weg zum langen, vielleicht sogar ewigen Leben. Steve Horvath, der schon mit 18 Jahren das "Gilgamesch-Projekt" gründete, um den Tod zu überlisten. Heute, Jahrzehnte später, liefert er mit der sogenannten epigenetischen Uhr das Werkzeug, um unser wahres biologisches Alter präzise zu messen. Denn das unterscheidet sich oft deutlich von der Zahl in unserem Pass.
Wir schauen im Labor von Ferdinand von Meyenn an der ETH Zürich hinter die Kulissen der Zellverjüngung: Wie funktioniert der "Yamanaka-Cocktail", der spezialisierte, erwachsene Zellen zurück in den Zustand von Babyzellen versetzt?
Ausserdem erfahren wir, warum Forscher wie David Sinclair bereits erste Tests an Menschen vorbereitet und ob eine Verjüngungsspritze uns tatsächlich ein ewiges Leben bescheren könnte.
Host: Lena Waltle Co-Host: Stephanie Lahrtz
Produktion: Sarah Ziegler
In dieser Folge hörst du ausserdem:
- Steve Horvath, Langlebigkeits-Forscher, Mathematiker, Biostatistiker und Erfinder der epigentischen Uhr
- Ferdinand von Meyenn, Professor für Gesundheitswissenschaften und Technologie an der ETH Zürich
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert von Hundert Minuten.
00:00:03: Dem Podcast von Brandeins und dem Mikropionierfonds.
00:00:11: Das ist Quantensprung, ein Podcast der NCZ über Forschung die bewegt.
00:00:23: Ich war damals noch ein Teenager Und aus welchen Gründen auch immer dachte ich dass unsere Lebensspanne viel zu kurz ist.
00:00:33: Ich habe gesagt, wenn man nur bis neunzig lebt, das reicht einfach nicht.
00:00:36: Für die Ziele, die wir hatten als Teenager... Steve
00:00:39: Horwath hat schon als achtzehnjähriger tausend Pläne!
00:00:43: Er will zum Mars fliegen, er will forschen und studieren.
00:00:46: Wenn ich Mathe studiere brauche ich acht Jahre Wenn ich Physik nochmal acht Jahre Chemie noch mal acht Jahre.
00:00:55: Also wenn man in den Wissenschaften liebt dann denkt man man halt einfach nicht genug Zeit zu studieren
00:01:00: und gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder will er den Tod austricksen.
00:01:06: Wir formten damals das Gilgamesch-Projekt, also wir haben uns überlegt wie könnte man des Alters verlängern durch naturwissenschaftliche Verfahren?
00:01:17: Der somerische König Gilgamech strebte schon vor fünftausend Jahren nach dem ewigen Leben Im Gilgamaech-Epos suchte dafür einen besonderen Kraut.
00:01:28: Der junge Horvath glaubt nicht an magische Kräuter.
00:01:32: Aber daran, dass sie Wissenschaft ihm helfen könnte –
00:01:35: sehr,
00:01:35: sehr alt zu werden!
00:01:38: Oh, ich bin fünfhundert Jahre.
00:01:40: Wenn man jung ist und ambitioniert, warum würde man hundfünfzig sagen?
00:01:45: Fünfhundert wäre gut.
00:01:47: Diesen Traum vom langen vielleicht sogar ewigen Leben den hat nicht nur Steve Horveth.
00:01:53: Longevity boomt mehr denn je.
00:01:56: Milliarden fließen in die Forschung.
00:01:58: Kältekammern, Infrarotmasken, Vitaminpräparate – das alles soll uns länger jung
00:02:04: halten!
00:02:05: Die neueste Idee ist ein Cocktail den du nimmst einmal im Monat, einmal im Jahr und dann wirst du jung.
00:02:11: Und zwar verjüngt.
00:02:13: deine Zellen werden jünger.
00:02:15: Dein Herz schlägt wieder wie ein ganz junges Herz auch wenn du siebzig bist und deiner Haut ist wieder so straff wie im Teenageralter.
00:02:22: Klingt unmöglich?
00:02:23: Ist es aber nicht.
00:02:25: Ein Wissenschaftler testet die Methode demnächst sogar an Menschen!
00:02:30: Das ist Quantensprung, ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.
00:02:35: Wir prüfen Ideen, die unser Leben verändern könnten
00:02:38: und
00:02:38: wie sie Wirklichkeit werden.
00:02:40: Heute wollen wir wissen Lässt uns eine Verjüngungstherapie ewig leben?
00:02:45: Der Frage bin ich mit meiner Kollegin und Co-host Stephanie Lars nachgegangen.
00:02:49: Sie schreibt bei unserem Team über Longravity
00:02:52: Medizin
00:02:52: und Biologie.
00:02:54: Ich bin Lena Waldle.
00:02:55: Willkommen!
00:02:59: Ich wurde geboren als Stefan Horvath, aber mittlerweile nennt mich jeder Steve.
00:03:04: Mein Fachgebiet ist Verjüngung und Altern altersforschung.
00:03:09: Die Gründung
00:03:09: des Gilgamesch-Projekts ist nun einige Jahre her.
00:03:12: Horveth ist inzwischen Mathematiker und Biostatistiker.
00:03:16: Er war Professor an der University of California in Los Angeles Und ist heute einer der bekanntesten Forscher für Langlebigkeit.
00:03:24: Wir kennen alle das Phänomen, wir treffen uns mit ehemaligen Schülern und vergleichen uns.
00:03:29: Und sagen oh diese Person ist schneller gealtert als ich oder diese Person sieht viel jünger aus als ich.
00:03:37: also man hat so ein intuitives Verständnis dass Leute verschiedene Raten haben zu
00:03:44: altern.".
00:03:44: Das Alter in unserem Pass Stimmt also nicht unbedingt mit dem eigentlichen biologischen Alter unseres Körpers überein.
00:03:54: Daran forscht Horvat an diesem biologischem Alterungsprozess und er arbeitet für ein britisches Biotech-Unternehmen, deren Ziel alternde Organe wieder jung werden lassen?
00:04:06: Wir würden gerne eine Behandlung haben die man schon bei einem dreißigjährigen ansetzt.
00:04:16: zur Prävention zählt und das meint was sagt, wenn du diese Pille nimmst hört das Altern auf sozusagen.
00:04:25: In der Wissenschaft muss so eine These natürlich messbar sein aber wenn das biologische Alter nur bedingt etwas mit der Zeit zu tun hat die seit der Geburt verstrichen ist wie misst man das dann?
00:04:36: Ich wurde bekannt durch Erfindung der epigenetischen Uhr, wie man das Alter von Zellen, Organen und Menschen messen kann.
00:04:47: Durch chemische Modifikation der
00:04:49: DNA.".
00:04:56: Es gibt also wirklich eine innere biologische Uhr!
00:04:59: Um mehr über diese epigeneticche Uhr herauszufinden habe ich Ferdinand von Mayern in seinem Labor an der ECH besucht.
00:05:10: Von Mayen ist Professor für Gesundheitswissenschaften und Technologie.
00:05:14: Er verstarren, was den Alterungsprozess wie beeinflusst?
00:05:19: Das
00:05:20: steht aber no
00:05:21: access!
00:05:22: Aber das ist okay... Also hier ist es quasi eine Zellkultur.
00:05:26: Er führt mich durch ein sehr ruhiges Labor und zeigt mir die Forschungsgeräte.
00:05:30: Am späten Freitag Nachmittag ist kaum noch jemand hier anzutrefft.
00:05:34: Hier arbeiten wir zum Beispiel mit Einzelzellen.
00:05:36: Wir wollen als Analyse mal eine einzelne Zelle anschauen.
00:05:38: Ein Blick durch das Mikroskop auf eine dieser Zellen würde Folgendes zeigen, den Zellkern.
00:05:44: Dort ist die DNA also unser Erbgut gespeichert.
00:05:48: Jedes Mal wenn sich die Zelle teilt wird diese Information des Erbgoots weitergegeben.
00:05:53: Zellen teilen sich die ganze Zeit.
00:05:56: während wir jetzt hier reden teilen sie zählen im Blut in der Mundschleimhaut ständig.
00:06:01: Zällen werden neu gebildet aber diese Zellen sind nicht Jünger.
00:06:07: Dass meine Kollegin Stephanie hier betont, ist sehr wichtig!
00:06:10: Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, dann sehe ich Hautzellen die sich vermutlich vor etwa vier Wochen gebildet haben.
00:06:18: Denn die menschliche Haut erneuert sich ca.
00:06:21: jeden Monat einmal.
00:06:22: Aber trotzdem ist diese Haut sind meine Hautzelle dreißig Jahre alt.
00:06:27: Jedes Mal wenn eine Zelle sich teilt je länger sie lebt Sie akkumulierte Bezeit leichte Veränderungen.
00:06:33: Das bedeutet, bei jeder Teilung gibt die Zelle Schäden am Erbgut weiter aber sie gibt auch sogenannte epigenetische Veränderung an den neuen Zellenweiter.
00:06:44: diese Veränderungsbestimmen wie stark welche Gene in der Zelle aktiv sind.
00:06:49: das kann man sich auch gut erklären weil In der Jugend müssen wir wachsen, das heißt unsere Zellen müssen sehr viel neue Muskeln mehr Herzzellen mehr Lieberzellen von allem mehr produzieren.
00:07:00: Aber wenn wir dann mal fertig sind mit dem Wachstum sagen wir mit fünfzehn oder sechzehnt, dann soll ja nicht mehr alles größer und mehr werden.
00:07:07: also müssen Wachstäbungsgene abgeschaltet werden.
00:07:11: Die Zelle kann das regulieren indem sie auf der Ebene der Gene etwas verändert Und zwar hängt sie so kleine Anhängsel an die Gene und damit werden die abgeschaltet.
00:07:26: Die werden verpackt, wenn die Zelle das Gen wieder aktivieren möchte wird dieses Anhängsel entfernt.
00:07:34: Das heißt man kann es jetzt eigentlich so vorstellen wenn man von oben auf ein Erbgut draufschaut dass das aussieht wie ein Leopardenmoster ganz gepflegt und gesprengelt hier einen Anhängs oder auch mal Hundert und dann freie Flächen.
00:07:49: Und dieses Muster aus Anhängseln, das nennt man Metilierungsmuster oder im Fachjargau auch epigenetisches Muster.
00:07:58: Und Steve Horvath hat nur entdeckt dass dieses Musta ziemlich genau zeigt wie alt eine Zelle wirklich ist.
00:08:05: Dieses Muster wird beeinflusst von zwei großen Faktoren.
00:08:10: die Zelle altert erstens weil sie chronologisch altert.
00:08:14: Jeden Tag ist ein Tag mehr, damit auch einen Tag mehr auf unserer inneren Zelluhr.
00:08:19: und der andere große Bereich sind Umwelteinflüsse.
00:08:23: das heißt was welche Luft wir atmen ob da Schadstoffe drin sind ob wir rauchen was wir essen ob wir Sport machen.
00:08:31: alles dass beeinflusst dieses Muster
00:08:33: Und basierend darauf können wir sogenannte biologische Uhren machen die uns sagen können so alt ist diese Zelle
00:08:46: Das biologische Alter der Zellen kann auch beeinflusst werden.
00:08:51: Es kann wieder zurückgedreht werden in einen jungen, unbelasteten Zustand.
00:08:56: Ich glaube die Vorstellung dass tatsächlich nicht alles was wir haben
00:09:01: fix
00:09:01: vorgegeben ist und diese riesen Möglichkeiten die unser Körper noch adaptiv hat wie er sich quasi auf unsere Umwelteinflüsse einstellen kann
00:09:09: Wie das funktioniert.
00:09:11: schauen wir uns jetzt an.
00:09:14: Wir sind gleich zurück.
00:09:19: Die Art wie wir wohnen prägt wie wir leben.
00:09:22: Und sie wird sich verändern müssen!
00:09:24: Wie wollen wir wohnen, wenn wir immer mehr werden?
00:09:28: In der neuen Staffel von Hundert Minuten so wollen wir wohnen, sprechen wir mit den Menschen die neue Wohnformen entwickeln, städte gesünder machen und das Gemeinwohl neu denken.
00:09:38: Eine Reportage reise durch die Schweiz mit Ideen, die weit über ihre Grenzen hinausweisen.
00:09:55: Im Laufe der Jahre sammeln unsere Zellen einen ganzen Haufen an Schäden an, die uns altern lassen.
00:10:02: Manche eben mehr und andere weniger.
00:10:04: Manchen Belast können die Zellen mit etwas medizinischer Nachhilfe aber wieder loswerden.
00:10:10: Es ist wohl nicht Gott gegeben das wir alt werden müssen oder es wird tatsächlich nur dahin gehen müssen sondern es gibt tatsächlich Prozesse die auch wieder Rückwirk machen kann.
00:10:20: Das bedeutet, viele Alterskrankheiten könnten verhindert werden statt immer nur die Symptome zu behandeln.
00:10:26: Junge Zellen funktionieren effizienter sie heilen schneller ein junges Immunsystem schützt viel besser vor Krankheiten und das alles könnte durch eine Zellverjüngung erreicht werden.
00:10:37: Kein Forscher keine Wissenschaftler sich vorstellen können dass so ein komplexer Prozess so einfach ist.
00:10:48: Entdeckt hat diesen Prozess der japanische Forscher- und Nobelpreisträger Shinya Yamanaka.
00:10:53: Um das zu verstehen, was er da gemacht hat muss man wissen es gibt in unserem Körper lauter erwachsene spezialisierte Zellen.
00:11:02: Es gibt Zellen die kontrahieren und sind Herzmuskelzellen, es gibt zählen die Produktion Hormone in der Leber.
00:11:08: diese haben alle eine spezialisierte Funktion.
00:11:11: das ist eben ein Erwachsener mit einem Beruf.
00:11:15: Dann gibt es aber im Embryo und Fötus Zellen.
00:11:19: Die können noch alles werden.
00:11:21: Die haben das ganze Potenzial vor sich, die wissen jetzt doch gar nicht ob sie Herz oder Leber werden sollen und das nennt man Stammzellen und aus ihnen entstehen dann diese ganzen spezialisierten Zellen.
00:11:34: Und was jetzt ja Manaka gemacht hat?
00:11:36: er hat ein Cocktail aus vier Proteinen in eine Zelle injiziert und dann wurde aus einer spezialisiert erwachsenen Hautzelle totale Babyzelle ohne jeder Ahnung, was sie denn je werden soll.
00:11:52: Also komplett zurück auf los!
00:11:57: Die Zelle wird quasi neu aufgesetzt wie ein Computer der wiederauf Betriebseinstellung zurücksetzt wird.
00:12:03: Der ist völlig unbelastet und funktioniert fast so gut wie ein neuer Computer.
00:12:08: Und im Körper soll das mithilfe einer Infusion funktionieren.
00:12:12: Dieser Cocktail besteht aus vier Proteinen.
00:12:15: Das sind sogenannte Transkriptionsfaktoren.
00:12:19: Man kann das vergleichen mit Steuerbefehlen, die regulieren die Aktivität von Genen.
00:12:26: Grundsätzlich ist dieser Prozess ziemlich einfach aber...
00:12:30: In diesem Umprogrammierungsprozess verliert diese Zelle ihre Zellidentität.
00:12:35: Sie geht wieder rückwärts in die Entwicklung zurück zu dem ursprünglichen Zustand der Stammzelle, in der sie alles machen kann.
00:12:41: Wenn ich eine Zelle total verjünge, also wirklich aus der Erwachsenen-Zelle die absolute Embryonalzelle mache.
00:12:48: Also noch vor der Babyzelle, dann hat sie ja eigentlich die Aufgabe teilen, teilen und produzieren.
00:12:55: Das ist im Embryo gut weil da muss viel wachsen aber für uns in unserer Leber ist das gar nicht gut.
00:13:03: Weil dann würde die Leberzellen wachsen, wachsen und plötzlich hätten wir ein Tumor.
00:13:08: Das andere ist die Zellen sollen sich noch dran erinnern was sie sind.
00:13:12: Sie sollen ja nicht plötzlich die Aufgabe vergessen, dass sie schlagen müssen als Herzzelle, dass die Hormone produzieren müssen – als Lieberzell oder ganz wichtig im Gehirn das unsere Nervenzellen.
00:13:24: Die sollen ja auch nicht das Gedächtnis verlieren!
00:13:26: Das heißt ich möchte ja nicht wieder auf dem Stand eines fünfjährigen sein obwohl ich eigentlich schon fünftig bin und das muss man aufpassen, dass man nur so ein kleines bisschen an der
00:13:36: Schraube dreht.
00:13:37: Und dann um die auch wieder rum.
00:13:42: Wir wollen auch nicht zurück auf den Stand eines Fünfzehnjährigen oder das Herz eines Babys haben, als Erwachsener.
00:13:49: Und was wir auch nicht wollen ist ein Zellhaufen statt eines funktionierenden
00:13:53: Organs.".
00:14:04: Die
00:14:06: Forscher arbeiten deshalb an einer Methode bei der sie diesen Zellverjüngungsprozess immer nur ein bisschen anstupsen, um vorsichtig zum richtigen Alter zu kommen.
00:14:16: Können wir diese Faktoren nutzen und nicht die ganze Zeit aktivieren sondern nur kurzfristig aktivieren?
00:14:24: Um damit quasi den Zellen so einen kleinen Push zurückgeben!
00:14:27: Und tatsächlich in Tiermodellen zumindest war das bisher sehr erfolgreich.
00:14:31: Ein ganz wichtiges Team ist das von Juan Carlos Belmonte.
00:14:35: Er hat geschafft, dass bei Mäusen nicht die ganze Maus total verjüngt wurde sondern hat diesen Cocktail nur in ein Organ eingebracht.
00:14:45: Also jetzt zum Beispiel das Herzdinniere und dann wurde nur dieses Organ verjünkt.
00:14:51: Und weil der Maus funktioniert das so?
00:14:54: Man hat einen schalter, einen molekularen Kippschalter vor diese Gene, vor dieser Proteinfaktoren gepackt.
00:15:02: Und wenn die Maus jetzt etwas Spezielles trinkt, dann wird der Schalter geht er auf an und dann werden in der Zelle diese Faktoren produziert und die Zelle verjüngt.
00:15:14: Wenn die Mause mit normales Wasser kriegt ohne dieses spezielle Zutat, dann kippt der Schalter zurück und die Produktion wird abgestellt.
00:15:23: Nur!
00:15:24: Maus ist nicht gleich Mensch.
00:15:27: Umso besonderer, dass in den nächsten Wochen die ersten Tests an Menschen stattfinden werden.
00:15:33: Und dann gibt es eine andere Gruppe das ist die von David Sinclair der arbeitet an der Harvard University in den USA.
00:15:41: Der hat sich was ausgedacht, dass man ihm Auge was verjüngen kann.
00:15:44: Das heißt der Cocktail wird ins Auge injiziert also diese Faktoren und soll dort Nervenzellen dazu bringen, wieder jünger zu werden und damit wieder fitter.
00:15:55: Sinklers Unternehmen Life Biosciences will das Sehvermögen von Menschen wiederherstellen, deren Seenerv beschädigt wurde.
00:16:02: Der Vorteil vom Auge ist nämlich dass es ein relativ abgeschirmtes Organ ist.
00:16:08: Und diese Therapie oder diese Idee von Sinkler auch die die am weitesten fortgeschritten ist weil er hat nämlich jetzt vor wenigen Wochen von der amerikanischen Regulierungsbehörde FDA Grünes Licht bekommt, dass er mit seinem Cocktail jetzt wirklich an Menschen arbeiten darf.
00:16:25: Das heißt, der hat bis jetzt Häuser und andere Versuchstiere damit bearbeitet.
00:16:29: Da hat das auch gut funktioniert.
00:16:30: Da haben sich tatsächlich einige Nervenzellen verjüngt.
00:16:34: Und jetzt fängt er eben, wird er demnächst anfangen es an Menschen auszutesten?
00:16:43: Also ich will Folgendes sagen wenn jemand mir anbietet, dass ich länger leben könnte Ich würde's ganz klar annähen.
00:16:52: und der Grund ist Ich bin so interessiert an menschlicher Geschichte.
00:16:55: Ich bin einfach sehr interessant, wie es
00:16:57: weitergeht.".
00:16:59: Es sind vierzig Jahre vergangen, seit Steve Horvath mit seinem Bruder des Gilgamesh-Projekt gestartet hat.
00:17:06: In den Jahren hat sich seine Einstellung zum Leben und auch zum Sterben doch verändert.
00:17:11: «Ich bin jetzt achtundfünfzig Jahre alt und ich denke unsere Lebensspanne ist eigentlich sehr lange.
00:17:18: Man kann in ein paar Jahren sehr viel machen.».
00:17:21: Ewig leben ist inzwischen in den Hintergrund gerutscht.
00:17:24: Sein Ziel ist heute ein
00:17:26: anderes.
00:17:27: Aber mittlerweile arbeite ich wirklich an einem anderen Thema und das nennt man die gesunde Lebensspanne.
00:17:33: Er möchte, dass er selbst
00:17:35: und
00:17:35: viele andere Menschen lange gesund
00:17:37: und
00:17:38: aktiv sein können.
00:17:39: Deswegen nennt es auch Medizin zwei Punkt Null.
00:17:44: Und während der am gesunden Alten forscht schließt er aber nicht aus, dass der Mensch doch irgendwann tausend Jahre alt werden könnte.
00:17:59: rasante Entwicklung durchmachen.
00:18:02: Jeden Tag sehe ich atemberaubende medizinische Meldungen, neue Durchbrüche.
00:18:08: also wir wissen einfach nicht wo wir in hundert Jahren sind.
00:18:12: wenn jemand diesen Podcast in Hundert Jahren anhört vielleicht wird er sagen oh ja tausend Jahre ist vielleicht machbar aber wir sind wirklich nicht nah dran.
00:18:35: Stephanie, ich kann mir noch nicht vorstellen wie so eine Behandlung dann tatsächlich ablaufen würde.
00:18:41: Diese Verjüngungsbehandlung, ich schildere jetzt mal meine Vision oder die Vision der Forscher das Idealbild.
00:18:47: Ich teste mal sagen wir mit vierzig mithilfe dieser genetischen Uhr.
00:18:52: Wie alt sind denn meine Organe nun wirklich?
00:18:55: Mein Herz, meine Leber, meine Lunge... Ich mache einfach so einmal durch und dann stelle ich fest, ich muss sie eigentlich gar nicht alles verjüngen weil die Leber ist ja noch voll in Ordnung, aber mein Herz fängt vielleicht so ein bisschen an Schlapp zu machen.
00:19:08: Also nehme ich eine Infusion, vielleicht einmal im Jahr oder alle halbe Jahr – das weiß man doch nicht so genau was da wirkt!
00:19:15: Aber nur für das Organ dass es nötig hat.
00:19:18: und dann mache ich alle paar Monate oder alle paar Jahre den Test wieder.
00:19:23: ganz ehrlich, das hängt sicher auch davon ab was er kostet.
00:19:27: Und dann mache ich halt mit fünfundfünfzig sagen wieder einen Test und stelle fest, jetzt ist aber meine Lunge grad ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen.
00:19:36: Dann verjünge ich die Lunge.
00:19:38: So geht es weiter!
00:19:39: Das heißt aber, ich kann nicht einfach meinen Körper bis ich achtzig Jahre alt bin schinden und auf den Reset-Button drücken und da bin ich wieder zumindest körperlich fünfundzwanzig?
00:19:50: Ja schön wärs oder an nichts denken müssen, die Nächte durchtanzen danach ganz viel Zimtschnecken.
00:19:56: Ich glaube, das ist nicht die Idee.
00:19:58: Weil diese Verjüngung – wir wissen ja gar nicht wie weit sie verjüngen kann und vor allem wissen wir auch nicht wenn ich jetzt ständig mit diesem Lebensstil Schäden in mein Organ anhäufe ob ich ständig wieder dran drehen kann.
00:20:12: Es kann ja sein dass es zwar funktioniert aber der Körper das vielleicht nur ein zweimal mitmacht Und
00:20:18: d.h.,
00:20:19: es ist eine Möglichkeit der Prävention.
00:20:23: Bei dieser Verjüngung kann es auch sein, dass man nicht das ganze Organ komplett verjüngt sondern dass man Teile verjüngt.
00:20:31: Sprich eingezellen bleiben etwas altersschwach und viele Zellen werden wieder jünger, funktionsfähiger und damit wird dann auch das ganze Organ fitter.
00:20:42: Ich frage mich auch noch wenn so ein Herz zum Beispiel nur teilweise verjünk wird also zu siebzig Prozent zB Und dann dreißig Prozent des Herzes aber noch.
00:20:55: Das ist eine sehr gute Frage und ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt kann ja das keiner so richtig genau beantworten, weil man hat natürlich sofort das Bild im Auge dass so siebzig Prozent der Herzzellen sind super fit und schlagen ganz tapfer und munter.
00:21:10: Und dazwischen sind dann so Inseln die dann irgendwie so ganz schlapp dahin käuchen und das ist natürlich auch nicht gut für ein Herz insgesamt.
00:21:18: aber was derzeit schon sagen kann ist ja, dass im Laufe des Lebens nimmt die Funktion eines Gewebes deswegen auch ab weil immer mehr Zellen den Geist aufgeben und dann kann man sich natürlich vorstellen das mit so einer Verjüngungsspritze.
00:21:33: Immer wieder ein paar Zellen regeneriert und dann insgesamt das Gewebe immer über dem Level ist, dass es nicht mehr gut funktioniert sprich immer gut funktioniert.
00:21:45: Das heißt es kann auch sehr gut sein, dass es ganz viele Organe gibt wo es reicht wenn fünfzig Prozent der Zellen top fit sind und der Rest oder lala.
00:21:54: Aber ganz ehrlich wird uns so eine Verjüngung wirklich mehr Lebensqualität im Alter geben?
00:22:01: Oder zögern wir ganz viele Krankheiten einfach nur ein paar Jahre hinaus und sind danach einfach umso schlechter?
00:22:08: Ich glaube wenn die Therapie funktioniert dann ist sie gute Sache und zwar nicht im Sinne von ich bin einfach neunzig, aber davon die letzten zwanzig Jahre auch schlecht dabei.
00:22:21: Sondern ich glaube das eine Verjüngung wirklich Lebensqualität bringt weil ich ja mit dieser Verjübung wenn ich jetzt damit rechtzeitig anfange Schäden in Organen verhindere.
00:22:33: Ich beuge ihn also vor als es ist wirklich eine echte Prävention und euch kann mir sehr gut vorstellen dass es dann dazu beiträgt, ein längeres gesundes Leben zu haben.
00:22:45: Nicht nur ein längerer Leben!
00:22:46: Also
00:22:47: auch diese Verjüngungsspritze würde uns nicht unsterblich machen?
00:22:51: Das glaube ich nicht weil es gibt natürlich viele Mechanismen und viele Faktoren in Zellen die einfach so ein intrinsisches Lebensalter bedingen.
00:23:00: das heißt was wir wirklich mit dieser Verjünkung erreichen können ist dass wir länger gesund leben und länger Sachen machen können wie Reisen, Hobbys nachgehen, Sport machen.
00:23:13: Und dass wir eben nicht diese Vielzahl von Problemen haben die das Alter normalerweise so mit
00:23:19: sich bringt.
00:23:20: Vielen Dank Stephanie!
00:23:21: Danke dir!
00:23:23: Zellverjüngung ist nur eine von vielen Forschungsrichtungen rund um longevity.
00:23:28: Mit welchen Methoden die Forscher sonst noch versuchen den Jungbrunnen anzuzapfen habe ich euch im Quantensprung Newsletter zusammengefasst.
00:23:37: Dort findet ihr auch die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einen Blick.
00:23:41: Die Link zur Anmeldung gibt's in den Show-Notes.
00:23:44: Das war Quantensprung, ein Podcast über Forschung, die bewegt.
00:23:48: Ich bin Lena Waldlin.
00:23:50: Nächste Woche machen wir eine kurze Osterpause und hören uns wieder am zehnten April.
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