Artemis 2: Was Astronauten vor galaktischer Strahlung schützt
Shownotes
Der Weltraum ist ein faszinierender, aber auch lebensfeindlicher Ort. Mit der Artemis-2-Mission wagt sich die Menschheit weiter ins All vor als jemals zuvor, um eine dauerhafte Basis auf dem Mond zu errichten. Doch jenseits des schützenden Magnetfelds der Erde lauert eine unsichtbare Gefahr: hochenergetische Strahlung aus fernen Galaxien und von der Sonne.
In dieser Folge von Quantensprung erfährst du, warum Astronauten bei einem Sonnensturm Schutz in einer Art improvisierten Kissenburg suchen müssen und weshalb Plastikflaschen, ein Wurfzelt oder ein Anzug aus Wasser die Rettung sein könnten.
Wir begleiten die Astronauten auf ihrer Reise um den Mond. Es geht um das neue Wettrennen zum Mond, die langfristigen Pläne für eine Mars-Besiedlung und die Frage, ob wir Menschen für das Leben im All sogar genetisch anpassen müssen.
Host: Lena Waltle, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Anna Weber: NZZ-Wissenschaftsredaktion Produktion: Nadine Landert
In dieser Folge hörst du ausserdem:
- Christoph Schuy, Physiker am Teilchenbeschleuniger in der Nähe von Darmstadt
- Manon Minsart und Lenny Van Daele, Chemiker an der Universität Gent, Belgien
Du kannst Quantensprung nicht nur hören – sondern auch lesen. Im Newsletter findest du die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einen Blick und zusätzlich noch weiteren Lesestoff.
Am 30. Juni 2026 wagen wir uns noch weiter in die Unbekannten des Weltraums vor. Gemeinsam mit der Astronautin Rabea Rogge und ehemaligen NASA-Chefwissenschafter und ETH-Professor Thomas Zurbuchen: Wie können wir das Weltall als Lebensraum erschliessen? Du kannst dabei sein beim ersten Quantensprung LIVE Event im Kaufleuten in Zürich. Tickets und weitere Informationen finden gibt es hier.
Transkript anzeigen
00:00:04: Das ist Quantensprung.
00:00:06: Ein Podcast über Forschung, die bewegt.
00:00:22: In der Nacht vom ersten auf den zweiten April startet eine Rakete am Weltraumbahnhof Cape Canaveral.
00:00:36: Hier beginnt die Artemis II Mission.
00:00:39: Zum ersten Mal, seit twohneunzehntzweiundsiebzig machen sich vier Astronauten auf den Weg zum Mond.
00:00:45: Dabei fliegen sie soweit von der Erde weg wie noch nie ein Mensch vor ihnen.
00:00:50: Atemist zwei ist erstmal eigentlich nur ein Testflug, der spätere Mission des Atemisprogramms vorbereiten soll.
00:00:56: In den Apollo-Mission so in den Sechzigern und Siebzigern da ging es ja ganz viel darum Flagen zu setzen Fußabdrücke zu setzen Und einfach sozusagen zeigen wir waren hier!
00:01:08: Da will die NASA noch viel, viel mehr.
00:01:20: Jetzt geht es wirklich darum Menschen dauerhaft auf den Mond zu bringen.
00:01:24: Deine Basis aufzubauen.
00:01:26: Die Menschen sollen dort leben, forschen, Ressourcen nutzen und dann können sie von dort aus auch weiter reisen, weiter hinaus ins All.
00:01:35: Letztendlich soll der Mond so eine Art Zwischenstopp sein auf dem Weg zum Mars.
00:01:56: und wie sie Realität werden.
00:02:08: Heute wollen wir wissen, was schützt die Astronauten im Weltall?
00:02:12: Damit hat sich meine Kollegin Anna Weber beschäftigt.
00:02:15: Sie schreibt bei der NCZ über Gesundheit, künstliche Intelligenz und den Weltraum Und heute ist sie mein Co-host.
00:02:22: Ich bin Lena Waldler Willkommen.
00:02:32: Jahre lang hat sich die Crew der Artemis II auf ihre Mission vorbereitet.
00:02:41: Dreiundfünfzig
00:02:42: Jahre nach der letzten Apollo-Mission kommen nun Kommandant Reed Wiseman, Pilot Victor Glover die Astronautin Christina Cook und der Astronaut Jeremy Hansen dem Mond zum Greifen nahe.
00:03:01: Wenn dieser Podcast erscheint sind die vier Astronauten schon fast wieder zurück auf der Erde und haben die zehn Tage Weltraummission hoffentlich wohl behalten überstanden.
00:03:11: In der Artemis II-Mission haben die Astronauten ja den Mond jetzt nur umkreist, das klingt vielleicht gar nicht so spektakulär aber man muss sich überlegen – die waren wirklich extrem weit von der Erde entfernt.
00:03:22: also so die ISS wo ja häufiger mal Astronautinnen fliegen dies ungefähr vierhundert Kilometer von der Erde entfernt.
00:03:30: Der Mond ist fast vierhunderttausend Kilometer weit entfernt.
00:03:35: Mit dieser Mission will die NASA eine spätere Mondlandung vorbereiten.
00:03:39: Das soll dann bei der Artemis IV-Mission in zwei Jahren passieren und der nächste Schritt ist, in den nächsten zehn Jahren wollen sie da so eine Art Basisstation aufbauen.
00:03:49: also da soll es dann ganz viele Mondrover geben und Unterkünfte sogar ein Industriekomplex wo Sie Sachen herstellen können.
00:03:58: Die
00:03:58: Artemis II leistet die Vorarbeit für weitere Forschungsmissionen und auch dafür im Weltraum irgendwann Geld zu verdienen, zum Beispiel mit Rohstoffen die auf dem Mond vermutet werden.
00:04:09: Deshalb müssen die Astronauten herausfinden wo wäre ein guter Landeplatz?
00:04:13: funktionieren alle Systeme im Raumschiff zuverlässig?
00:04:17: Und wie gut verträgt der menschliche Körper das All denn je weiter sich die Astronau von der sicheren Erdhülle aus Magnetfeld und Atmosphäre entfernen desto lebensfeindlicher wird es.
00:04:30: all Dort sind sie unsichtbaren, lautlosen und unvorstellbar schnell fliegenden Teilchen ausgesetzt.
00:04:38: Diese Teilchen dringen durch die Wände des Raumschiffs, Sie treffen auf die Körper der Astronauten, Sie töten Zählen, Sie schädigen das Erbgut – und Sie führen zu Krankheiten!
00:04:48: Wir haben ein Wort dafür….
00:04:50: Strahlung
00:04:51: Im All gibt es überall.
00:04:53: die galaktische kosmische Strahlinge Das sind Teilchen, die mit ganz viel Energie durchs All fliegen.
00:05:00: Also Teilchen heißt das sind so Atome eigentlich.
00:05:03: Das können zum Beispiel auch relativ schwere Atome sein, sowas wie Eisen und sie sind immer geladen.
00:05:08: Das sind also Ionen.
00:05:09: Genau damit beschäftigt sich Christoph Schouy.
00:05:12: Er ist Physiker am Teilchenbeschleuniger in der Nähe von Darmstadt.
00:05:16: Nicht jede Strahlung ist gleich schlecht für den Körper.
00:05:19: Es gibt Sachen, die sind effektiver darin Zellen zu töten Und es gibt Sachen die sind weniger effektiv.
00:05:24: da drin zählen zu töte Und hochenergetische Schwerion sind leider sehr effektiv darin, Zellen zu töten.
00:05:30: Diese Schwerionen, die mit so viel Energie durchs All fliegen, entstehen zum Beispiel bei der Explosion von Sternen und Supernovae und werden dann ins All geschleudert und sind meistens Jahrtausende oder Jahrhunderte oder Jahrmillionen da im All unterwegs ohne je irgendwas zutreffen.
00:05:50: Denn schließlich ist es all relativ leer!
00:05:53: Wenn die jetzt aber zum Beispiel einen Astronauten treffen, der zufällig gerade im All unterwegs ist dann können sie ganz schön schädlich sein.
00:06:00: Auch schon kleine Mengen von dieser Strahlung können unsere Zellen schädigen, können langfristig sowas wie Krebs auslösen auch unser Gehirn und unser Nervensystem schädigt machen Augenprobleme.
00:06:12: Und ganz generell wissen wir noch gar nicht so genau was alles noch Langzeitfolgen von dieser Strahlung sein könnten.
00:06:19: Auf der Erde schützen wir uns mit Bleiwesten gegen Röntgenstrahlen oder sperren radioaktives Material in Bunker aus Meterdicken, Beton und Stahl.
00:06:28: Aber solche dicken schweren Schutzschilde ins All zu bringen, das wäre wahnsinnig teuer!
00:06:33: Es muss ein anderes Material her.
00:06:36: Was man gerne als Shielding benutzt – und das macht mal auf den ISS in den Ecken wo die Astronauten schlafen?
00:06:42: Das ist PE.
00:06:43: PE steht für Polyethylen und das ist ganz einfach ein Plastik.
00:06:48: Das ist sogar der weltweit am häufigsten verwendete Plastikk, daraus kann man ganz viele verschiedene Dinge herstellen Folien Verpackungen für Essen Müllsäcke Und ganz oft sind eben auch Shampoo Flaschen da raus gemacht.
00:07:02: Wenn es also nur um Strahlenschutz ginge dann wäre es tatsächlich eine ganz gute Idee Astronautin in einer dicken Shampoflasche ins All zu schicken.
00:07:11: P.E.
00:07:12: schützt auf so eine bisschen unintuitive Art und Weise, und zwar hält es gar nicht unbedingt alle Strahlung von mir ab aber das macht sie weniger gefährlich.
00:07:20: Und zwar wenn so ein Schwerion auf das P.e.
00:07:23: trifft dann fragmentiert der Strahl sagt man.
00:07:27: Das heißt dieses große schwere Teilchen das zerbricht effektiv in mehrere kleinere leichtere Teilche und diese leichteren Teilchen die könnten an den Astronauten zum Beispiel treffen.
00:07:39: Jetzt trifft den Astronauten also sogar eigentlich mehr Strahlung, mehr Teilchen.
00:07:43: Aber diese leichteren Teilchen sind viel weniger gefährlich als die schweren Teilchen, sodass das insgesamt trotzdem für den Astronau dann gesünder
00:07:50: ist.".
00:07:52: Das Raumschiff der Artemis II ist aber nicht mit einem solchen Plastik-Schutz ausgestattet – anders als die ISS!
00:07:59: Und dass obwohl die internationale Raumstation schon allein wegen ihrer Nähe zur Erde so schon ein bisschen geschützt ist….
00:08:06: Die Crew der Artemis dürfte die Zeit im All aber trotzdem unbeschadet von der galaktischen kosmischen Strahlung überstehen, denn sie sind ja gerade mal zehn Tage im All.
00:08:17: Doch es gibt noch eine andere Strahlung da draußen – eine, die viel stärker ist, die unvorhersehbar auftritt, die ohne Schutz zu schwerer Strahlenkrankheit und sogar zum Tod führen könnte… Und die wir auf der Erde als wunderschönes Naturspektakel bewundern!
00:08:33: Wir sind gleich
00:08:34: zurück...
00:09:09: Integrity Crew.
00:09:22: Tag sechs der Reise um den Mond.
00:09:24: Gleich wird die Kommunikation zur Bodenstation für gute vierzig Minuten abbrechen, weil die Crew um die Rückseite des Mondes herumfliegt.
00:09:33: Doch zuvor brechen die Astronauten bei Artemis II noch einen Rekord Sie sind nun weiter von der Erde entfernt, als je ein Mensch vor
00:09:41: ihnen.
00:10:00: Die Crew fordert diese und kommende Generationen an Astronauten heraus – sie sollen noch weiter in den Weltraum vordringen!
00:10:19: Astronautinnen, die sich auf diese Reise wagen und noch länger im All bleiben müssen sich nicht nur vor der ständigen kosmischen galaktischen Strahlung schützen sondern auch vor einer besonderen Sorte Strahlung von der Sonne.
00:10:32: Die Sonnenerruption sind hochenergetische Protonen.
00:10:35: mit denen kann man Krebsphärapie machen!
00:10:37: Die Strahlungen der Sonnene wird ausgelöst durch sogenannte Sonnenstürme oder Sonnen-Eruptionen wie Christoph Schuys sie nennt... Und diese Strahling hat absolut nichts mit den Sonnenstrahlen gemeinsam, die auf der Erde ankommen und uns das Gesicht wärmen.
00:10:51: So jetzt kann man sich vorstellen wenn ich in einem Raumschiff sitze es kommt eine Sonderoption und da kommen exakt die Teilchen raus wie man nehmen würde um Krebs zu zerstören.
00:11:01: Bei nem Sonnenstrom, da schleudert die Sonne Unmengen von Teilchen mit ganz viel Energie ins All hinaus.
00:11:07: Diese Teilchen haben weniger Energie und sind auch viel leichter als die Teilche die wir eben in der galaktisch-kosmischen Strahlung gesprochen haben.
00:11:15: Aber es sind halt viel, viel mehr auf einmal.
00:11:19: Und deswegen kann die strahlen Dosis bei so einem Sonnensturm extrem hoch sein.
00:11:24: Hier auf der Erde sind wir ziemlich gut geschützt und zwar einmal durch unser Magnetfeld und durch die Atmosphäre.
00:11:29: Das Magnetfelt lenkt diese geladenen Teilchen ab und dann kommen sie schon nur an den Polen überhaupt an der Erde an.
00:11:37: Dort werden Sie in unserer Atmosfere ordentlich abgebremst – so sehr dass die Atmose selber sogar zu glühen und zu leuchten anfängt!
00:11:45: So entstehen Polarlichter.
00:11:48: Aktuell kommen ziemlich viele, ziemlich starke Sonnenstürme vor auf der Sonne und deswegen sehen wir aktuell Polarlichte ab und zu sogar bei uns in unseren Breiten geraten.
00:12:00: Für die Astronauten ist das natürlich aber ein Problem.
00:12:02: Die wollen oft gar keinen Fall dass gerade während ihrer Reise ein schwerer Sonnenstrom auftritt Denn diese Strahlung wäre extrem schlecht für ihren Körper.
00:12:10: Also wenn sie der ungeschützt ausgesetzt wären, dann würden Sie wirklich so die akute Strahlenkrankheit bekommen und daran innerhalb kürzester Zeit versterben.
00:12:20: Obwohl die Stürme aktuell besonders häufig vorkommen – und wir nicht vorhersagen können, wann sie passieren – hat Artemis II auch hierfür keinen extra Strahlenschutz!
00:12:31: Bei ATEMIS II ist das Schutzkonzept für einen Sonnensturm ein ziemlich improvisierter Bunker.
00:12:38: Also die Astronauten hätten ungefähr so eine Stunde Zeit, um sich vorzubereiten bevor die Strahlung bei ihnen ankommt.
00:12:44: In derzeit hätten sie alle ihre Vorräte, all ihr Equipment, so um sich herum anordnen müssen.
00:12:49: Es sieht so ein bisschen aus wie eine Kissenburg, die Sie dann gebaut hätten.
00:12:54: Und dann haben sie zwei kleine Lagerbuchten im Boden von ihrer Raumkapsel.
00:12:58: Die sind nur so ungefähr sechzig Zentimeter mal, neunzig Zentimetern und neunzig Zentimetertief.
00:13:04: Da müssen pro Lagerbuch nachher zwei Astronauten rein!
00:13:08: Also man kann sich vorstellen die müssen sich da wirklich in eine neu geborene Stellung rein hocken, Knie an die Brust angezogen, Rücken an Rücken, zwei Astronaute pro Bucht... Und müssen sich dann sogar noch so ein Päckchen von ihrem Gepäck auf den Kopf setzen, damit sie auch von oben geschützt sind.
00:13:24: Die nutzen also wirklich statt einem Strahlenschild der extra dafür gemacht ist einfach alles was Sie an Material dabei haben um möglichst viel zwischen sich und diese Strahlung zu bringen.
00:13:36: Stand Donnerstagabend
00:13:38: wurde
00:13:38: die Artemis II Crew von einem Sonnensturm verschont – zum Glück!
00:13:42: Denn sonst hätten sie die letzten Stunden ihrer Reise in genau diese Haltung verbringen müssen.
00:13:47: Und das ist wahrscheinlich ziemlich langweilig, weil Sie von dort aus gar nichts mitbekommen werden von diesem Sturm!
00:13:54: Sie wissen nur – Sie haben die Nachricht bekommen – dass es gerade gefährlich ist aber Sie würden diese Teilchen, die auf Sie einfresseln, wahrscheinlich weder hören noch spüren?
00:14:04: Vielleicht würden Sie ab und zu so einen kleinen Lichtblitz in Ihrem Auge sehen wenn ein Teilchen gerade zufällig ihre Netzhaut trifft….
00:14:11: Zukunftige Raumfahrer können sich aber nicht auf dieses Glück verlassen.
00:14:15: Denn die Strahlung ist nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern auch für die Computer.
00:14:20: Elektronik mag Strahlungen jetzt auch nicht.
00:14:23: und jetzt kann man sich sagen ja gut dann stürzt denen ihr Computer halt mal ab?
00:14:27: Das Problem ist wenn der Computer das ist was deine Beatmung steuert also den Sauerstoffzufuhr, dann darf der Computer nicht abstürzen!
00:14:34: Und deshalb wird noch an weiteren Strahlenschutztechniken geforscht Zum Beispiel an der Universität Gendt in Belgien.
00:14:48: Manor Minzar und Lenni van Deyle tüfteln daran, Astronauten im All zu schützen.
00:15:03: Sie entwickeln Materialien für Raumschiffe und Raumanzüge Und noch eine Idee haben die beiden Forscher.
00:15:09: Eine Art Hightech-Wolfzelt soll Astronauten vor der Strahlung eines gefährlichen Sonnensturms schützen.
00:15:26: Das Material, das die Astronautin schützen soll ist Wasser.
00:15:37: Wasser ist ein guter Schutz, weil sehr viel Wasserstoff drin steckt.
00:15:40: Also ein Wassermolekül besteht hier aus zwei Wasserstoffatom und einem Sauerstoffatom.
00:15:45: Und Wasserstoff ist das kleinste Teilchen!
00:15:48: Das bedeutet wenn ich in so einen Material ganz nah ransoome... Wenn da viele kleine Teichen drin sind dann sind auf der gleichen Fläche mehr Teilchen Und das ist der entscheidende Faktor.
00:16:00: Wenn viele Teilchen auf der gleichen Fläche sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein super schnelles Teilchen, das da durchflitzt, auf irgendwas drauf trifft und wenn es auf irgendetwas drauf trifst, kann's auch abgehalten werden.
00:16:11: Aus dem gleichen Grund ist übrigens auch Plastik ein ziemlich guter Schutz denn da ist auch ziemlich viel Wasserschoff drin.
00:16:18: Nun haben vermutlich die meisten von euch schon einmal ein Video gesehen in dem Astronauten auf der ISS Wasser ausleeren.
00:16:25: Was passiert?
00:16:26: Es schweben überall kleine Wassertröpfchen in der Luft herum.
00:16:31: Das sieht lustig aus, wäre aber für ein Wasserstrahlen-Schutzschild ein absoluter Albtraum!
00:16:44: Deshalb soll das Wasser in einem sogenannten Hydrogel gebunden werden.
00:16:49: Ein Hydrogel ist einfach ein Material, das sehr viel Wasser aufnehmen kann ohne sich gleich aufzulösen.
00:16:55: Das klingt jetzt irgendwie kompliziert aber wir kennen eigentlich Hydrogele selber sehr gut!
00:17:00: Wir haben die wahrscheinlich sogar in der Küche schon mal selber hergestellt.
00:17:03: Zum Beispiel ist Pudding so ein Hydrogil.
00:17:06: Also wenn man zum Beispiel Pudding kocht dann gibt man ja am Anfang das Puddingpulver in die Milch Und in dem Pulver sind ganz, ganz viele Moleküle Maisstärke drin.
00:17:14: Jetzt erhitzt man die Milch und damit auch die Maisstärke und kühlt sie später wieder ab.
00:17:19: Während diesem Prozess verbinden sich diese einzelnen Molekülestärke und bilden ein ganz großes dreidimensionales Netz – alle ganz durcheinander!
00:17:28: Und in diesem Netz wird das Wasser quasi so gefangen.
00:17:31: Also, dass kann mehr oder weniger Wasser aufnehmen.
00:17:34: Das kann sehr wobbelig sein oder ziemlich fest und da kann man eben mit rumspielen, je nachdem welche Ausgangsmoleküle man benutzt.
00:17:42: Im Gegensatz zu Plastik oder gar Blei-, Beton- oder Stahl ist ein Hydrogel viel leichter und viel flexibler wie eben Pudding oder auch Kontaktlinzen.
00:17:52: Und schon eine einen Zentimeter.
00:17:54: die Kischicht kann Strahlung deutlich verringern Und Wasser hat noch einen Vorteil.
00:18:03: Die Astronauten müssen es sowieso mitnehmen.
00:18:06: Im Idealfall können Astronautinnen in Zukunft das Wasser bei Bedarf nutzen und wenn ein Sonnensturm auftritt, wird daraus ein Schutzschild.
00:18:21: Manominsart und Lennifandale hoffen, dass ihre Forschung nicht nur im All sondern auch auf der Erde zum Einsatz kommt.
00:18:28: Zum Beispiel während Krebstherapien.
00:18:47: Zurück zu Artemis II Crew.
00:18:50: Die landet in den nächsten Tagen wieder auf der Erde und damit ist sie auch wieder gut geschützt vor dem All.
00:18:56: Die letzte große Herausforderung für diese Crew wird nun der Wiedereintritt in die Atmosphäre der Erde.
00:19:02: Dann wird sich das Raumschiff auf zwei tausend siebenhundertsechzig Grad Celsius erhitzen.
00:19:08: Hoffen wir, dass der Hitzeschutz nicht so improvisiert wurde wie der Strahlenschutz.
00:19:16: Anadi Artemis II Mission ist ein großer Schritt zurück zum Mond und auch zu einer permanenten Mondbasis.
00:19:25: Wären denn dann am Mond die Menschen und deren Technik vor der Strahlung geschützt?
00:19:32: Nein, leider überhaupt nicht.
00:19:34: Also die Erde schützt uns ja nur weil sie ein Magnetfeld hat und eine Atmosphäre – und der Mond hat das beides nicht!
00:19:42: Die galaktische Strahlung und auch die Strahlungen von der Sonne kommen auf den Mond völlig ungehindert an.
00:19:47: Das heißt diesen Strahlenschutz müssen Sie wirklich lösen um da permanent zu leben und arbeiten.
00:19:53: Was gibt es denn da für Ideen, um dann diese Mondbasis auch gut genug zu schützen?
00:19:58: Wahrscheinlich wird's darauf hinauslaufen dass man ganz viele verschiedene Schutzmechanismen benutzt.
00:20:03: Also man wird vielleicht versuchen die Astronauten in Höhlen oder in Tunneln schlafen zu lassen.
00:20:09: Das Mondgestein ist zwar nicht der beste Strahlenschutz aber du kannst metadicke Wände damit machen und das können wir mit keinem Material das wir von der Erde mitbringen müssen.
00:20:20: Dann zum Beispiel für Raumanzüge, in denen die Astronauten rumlaufen sollen.
00:20:25: Wer vielleicht so ein Hydrogelende gute Lösung?
00:20:27: Weil der Raumanzug flexibel bleiben muss und um einen Mond Rover zu schützen bracht es dann wahrscheinlich nochmal eine andere Lösung.
00:20:34: Am Ende wird aber immer ein Restrisiko bleiben.
00:20:36: Eine Astronautin zu sein ist einfach... Gefährlicher Job.
00:20:39: Ja, auf jeden Fall!
00:20:40: Ich meine sie sind ja gerade effektiv auf einer riesigen Explosion ins All geflogen.
00:20:45: also risikofrei wird das nie.
00:20:47: und am Ende ist es immer eine Abwägung zwischen der Sicherheit der Astronauten und des Equipments und der Geschwindigkeit mit der man diese Mission auf den Weg bringen kann den Kosten die dabei entstehen.
00:20:57: deswegen hat man sich jetzt bei Atemist II auch für diese ziemlich improvisierte Shielding-Lösungen entschlossen wo Sie einfach ihr Gepäck nutzen Space Race, dass jetzt das halt wirklich schnell gehen muss und man kann sich vielleicht auch nicht leisten Dinge so überzuoptimieren.
00:21:16: Das Space Race – das Race to the Moon.
00:21:18: du hast es gerade angesprochen!
00:21:20: Die USA wollen zurück zum Mond.
00:21:22: China möchte zum ersten Mal zum Mond.
00:21:24: Ich frage mich dort auch Muss denn die USA unbedingt noch einmal beweisen Dass sie zum Mond fliegen kann?
00:21:31: Sie hat's ja schon mal geschafft vor Jahrzehnten
00:21:34: Das stimmt natürlich, aber es geht ja jetzt schon um etwas ganz ganz anderes.
00:21:38: Der Plan so eine Basis dort aufzubauen ist schon sehr viel ambitionierter als der Plan einfach eine Fahne einzustecken und die NASA sieht das wirklich auch als ein notwendiger Zwischenschritt langfristig um dann den Mars zu erreichen.
00:21:52: Und China hat ja ganz ähnliche Pläne, die peilen aktuell an bis zu zwanzig dreißig zum ersten Mal Astronauten auf den Mond zu bringen.
00:22:00: Die USA plant es für zwanzich achtundzwanzig.
00:22:03: also sie möchten unbedingt vor China dort landen.
00:22:07: Es wäre für die USA schon wirklich ein ziemlicher Gesichtsverlust wenn China das vor ihnen schaffen würde.
00:22:12: Das heißt Sie haben nicht so viel Luft ihre Plänen zu verzögern und nach hinten zu verschieben Wenn sie das erreichen wollen.
00:22:19: Also am Ende haben beide ein Ziel.
00:22:21: Der Mensch soll zu einer interplanetaren Spezies werden, also der Mensch soll auf dem Mond wohnen, soll forschen auf den Mars, soll in die Weiten des Universums fliegen.
00:22:32: Anna was fehlt denn noch damit das gelingen kann?
00:22:36: Da fehlt natürlich noch eine ganze Menge, also es wird an allen Ecken und einen geforscht und weiterentwickelt.
00:22:42: Es müssen neue Raketen gebaut werden, es braucht Lander die auf dem Mond landen können, auf den Mars landen kann.
00:22:47: Am besten alles wiederverwendbar damit eben die Kosten nicht so absurd in die Höhe steigen.
00:22:52: das ist extrem wichtig wenn man immer und immer wieder irgendwo hinfliegen will um da eben etwas größeres aufzubauen.
00:22:59: Und auch das Thema Gesundheit von Astronauten und diese Sicherung der Systemeverstrahlung, das ist schon ein großes Thema.
00:23:06: Das merkt man daran dass zum Teil tatsächlich diskutiert wird ob man langfristig genetische Veränderungen entwickeln müsste die Astronauten auf der genetischen Ebene resistenter gegen Strahlung zu machen, damit sie langfristig solche zum Beispiel jahrelangen Missionen auf den Mars überhaupt aushalten könnten.
00:23:27: Danke dir Anna!
00:23:28: Vielen Dank Lena!
00:23:30: Übrigens – am dreißigsten Juni-Zweitausendsechsundzwanzig wagen wir uns noch weiter in die Unbekannten des Weltraums vor.
00:23:38: Gemeinsam mit der Astronautin Rabéa Rogge und dem ehemaligen NASA-Chefwissenschafter und ETH-Professor Thomas Zurbuchen.
00:23:46: Mit ihnen werde ich darüber sprechen, wie können wir das Weltall als Lebensraum erschließen?
00:23:51: Und ihr könnt dabei sein beim ersten Quantensprung-Life-Event im Kaufleuten in Zürich.
00:23:56: Tickets und Infos findet ihr in den Show Notes!
00:24:05: ein Podcast über Forschung, die bewegt.
00:24:15: Ich bin Lena Waldle und wir hören uns wieder nächste Woche!
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