Mini-AKW: Neue Reaktoren versprechen ein Comeback der Kernenergie

Shownotes

Vier Jahrzehnte nach der Katastrophe von Tschernobyl erlebt die Kernkraft eine Renaissance. Angesichts steigender Energiepreise, des Klimawandels und geopolitischer Instabilitäten rücken neue Technologien wie Small Modular Reactors (SMR) in den Fokus der Wissenschaft und Politik.

Eine neue Ära der Kernenergie bricht an und in dieser Folge von Quantensprung wollen wir wissen, wie sie funktioniert. CO2-arm, sicher und grundlastfähig – das sind die Versprechen der Kernenergie. Wir beleuchten den technologischen Sprung von klassischen Druckwasserreaktoren hin zu innovativen Konzepten der vierten Generation, die mit flüssigem Natrium gekühlt werden und sogar Atommüll wiederverwerten könnten. Dabei blicken wir kritisch auf die wirtschaftlichen Herausforderungen, die Frage der Endlagerung und das Risiko der Proliferation.

Host: Lena Waltle, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Christian Speicher, NZZ-Wissenschaftsredaktion

In dieser Folge hörst du ausserdem:

  • Andreas Pautz, Leiter des Zentrums für Nukleare Technologien am Paul-Scherrer-Institut
  • Annalisa Manera, Professorin an der ETH-Zürich

Produktion: Antonia Moser

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Transkript anzeigen

00:00:04: Das ist Quantensprung.

00:00:06: Ein Podcast der NCZ über Forschung, die bewegt.

00:00:12: Der Ölpreis

00:00:13: ist auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten

00:00:16: geklettert.

00:00:20: Der Krieg im Nahen

00:00:21: Osten hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Rohstoffmärkte

00:00:25: ...

00:00:26: Seit über einem Monat beschäftigt eine mehr enge Die Welt – weil sie gesperrt ist!

00:00:31: Durch diese thirty-three Kilometer breite Straße von Hormos werden zwanzig Prozent des weltweiten Erdölbedarfs verschifft und große Mengen Erdgas für die Düngerproduktion und zur Stromerzeugung gleich mit.

00:00:45: Die fehlen nun!

00:00:46: In Südostasien mangelt es an Gas zum Kochen, in afrikanischen Ländern herrscht Sorge um die Lebensmittelsicherheit – in Europa steigen die Spritpreise und bald auch die Stromrechnungen.

00:00:57: Immer wieder hören wir den Vergleich zum Ölschock in den Neunzehnten.

00:01:14: Die Ölkrise ließ damals auch eine andere Energiequelle boomen – die Atomenergie!

00:01:31: Kernkraft war der Hoffnungsträger.

00:01:34: Und viele der Argumente lassen sich eins zu eins auf heute übertragen, das Versprechen von CO-zweiarmer Energie quasi unerschöpflich bei Tag und bei Nacht, unabhängig von Wetter und unabhängig von Ressourcen anderer Länder – es wirkte wie die perfekte Energiequelle!

00:01:53: bis zum XXVI.

00:01:55: April, in dem sowjetischen Kernkraftwerk Chernobyl ist es offenbar zu den gefürchteten

00:02:02: Gau gekommen.

00:02:06: Atomkatastrophe bei Kiew – ein Reaktor brennt.

00:02:10: bisher noch keine Klarheit über die Art des Unfalls.

00:02:13: Chernobyl war der Anfang vom Ende des Kernkraftbooms.

00:02:18: Protestbewegungen, die bereits in den Siebzigern angefangen hatten, wurden immer lauter Proteste gegen Endlage, gegen die Kraftwerke selbst.

00:02:25: Sie seien zu gefährlich, zu teuer und langsam im Bau.

00:02:29: Doch nun bahn sich eine Renaissance der Kernkraft an – kleine Atomkraftwerke!

00:02:34: Und neue Technologien sollen sicherer und günstiger sein.

00:02:38: Sie könnten die Versprechen von damals doch noch einlösen.

00:02:43: Das ist Quantensprung, ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der MCZ.

00:02:47: Wir prüfen Ideen aus der Wissenschaft, die unser Leben verändern

00:02:51: Und

00:02:51: wie aus der Forschung Realität werden könnte.

00:02:54: Vierzig Jahre nach Cernobyl bricht eine neue Ära der Kernenergie an und wir wollen wissen, wie sie funktioniert.

00:03:02: Das kann niemand besser einordnen als mein Kollege und Co-host Christian Speicher.

00:03:06: Er ist Physiker und schreibt bei uns im Team über Teilchenphysik und Energie.

00:03:10: Ich bin Lena Waldler – willkommen!

00:03:13: Wir werden in Zukunft mehr Elektroautos auf den Straßen haben.

00:03:16: Durch den Klimawandel brauchen wir mehr Klimaanlagen, die laufen mit Strom.

00:03:21: Rechenzentren brauchen Strom – alles ist abhängig von Strom!

00:03:25: Was heute anders ist, ist der Energiemix.

00:03:27: In den neunzehnhunderts, siebziger und achtziger Jahren kamen der Strom vor allem aus großen Kohlekraftwerken.

00:03:35: Heute gewinnen die erneuerbaren Energien immer mehr an Bedeutung, Sonne, Wind und Wasser.

00:03:40: Und zumindest bei Sonne und Wind sind das keine stetigen Energieformen, die sind Schwankungen unterworfen.

00:03:48: Die Stromproduktion ist auch dezentraler geworden durch Erneuerbare Energien.

00:03:52: Wenn die Kernenergie da noch eine Chance haben will oder einen Platz haben will, muss es sich an diese neuen Gegebenheiten anpassen.

00:04:00: Mein Kollege Christian erinnert sich... In den Achtzigerjahren wurden die Kernreaktoren immer größer und grösser gebaut.

00:04:07: Die Herausforderung war damals mit Kohle-und-Gast zu konkurrieren,

00:04:10: sagt Andreas Pauts vom Paul Scherer Institut in der Schweiz.

00:04:14: Und entsprechend hat man damals festgestellt, ihr konntet nie auf Scale.

00:04:18: Man muss die Anlagen immer größermachen damit sie höre womit Kohle und Gastkonkurrenzfähig sind.

00:04:23: Pautz leitet das Zentrum für nukléare Technologien und Wissenschaften.

00:04:27: Heute konkurrierbar mit Wind und Solar Und für mich ist das wirklich dieser ganzen Paradigmenwechsel, der da stattfindet.

00:04:33: Auf Kernkraft zu verzichten?

00:04:35: Diesen Luxus könne sich die Welt nicht leisten, sagt die ETH-Professorin Annalisa Manera.

00:04:49: Das scheint auch in der Politik angekommen zu sein.

00:04:51: Zwanzig Staaten wollen ihre Kernkräftkapazitäten verdreifachen – und zwar bis zum Jahr.

00:04:58: Sie sorgen sich stärker um die Energiesicherheit als um die Risiken der Atomkraft.

00:05:14: Nach dem Reaktorunfall von Fukushima, wenn man über Kernenergie gesprochen hat ging es vor allem um Sicherheitsaspekte.

00:05:21: Heute würde ich sagen diskutiert man wieder mehr darüber ob die Kernenergie eine Chance oder sogar eine Notwendigkeit sein kann.

00:05:30: Einer der Gründe ist sicherlich der Klimawandel, ein anderer Aspekt ist die Energiesicherheit.

00:05:35: gerade der Iran Krieg führt uns jetzt wieder vor Augen wie abhängig wir von Gas sind und ich finde es schon bezeichnend dass eine Politiker wie Frau von der Leyen die Präsidentin der Europäischen Kommission ist das sie öffentlich sagt dass der Rückzug aus der Kernenergy in Europa ein strategischer Fehler war.

00:06:09: Es ist also sehr teuer neue Kernkraftwerke zu bauen.

00:06:12: Und da ist man jetzt auf die Idee gekommen, dass der Einstieg oder der Wiedereinstieg in die Kernenergie vielleicht besser gelingen kann wenn man erstmal kleine modulare Reaktoren baut.

00:06:22: Ein solches Kernkraftwerk wird derzeit in Darlington, Kanada errichtet.

00:06:26: Es soll kleiner sein, flexibler und schneller gebaut werden – und zwar von der amerikanisch-japanischen Firma GE Venova Hitachi.

00:06:35: Ein Erster Reaktor sollte im Jahr twohundertdreißigem Betrieb gehen!

00:06:39: Und sollte sich die Technologien Kanada bewähren, könnten solche Kraftwerke auch in Europa entstehen?

00:06:48: Das handelt sich um einen Druckwasserreaktor der dritten Generation Dritte Generation, das ist sozusagen die modernste Generation von Kernkraftwerken, die es gibt.

00:06:57: Die wird seit den neunzehntneinziger Jahren gebaut und Druckwasserreaktor heißt dass dieser Reaktor mit Wasser gekühlt wird.

00:07:04: Das heißt, die Energie, die bei der Spaltung von Urankernen freigesetzt wird erwärmt das Wasser.

00:07:11: dieses Wasser erwärmt sich erhitzt sich auf drei hundert Grad ungefähr und treibt dann eine Dampfturbine an und so entsteht Strom

00:07:18: sind halt alles eben wie ich immer so etwas desperativ sage Wasserkocher.

00:07:22: Das ist das Prinzip fast aller Kernreaktoren, die heute in Betrieb sind.

00:07:26: Und das würde auch für diesen neuen Kernreakter gelten, der dort in Darlington gebaut werden soll.

00:07:32: Eine Besonderheit von diesem Reaktor ist dass er passiv gekühlt wird.

00:07:37: Bei älteren Reaktoren, der zweiten Generation ist es oft so, dass die Kühlung abhängig davon ist, dass ich eine Stromzufuhr habe.

00:07:45: Wenn die Stromzufuer abbricht, dann bricht auch die Kühlung zusammen und das kann in einem Notfall sehr gefährlich sein.

00:07:51: Das ist genau das was in Fukushima passiert ist weil da sind die Notstromaggregate nach dem Tsunami ausgefallen und der Reaktor konnte nicht mehr gekühlt werden.

00:08:00: Ein Unverwähnt Chernobyl oder in Fukushima soll so verhindert werden.

00:08:04: Die neuen Reakturen sowie deren Darlinken haben aber auch noch andere Eigenschaften.

00:08:10: Der wesentliche Unterschied zu den heutigen Reaktoren der dritten Generation ist, dass er kleiner ist.

00:08:16: Er hat halt eine Leistung von dreihundert Megawatt.

00:08:19: Das ist deutlich weniger als die heutigen Reaktoren.

00:08:22: Zum Beispiel zum Vergleich das Kernkraftwerk in Gösken, in der Schweiz hat eine Leistung von einem Gigawatt ungefähr also tausend Megawatt.

00:08:30: Das ist ungefähr dreimal so viel wie der Reaktor, der dort in Darlingen gebaut werden soll.

00:08:35: Außerdem lassen sich diese kleinen Modularenreaktoren an und ausschalten –

00:08:39: z.B.,

00:08:40: wenn genügend Sonnen- und Windstrom zur Verfügung steht.

00:08:43: dann nimmt man sie einfach vom Netz.

00:08:45: Der größte Vorteil dieser kleinen Anlagen ist aber ein wirtschaftlicher.

00:08:48: Man scheut natürlich heute Investoren einfach vor diesen riesigen Investitionen zurück und wir haben es da gesehen, also eine sechzelne Megawatt-Anlage wie der EPR in Finnland kostet man eben mal schnell zwölf, elf, zwölfen Milliarden und wenn alles aus dem Ruder läuft auch mal zwanzig Milliarden.

00:09:02: das ist eine enorme einmalige Investition die man halt eben zu Anfang auf den Tisch legen muss.

00:09:08: Ein kleines Kernkraftwerk würde so um die vier Milliarden Dollar kosten.

00:09:12: Das heißt aber noch nicht, dass auch der Strom daraus automatisch günstiger wäre.

00:09:17: In der Vergangenheit sind da eher zu optimistische Vorhersagen gemacht worden, das der Preis pro Kilowattstunde sehr niedrig sein kann.

00:09:29: Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass die kleinen modularen Reaktoren das der Strom pro Kilowattstunde teurer als der durch Sonne oder Wind hergestellt wird.

00:09:39: Können sie trotzdem eine Nische finden?

00:09:42: Weil man braucht hier irgendwas was die Schwankungen der erneuerbaren Energien ausgleicht und das können Gaskraftwerke sein produzierend CO-Zwei aber das können eben auch kleine modulare Reaktor sein.

00:09:54: Und dann ist man vielleicht gewillt in Kauf zu nehmen, dass dieser Ausgleich diese Stabilisierung des Netzes halt etwas teurer wird.

00:10:05: Bisher gibt es solche kleinen modularen Kraftwerke nur in Russland und China.

00:10:10: In Europa könnten die ersten Small Modular Reactors frühestens in den Zwei-Tausend Dreißigern ans Netz gehen.

00:10:17: Dabei findet Andreas Pautz...

00:10:18: Das ist kein Hexenberg eigentlich, das ist für mich sogar fast zu wenig revolutionär.

00:10:23: Das ist eigentlich das gleiche Zeug was wir früher gemacht haben.

00:10:26: Es ist schon fast trivial eigentlich deine Annahmen zu bauen.

00:10:28: man kann jeden Reaktor kleiner bauen.

00:10:30: Es sollte eigentlich keine große technische Herausforderung sein.

00:10:33: Die Technologie ist sehr gut erprobt, das heißt aber auch dass die Probleme und Herausforderungen die große Kernkraftwerke haben – auch für die Kleinen gelten!

00:10:42: Also wenn ich mir das einzelne Modul anschaue dann produziert da sicherlich weniger Atommüll als ein großes Kernkraftwerk, aber das ist natürlich nicht der faire Vergleich.

00:10:50: Ich muss ja vergleichen gleiche Leistung also.

00:10:53: ich müsste dann zum Beispiel vergleichend produzieren fünf Kernkraft Werke mit dreihundert Megawatt Genauso viel Atommüll wie ein großes mit eine Hundert Megawatt.

00:11:03: Und nach allem, was man heute weiß sind die Mengen an Atommüll vergleichbar.

00:11:07: Analyser-Manera von der ETH Zürich hat uns das mal vorgerechnet.

00:11:25: Bisher hat die Schweiz in sechszig Jahren ungefähr tausend Fünfhundert Kubikmeter Atommüll produziert.

00:11:30: Damit könnte man zwei Einfabilienhäuser füllen, sagt sie.

00:11:38: Das Atom-Müll-Problem könnten kleine modulare Reaktoren der vierten Generation lösen.

00:11:44: Eine solche Anlage entsteht derzeit im amerikanischen Gliedstaat Wyoming In einer Kohle statt namens camera Und sogar für Wyoming-Verhältnisse ist die ziemlich abgelegen.

00:11:55: Dort baut der Startup Terrapower, eine ganz neue Art von Countkraftwerk – mithilfe eines äußerst bekannten Gründers.

00:12:16: But most plants today are based on designs from half a century ago.

00:12:20: Bill Gates gründete Terrapower bereits im Jahr two thousand

00:12:22: eight.

00:12:23: The question that I asked a lot of

00:12:27: smart

00:12:27: physicist friends around two-thousand.

00:12:30: was, is there new way to do reactors?

00:12:34: Heraus

00:12:34: kam ein Reaktor der Stadt mit Wasser und mit Natrium gekühlt wird.

00:12:47: transportiert die Wärme so gut ab wie Natrium?

00:12:50: Natrium kann sehr viel Wärmer aufnehmen.

00:12:52: D.h.,

00:12:52: der Reaktor muss gekühlt werden und Natrium können diese Wärmen aufnehmen, ohne dass es anfängt zu verdampfen.

00:12:58: Das ist das Problem bei den wassergekühlten Reaktoren.

00:13:01: Das Wasser erhitzt sich ja schnell, fängt an zu verdampfen und deswegen muss ich sie unter Druck setzen damit das Wasser flüssig bleibt.

00:13:09: Weniger Druck macht die Anlage erst mal sicherer – und effizienter!

00:13:13: Denn diese Reaktoren können den Brennstoff viel besser verwerten.

00:13:18: In den heutigen Reaktorn dient das Wasser nicht nur dazu, den Reaktor zu kühlen sondern es bremst auch die Neutronen, die bei der Kernspaltung entstehen ab.

00:13:27: Man sagt aus den schnellen Neutrohnen, die eigentlich bei der Kernspaltung entstehen, entstehen thermische Neutrons und diese thermischen, d. h. langsamen Neutonen, die spalten dann die Uranatomkerne.

00:13:39: Die schnellen Neutronen, die aus dem Reaktor zum Beispiel von Terrapower kommen schnelle Neutrohnen raus und werden nicht moderiert weil da gar kein Wasser drum herum ist.

00:13:48: Und im Prinzip können sie nicht nur das Uran- twohundertfünfundreißig spalten was in so einem Reaktort drin ist sondern es können zb auch Plutonium und andere Sachen die sich in so einem Reaktore befinden.

00:14:00: Andere Radionuclide auch spalten.

00:14:03: So

00:14:03: entsteht auch weniger Atommüll

00:14:05: Atomüll der übrig geblieben ist, dass man den aufbereitet wieder in so einen Reaktor der vierten Generation als Brennstoff reintut und dadurch vielleicht unschädlicher macht.

00:14:16: Zum Beispiel Plutonium oder andere langlebige Radienokliäde gespalten werden und das was dann übrig bleibt muss dann vielleicht nicht mehr über hunderttausend Jahre aufbewahrt werden in einem Endlager sondern vielleicht nur noch Zehntausend oder hundert Jahre.

00:14:31: Das ist die Idee, dass der Kernbrennstoff oder der Müll, der übrig bleibt weniger schädlich ist.

00:14:36: Nahtemgekühlte Reaktoren klingen doch erst mal recht vielversprechend?

00:14:41: Wenn es nicht den einen entscheidenden Nachteil hätte, dann können sie auch aus dem Chemie unterrichtet, das ist halt bei Wasser- oder Luftkontakt anfangen zu brennen

00:14:48: und ein... Anderer Nachteil ist, dass jetzt zumindest der Terrapower-Reaktor, der braucht Uran.

00:14:56: Was höher angereichert ist als das Uran in den heutigen Kernkraftwerken.

00:15:00: Heute reichert man das Uran.

00:15:04: Uranisotop, was gespalten werden kann auf drei bis fünf Prozent an.

00:15:09: Der Terrapower bräuchte zwischen fünf und zwanzig Prozent angereichertes Uran.

00:15:14: Und angereichtetes Uran hat man natürlich nicht so gerne weil es auch dann wieder näher an der Waffenfähigkeit dran ist.

00:15:21: Nähe an der waffenfähigkeiten heißt zum glück noch nicht dass dieser Reaktor den Rohstoff für Atomwaffen baut.

00:15:27: Aber es ist tatsächlich gerade bei den neuartigen Reaktorkonzepten, das nennt man Proliferation.

00:15:33: Also wie groß ist die Gefahr, dass dieser Brennstoff in falscher Hinde gerät und daraus Waffen hergestellt werden können?

00:15:39: Die ist natürlich gegeben.

00:15:41: Gut!

00:15:42: Dass noch ein ganz vielen anderen Konzepten geforscht wird.

00:15:45: Statt, dass man als Kühlmittel statt Natrium zum Beispiel Blei verwendet dann gibt es sogenannte Flüssigsalzreaktoren.

00:15:52: Das ist ein ganz anderes Konzept.

00:15:55: Zählt man zu den Reaktoren der vierten Generation, gibt es auch welche?

00:15:59: Die sind sogar schon in China gebaut worden.

00:16:01: Reakturen die nicht mit Wasser gekühlt werden sondern mit Gas.

00:16:05: Das hat auch wieder den Vorteil dass dieses Gas dann höhere Temperaturen erreichen kann und das dadurch die Umwandlung in Strom mit einem höheren Wirkungsgrad erfolgen kann.

00:16:15: Und genau daran forscht auch Andreas Pautz am Paul Scherrer Institut.

00:16:18: So kleinräumig wie die Schweiz halt ist Es ist ein Unfall nicht denkbar, oder?

00:16:25: Das darf einfach nicht passieren und das ist das Ziel.

00:16:28: Wir wollen einen Reaktor-Kern bauen der nichts schmelzen

00:16:31: kann.".

00:16:31: Es gibt bestimmt hundert verschiedene Ideen wie Kernkraftwerke in Zukunft Energie liefern sollen.

00:16:37: Also

00:16:37: Wirtschaftlichkeitssicherheit, Proleveration und eben Abfallvermeidung also Nachhaltigkeitsaspekte.

00:16:43: Das sind die vier Kernkriterien weswegen man Generation V entwickelt hat.

00:16:53: Christian Kernenergie ist weiterhin ein umstrittendes Thema.

00:16:57: Die einen sehen die verlässliche Energiequelle und die anderen warnen davor, dass man eben mit einem ziemlich gefährlichen Stoff

00:17:05: handiert.

00:17:08: Aber man hat auch vierzig Jahre Erfahrung gesammelt, wie man mit diesem gefährlichen Stoff handiert.

00:17:13: Dazu kommt dass die heutigen Kernkraftwerke nicht mehr vergleichbar sind mit den Kernkraftwerkern der zweiten Generationen, die in den siebziger Jahren gebaut worden sind Die Reaktoren der dritten Generation oder man teilweise spricht man noch von drei Pluses, die sind dann noch sicherer wo man versucht Falls es zu einem Störfall kommt, die Folgen wirklich auf das Kraftwerkgelände einzuschränken.

00:17:36: Dass es überhaupt gar keine Beeinträchtigen für das Umland gibt.

00:17:39: Also da wurde in den letzten Jahren wirklich viel gemacht.

00:17:42: Ich würde nie behaupten dass die Kernenergie ohne Risiken ist aber man hat doch sehr viel getan um die Risiken zu minimieren.

00:17:51: was bleibt?

00:17:51: Ist das Problem des Atommülls?

00:17:53: der muss irgendwo hin.

00:17:55: Aber auch da sind in den letzen Jahren Schritte unternommen worden.

00:17:59: In Finnland wird ein Endlager für Atommüll gebaut.

00:18:03: Die Schweiz ist schon sehr weit in der Planung, man hat einen Standort ausgewiesen.

00:18:07: Das Problem was in den letzten zwanzig dreißig Jahren immer so vor sich hergeschoben wurde das geht man inzwischen an.

00:18:14: also es ist nicht so dass man da die Augen vor verschließt.

00:18:18: Ein Argument für die Kernkraft ist oft dass man sich damit unabhängig machen kann von den fossilen Ressourcen anderer Länder.

00:18:26: Könnte uns das in der heutigen Situation denn helfen?

00:18:29: Es ist tatsächlich so, dass viele der Brennstäbe zumindest.

00:18:32: Also es geht ja nicht nur darum das Uran zu fördern sondern das Uran muss dann ja auch so aufbereitet werden, dass man daher Brennstäbe daraus herstellen kann.

00:18:41: und da ist es tatsächlich so dass viele Brennsteben auch in europäischen Kernkraftwerken aus Russland kommen.

00:18:48: und das ist ein Zustand der auf Dauer natürlich nicht erwünscht ist.

00:18:52: Nach dem Ukraine-Krieg gibt es auch Bestrebungen, unabhängig davon zu werden aber das braucht Zeit.

00:18:58: Russland hat sehr viel Erfahrung damit in den letzten Jahrzehnten gesammelt.

00:19:02: In Europa und der USA hat man in der Hinsicht eher weniger getan.

00:19:07: Und wenn man jetzt sagt wir wollen wieder einen größeren Anteil bei unserer Stromproduktion hat dann muss man sich sicherlich sich auch darum kümmern dass man die entsprechenden Fähigkeiten entwickelt diese Kernbrennstäbe selbst herzustellen.

00:19:20: Gut, das gehört also auch noch auf die Touruliste.

00:19:23: Wir wollen ja weniger Abhängigkeiten stattweiteren und wir wollen Energie-Sicherheit!

00:19:28: Wie können denn kleine modulare Reaktoren hier einen Mehrwert liefern?

00:19:32: Kleine modularen Reaktor sind sinnvoll für kleine Länder in Europa – denke ich mal vielleicht an Litauen, Estland, auch einige osteuropäische Länder planen, kleine modulares Reaktors zu bauen.

00:19:44: Es gibt andere Länder auch in der Vergangenheit sehr stark auf Kernenergie gesetzt haben, zum Beispiel Frankreich.

00:19:51: Da geht es darum die großen Kernkraftwerke, die jetzt ins Alter kommen zu ersetzen.

00:19:56: in den nächsten Jahren und da muss man sich natürlich schon überlegen ist es sinnvoll statt einen grossen Reaktor mit thousand fünfhundert megawatt fünf kleine zu bauen oder investiert man dort nicht doch wieder in ein großes Kernkraftwerk.

00:20:09: Ich glaube, so Länder wie Frankreich die werden eher nach wie vor auf große Kernkraftwerke setzen.

00:20:15: Kleine Kernkraftwerte kann man auch dazu verwenden.

00:20:18: also sie sind der.

00:20:18: eine ihrer Vorteile ist ja dass sie dezentral sind.

00:20:21: Also ein Unternehmen was auf eine stetige Stromproduktion angewiesen.

00:20:27: Für das Unternehmen macht es vielleicht Sinn, sich ein kleines Modul mit einer Leistung von hundert Megawatt oder auch mit dreihundert Megawatten je nach Gebrauch, sich dahin zu stellen.

00:20:35: Datenzentrum sind darauf angewiesen dass der Strom vierundzwanzig Stunden am Tag fließt.

00:20:39: Die können es sich nicht erlauben wenn da plötzlich mal eine Windflotte herrscht und die Sonne nicht scheint.

00:20:45: Wir haben jetzt immer über Strom gesprochen aber du hast es mal kurz erwähnt diese neue Generation an Kernkraftwerken, die könnt ihr ja auch ganz andere Arten von Energie liefern.

00:20:55: dass man mit diesen Reaktoren, vor allem mit denen der vierten Generation – das habe ich vorhin mal erwähnt, dass die bei höheren Temperaturen arbeiten und höhere Prozesstemperaturen erreichen.

00:21:06: Und mit diesen höheren Temparaturen könnte man zum Beispiel auch Wasserspalten auf sehr effiziente Weise.

00:21:11: Das heißt es wäre eine Möglichkeit Wasserstoff herzustellen!

00:21:15: soll ja auch eine Säule der zukünftigen Energieversorgung sein.

00:21:18: Aber es ist sehr ineffizient, wenn man den Strom aus einem Kernkraftwerk oder was auch immer aus erneuerbaren Energien nimmt damit durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt.

00:21:29: da geht so viel Energie verloren dass das nicht besonders sinnvoll ist.

00:21:34: Wenn man allerdings direkt die Wärme auf so einem Kernreaktor nutzt, der bei sehr hohen Temperaturen arbeitet lässt sich Wasserstoff sehr viel effizienter herstellen.

00:21:42: Oder auch bestimmte Industrien sind darauf angewiesen dass sie hohe Temperature haben um chemische Reaktionen in Gang zu bringen.

00:21:49: Also neben der eigentlichen Stromproduktion gibt es noch andere Anwendungen für kleine modulare Reaktoren und das macht sie auch interessant.

00:21:59: Übrigens, diesen Podcast und alle Artikel in der NCZ-App könnt ihr ab sofort auch unterwegs im Auto hören – mit Apple CarPlay oder Android Auto.

00:22:08: Probiert's mal aus!

00:22:09: Mehr Infos und die Videoanleitung findet ihr in den Show Notes.

00:22:12: Dort habe ich euch auch die Anmeldung zu unserem Quantensprung Newsletter verlinkt.

00:22:16: Im Newsletter findet ihr noch einige Artikel rund um die Kernkraft.

00:22:21: Das war Quantensprung ein Podcast über Forschungen, die bewegt.

00:22:24: Ich bin Lena Waldler.

00:22:25: Nächste Woche ist Feiertag.

00:22:27: Wir hören uns wieder in zwei Wochen!

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