Genmanipulation gegen Glatzen: So kompensieren unsere Haare Organschäden

Shownotes

Haare sind weit mehr als eine kosmetische Stilfrage oder ein soziales Kommunikationsinstrument. Jedes der rund zwei Millionen Haare auf unserem Kopf ist streng genommen ein eigenes Mini-Organ.

In dieser Folge von Quantensprung beschäftigen wir uns mit der Haarforschung und schauen uns an, wie Haare in Zukunft sogar Aufgaben von Leber und Niere übernehmen könnten. Doch um diese natürlichen Funktionen für die Medizin nutzbar zu machen, muss die Wissenschaft zuerst das Rätsel des Haarausfalls lösen.

Wir sprechen über die Mechanismen hinter dem kreisrunden Haarausfall, bei dem das Immunprivileg der Haare zusammenbricht, und den klassischen männlichen Haarausfall, der genetisch hochkomplex ist. Neben den bekannten Medikamenten und ihren teils schweren Nebenwirkungen versprechen neue Ansätze mit Genscheren oder kuriosen Entdeckungen wie dem Geruchs- und Geschmackssinn der Haare echte Durchbrüche.

Host: Lena Waltle, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Manuel Stark, NZZ-Reporter

In dieser Folge hörst du ausserdem:

  • Ralf Paus, Dermatologe und Haarforscher an der Universität Miami
  • Stefanie Heilmann-Heimbach, Humangenetikerin an der Universität Bonn

Produktion: Sarah Ziegler

Mails an quantensprung@nzz.ch

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert vom Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.

00:00:04: Entdecken Sie die neue Ausstellung Reinhäfen, unser Tor zur Welt!

00:00:12: Das ist Quantensprung – ein Podcast der NCZ

00:00:15: über Forschung,

00:00:16: die bewegt.

00:00:24: Wenn man in den Raum reinkommt, wird man sofort beobachtet im Bezug auf seine Augen, den Mund und die Haare und in Italien vielleicht noch die Schuhe.

00:00:36: wallende Mänen auf den Millimeter getrimmte Militärschnitte, strenge Steckfrisuren oder zerzauste Friesen.

00:00:42: Die meisten Leute machen sich nicht klar

00:00:45: dass

00:00:45: Haare eines unserer wichtigsten sozialen Kommunikationsinstrumente

00:00:50: sind.

00:00:50: Kein Wunder!

00:00:51: Fließen Milliarden in Medikamente, Shampoos, Tinkturen und Friseure für volles Haar Oder werden für Haartransplantationen ausgegeben?

00:01:00: Haare ist eine Stilfrage aber sie sind doch so viel mehr.

00:01:04: Jedes dieser etwa zwei Millionen Haare aus unserem Kopf ist streng genommen ein Miniorgan, an dem sich forschen lässt.

00:01:11: Und blöd ist jetzt aber dass vor allem Männer davon betroffen sind das Haare wirklich in Massen ausfallen.

00:01:17: schon mit etwa dreißig Jahren hat jeder dritte Mann Anzeichen von Haarausfall.

00:01:22: da finde ich es doch wunderbar dass die Forschung jetzt sagt hey so Haaraus fall in Zukunft gibt's das nicht mehr?

00:01:30: Und es geht auch noch um viel mehr.

00:01:32: In ein paar Jahren, sagt wirklich die Forschung, könnten Haare zumindest teilweise Leber- und Nierenfunktionen ersetzen?

00:01:39: Alles was da drin abgelagert ist kann dem Körper nicht mehr schaden.

00:01:42: eigentlich eine geniale

00:01:44: Erfindung

00:01:44: der Evolution!

00:01:46: Das ist Quantensprung.

00:01:48: – Ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:01:51: Wir prüfen Ideen, die unser Leben verändern und wie aus Forschung Realität wird.

00:01:57: Diese Woche beschäftigen wir uns mit einer haaregen Angelegenheit.

00:02:00: In Zukunft könnte es keine Glatzen mehr geben und unsere Haare könnten auch

00:02:04: noch zum

00:02:05: Bio-Wundermittel werden!

00:02:07: Mit den neuesten Erkenntnissen aus der Haarforschung hat sich NCZ Reporter Manuel Stark befasst, er hat selbst schon alle Phasen des Haarwachstums einmal durch – und ist heute mein Co-host.

00:02:17: Ich bin Lena Waldler.

00:02:19: Willkommen.

00:02:28: Mein Kollege Manuel hat für seine Recherche Ralf Paus angerufen.

00:02:32: Paus ist der Matologe und vorstande Universität Miami an Haaren.

00:02:36: Und ihr habt mir erst gedacht, was ist denn das für ein schreckliches Thema?

00:02:39: Das interessiert doch keinen!

00:02:41: Egal wenn Manuel heute fragt – es sind sich alle einig.

00:02:44: Ralf-Paus weiß alles über Haare.

00:02:47: Mein damaliger Lehrer hat das wirklich geschafft innerhalb von zwei Wochen mir beizubringen, dass das ein unglaublich faszinierendes Miniorgan ist an dem man eigentlich alle studieren kann.

00:02:58: Was in der Biomedizin wichtig und interessant

00:03:01: ist.

00:03:02: Angesteckt von seiner Faszination haben sich Manuel und ich dieses Miniorgarn einmal genauer angeschaut.

00:03:09: Erst mal müssen wir unterscheiden zwischen Haarfolikeln und Haarschaft.

00:03:13: Haarschaft, das ist dieser tote Eiweiß-Faden der uns aus dem Kopf hängt oder bei Männern auch den Bart bildet.

00:03:19: Das ist was wir sehen.

00:03:21: Zum anderen ist da der Haarfolikel – dass es das eigentliche Miniorgan, aus dem sich die Haare immer wieder regenerieren und neu gebildet werden.

00:03:28: In diesem Modellorgan also dem Haarfulikel, das is genau der Punkt an dem Forschung ansetzt um zu verhindern, dass Haaren in Zukunft ausfallen.

00:03:37: Den Haarschab verlieren wir regelmäßig manchmal sogar büschelweise wenn wir uns kämmen!

00:03:42: Das macht aber nichts, denn der wächst nach, solange der Haarfolikel erhalten bleibt.

00:03:47: Und von diesen Haarfollikeln haben wir zwei Millionen!

00:03:51: Alle zwei Millionen sind auch ziemlich wichtig – denn sie ziehen Schadstoffe aus dem Körper und deponieren sie in diesem toten Eiweisschaft den Haaren die wir sehen, die dann später mit zammter Giftstoffe ausgefallen.

00:04:02: Deswegen in all diesen CSI-Serien bei den Gerichtsmedizinern gucken Sie sich immer die Haarschätzte gerne an da sozusagen auch Gifte, Schadstoffe und Drogen abgesetzt werden.

00:04:15: Das Haare-Giftstoffe filtern bringt Ralf Paus und sein Team auf eine Forschungsidee.

00:04:20: Der Haarfollikel ist eigentlich so was wie eine kleine Niere.

00:04:23: Wo haben wir gerade gearbeitet?

00:04:24: Wie viel hat der Haarfollikel mit der Leber gemeinsam?

00:04:27: Und das hat mich fasziniert!

00:04:29: Paus will diese natürliche Funktion der Haarpollikel verbessern und so Leber und Nieren schäden ausgleichen.

00:04:36: Nur fallen genau diese Haufolikel bei sehr vielen Menschen einfach aus.

00:04:40: Die Wissenschaften müssen also für ihre Forschungsidee an einer ganz anderen Stelle ansetzen, und zwar bei der Bekämpfung des Hausfalls – und dazu gehen sie als erstes auf Ursachensuche!

00:04:54: Denn Hausfall ist nicht gleich Hausfall.

00:04:57: Wir kennen alle den klassischen Hausfall von dem vor allem Männer ab einem gewissen Alter betroffen sind.

00:05:03: Es gibt aber auch noch den sogenannten kreisrunden Hausfall.

00:05:06: Der betrifft auch Frauen.

00:05:08: Die Forscher haben herausgefunden, dass dieser Kreisrunde-Hausfall auftritt wenn ein ganz wichtiger Mechanismus des Körpers aussetzt.

00:05:16: Die Haare machen zum Beispiel etwas ganz scheinbar Verrücktes was nur wenige andere Organe im Körper machen.

00:05:21: sie verstecken sich vor dem Immunsystem Sie bauen ein sogenanntes Immunprivileg auf.

00:05:26: Das Immunprivilik ist ein Mechanismus das Körper.

00:05:30: Man kann es sich als eine Art Tarnvorrichtung vorstellen weil unser Immun System ist ne super Sache aber leider nicht perfekt.

00:05:37: Das heißt, manchmal hält es auch Organe wie auch das Hirn unter unsere Augen fälschlicherweise für Fremdkörper und greift sie an.

00:05:46: Das Immunprivileg verhindert das in dem's unsere Organe schützt oder tarnt.

00:05:51: Doch manchmal fällt dieser Schutz dieses Immunprivilägen einfach aus.

00:05:55: Wir kennen dieses Problem des zusammenbrechenden ImmunPrivilegs also diese Schutzwalls im Zusammenhang verschiedener Krankheiten Im Gehirn.

00:06:03: zum Beispiel sprechen wir dann von Multiplasklarose.

00:06:07: Am Auge gibt es Autoimmunovitis oder auch verschiedene Formen von Diabetes.

00:06:12: Oder Mokoviscydose lassen sich auf so einen Zusammenbruch des Immunprivilegs zurückführen.

00:06:17: Kreisrunde Haus fällt also eine Autoimmuna-Krankung, das Immunpriviläge des Haarvollickels bricht zusammen.

00:06:23: Warum das aber passiert?

00:06:25: Da ist die Wissenschaft noch nicht ganz sicher!

00:06:28: Es gibt aber eine Theorie...

00:06:30: Um einem pigmentierten Herrschaft zu machen läuft der Haarfolikel ständig das Risiko, dass er das Immunsystem überstimmuliert.

00:06:38: Jeder Haarfulikel produziert Farbpigmente um das Haar rot, braun oder schwarz zu machen.

00:06:45: Was nun passiert?

00:06:46: Das Immun-System des Körpers hält diese Stoffe, diese Farben fälschlicherweise für gefährlich und bekämpft sie.

00:06:53: Die Theorie ist insofern plausibel, als dass man beobachtet hat das bei Patienten die an einem gewissen Grad von Heilung erfahren Haare erst mal weiß nachwachsen oder auch mit Patienten die noch akut im Krankheitsstadium sind.

00:07:06: Die farbigen Haare zwar alle ausfallen, die aber eine Pigmentstörung aufweisen also rein weiß gewachsen sind seltsamerweise.

00:07:14: haften bleiben davon unbeeinflusst

00:07:16: bleiben.

00:07:18: Daraus schließt Pause, dass die Farbpigmente eine der Ursachen für kreisrunden Haasfall sein könnten.

00:07:24: Nun fallen aber vielen Männern Haare jeglicher Farbe aus – und das ganz ohne eine Autoimmunerkrankung!

00:07:31: Woran das liegt?

00:07:33: Daran forscht Stephanie Heilmann Heimbach.

00:07:46: Die Humangenetikerin an der Universität Bonn forscht an den genetischen Ursachen dieses männlichen Hausfalls.

00:07:53: Heilmann Heimbach hat uns auch erklärt, welche verschiedenen Ursachen dafür untersucht werden?

00:07:58: Es nennt sich androgener Haarausfall.

00:08:00: Androgene sind erst mal die männlichen Geschlechtshormone also das bekannteste ist vielleicht Testosteron.

00:08:05: Die stimulieren all unsere Haare sehr intensiv Gerade in der Frontalgegend, also so Stirren oder auch oberes Schädelzentrum.

00:08:13: Aber auf eine Art und Weise dass die Haare vor Likel sagen Nö mag ich nicht jetzt fallig aus Stopp!

00:08:20: Ein anderes Hormon kennen wir eher von Frauen.

00:08:22: wenn die Schwanger werden fördert Prolactin Die Milchproduktion.

00:08:27: Prolaktin kommt aber auch In den haaren Von Männern Vor.

00:08:30: Warum Wissen Wir Bisher Nicht?

00:08:32: Aber Was Wir Wissen?

00:08:33: Es Hemd Den Harwuchs.

00:08:35: Was wir beobachten ist ja, dass gerade bei Männern diese berühmten Geheimratsecken zuerst entstehen.

00:08:41: Später dann vielleicht diese Tonsur als wenn man so ein bisschen unfreiwillig aussieht wie in Franziskana-Mönch mit dem geschworenen Schädeldecke.

00:08:49: Laut Forschung könnte es vor allem daran liegen, dass wir schon im Mutterleib verschiedene Formen der Kopfhaut unterschiedlich genetisch kodiert sind.

00:08:57: Es ist schon in den Anlagen vorne bei der Stirn ein anderes Programm draufgeschrieben als im Hinterkopf und das Programm vorne sagt eben, oh nee dieses Abbauprodukt von Testosteron des mag ich nicht!

00:09:14: Wir sehen, warum Haare ausfallen.

00:09:16: Dafür gibt es keine so richtig klare Ursache.

00:09:19: In manchen Fällen liegt das an einer Autoimmunerkrankung in anderen, liegt die Ursache in den Genen versteckt oder es liegt an gewissen Hormonen.

00:09:28: Aber natürlich wäre es für die Forscher wichtig zu wissen was denn jetzt die konkrete Ursache ist damit sie auch eine Heilung finden können und nicht nur die Symptome behandeln können.

00:09:39: Beim kreisrunden Haarausfall gibt es vor allem Medikamente, die gewisse Signale unterdrücken sodass das Immunsystem trotzdem obwohl dieses Immunprivileg zusammengebrochen ist nicht mehr erkennen dass da dieser angeblich so schädliche Farbstoff ist und deswegen lässt sich die Haare auch in Ruhe.

00:09:57: Das Problem ist sobald ich damit aufhöre dieses Medikament zu nehmen fallen die Haaren auch wieder aus.

00:10:02: Bei Männern gibts zwei klassische Medikamente.

00:10:05: das eine ist Phenasterid.

00:10:07: Das wird eigentlich zur Behandlung von Prostatorvergrößerungen eingesetzt, also um zu bewirken dass dieses Wachstum gehämmt wird.

00:10:15: Jetzt hat man rausgefunden okay es sorgt aber zusätzlich dafür das auch dieses Abbauprodukt von Testosteron bis zu siebzig Prozent gesenkt wird also weniger vorkommt und das tut den Haarengut.

00:10:28: Das andere Medikament was sehr bekannt ist heißt Minuxidil.

00:10:32: Das ist eigentlich ein Medikamente aus der Blutdrucktherapie.

00:10:36: Es weitet die Gefäße.

00:10:38: Das heißt auch diese in unserem Kopf, der Haarfolikel wird also besser mit Blut und damit auch mit Nährstoffen versorgt.

00:10:46: Und die letzte Möglichkeit wenn gar nichts mehr hilft kann man so machen wie ich und bucht sich dann halt doch den Flug nach Istanbul.

00:10:53: Die aktuellen Behandlungen sind oft teuer sie sind aufwendig und Sie haben vor allem sehr viele Nebenwirkungen.

00:10:59: das ist für unseren Zeichen dafür dass die Forschung noch nicht ganz am richtigen Punkt angekommen ist.

00:11:05: Zum Glück gibt es auch schon ein paar neue Forschungsansätze.

00:11:08: Wie können wir Haare den sonst noch vor dem Ausfall bewahren?

00:11:16: Eine Forschungsrichtung versucht es mit Genetik, alle paar Jahre erscheint eine neue Studie die verspricht durch die Entdeckung dieses Genes ist Schluss mit der männlichen Glatzenbildung.

00:11:27: Der männliche Hausfall ist ein genetisch komplexes Merkmal.

00:11:31: das bedeutet es spielen ganz viele genetische Faktoren eine Rolle.

00:11:36: Wir kennen jetzt schon dreihundert-achtzig Ehenorte in unserem Genom, die einen Beitrag leisten und das sind sicherlich noch nicht alle.

00:11:43: Nur leider gibt es nicht, dass eine Glatzen gehen!

00:11:46: Das wäre ja auch zu einfach.

00:11:48: Also das heißt, ein Gen wird sehr wahrscheinlich nicht den Magic Trick liefern und alles lösen?

00:11:54: Trotzdem!

00:11:55: Die Genetikerin Heilmann Heimbach erzählt uns von einigen ihrer Kollegen die eine Art genetischen Master-Schalter für möglich halten.

00:12:03: Mit einem solchen Schalter könnte man Gene aktivieren oder deaktivieren je nachdem wie ihre Funktion auf unsere Haare wirkt.

00:12:11: Es gibt verschiedene Ansätze für so einen Master-Schalter.

00:12:15: Der vielversprechendste Ansatz lautet so, dass man sagt okay ich blockiere den sogenannten Androgenrezeptor also die Antenne die besonders sensibel ist für männliche Hormone und ihre Abbaustoffe.

00:12:29: wenn ich jetzt diese Antenne deaktiviert habe kommen also diese Signale gar nicht mehr an bei denen der Haarvollickel sagt nö ich mag nicht mehr ich fall aus vor ein paar Jahren werden wir auf seine Idee vermutlich gar nicht gekommen Weil so eine Antenne ist ein Gen und wir haben viele Milliarden Gene in uns drin.

00:12:46: Das heißt, es ist eine unglaublich komplexe Angelegenheit genau das Richtige anzusteuern.

00:12:51: Jetzt hat's in den vergangenen Jahren sehr viel Entwicklungen im Bereich der Gentechnik gegeben.

00:12:56: Es ist soviel mit Gen-Scheren passiert und was die auch alle können.

00:13:00: Mittlerweile haben diese Gen-Scheren so ne Art Google Maps Navigation System, um genau das Richtige gehen.

00:13:07: Genau die richtige Antenne und nur die eine möglichst anzusteuern und diese gezielt abzuschalten.

00:13:13: Das heißt noch sind wir nicht da aber es gibt durchaus berechtigte Hoffnung dass wir vielleicht in ein paar Jahren da ankommen.

00:13:40: Die Schweiz ist ein Binnenland und doch mit den Weltmeeren verbunden.

00:13:43: Der Rhein ist unser Zugang zu den wichtigsten Handelswegen Europas!

00:13:48: Die neue Ausstellung, Reinhäfen – Unser Tor zur Welt im Verkehrshaus macht diese Verkehrsträhscheibe erlebbar.

00:13:54: Jetzt entdecken!

00:13:55: Ab dem XX.

00:13:57: Juni im Verkehrsaus in Luzerm.

00:14:05: Statt mit dem Lockenstab die Haare einzudrehen oder mit viel Aufwand zu glätten Könnten wir doch mit so einem genetischen Master Schalter auch die Haare einfach so wachsen lassen, wie wir sie gerne hätten?

00:14:17: Mit Gentechnik spielt man nicht lehner.

00:14:19: Also gentechnik was man damit etwas macht das bleibt!

00:14:23: Die Mode aber verändert sich

00:14:25: und dass man jetzt aus klacken Haaren locken oder umgekehrt mit genscheren Macht also ich würde dann doch den Professor empfehlen.

00:14:33: Okay aber ich komme ja nicht einfach so auf solche Gedanken.

00:14:36: Wir haben uns an vielen dieser verrückten Ideen beteiligt oder haben sie selbst als erste in die Welt gesetzt und wir sind auch lange nicht fertig.

00:14:44: Forscher wie Ralf Paus beschäftigen sich ja auch mit kuriosen Ideen.

00:14:47: Wir haben vor einiger Zeit entdeckt, dass Haare riechen können.

00:14:51: Da sind wir wieder beim Bild der Antenne.

00:14:53: Jedes Haarfolikel hat eine notwendige Antenne um zu riechnen oder auch zu schmecken.

00:14:58: Bestimmte Geruchstoffe, die heute schon in Aftershaves oder Parfümen vorkommen stimulieren diesen Rezeptor so dass sich die Haarfolikel freuen.

00:15:08: Sie wachsen länger, wachsen auch vor allem stärker sind kräftiger und fallen später aus.

00:15:14: Jetzt haben wir einen entdeckt.

00:15:15: der ist auch wieder ein bitter Taste Receptor Der mit einem Bitter Stoff den wir in vielen Amados haben.

00:15:24: Was noch nicht im Aftershave oder Parfümen vorkommt, ist der Geschmack.

00:15:28: Unsere Haare mögen es bitter und tatsächlich einen Stoff, der vor allem in Bitterlykörn vorkommt.

00:15:34: Das hat Ralf Paus' twenty-fünfundzwanzig erst entdeckt.

00:15:37: Wenn das stimuliert wird, führt das nicht nur zu einer Stimulation des Harburgs selber – die Pigmentierung wird stimuliert und die Stammzellen freuen sich wahrscheinlich auch nach drüber!

00:15:45: Die Stoffe sorgen also dafür dass die Haare besser wachsen und dass sie erhalten bleiben.

00:15:50: Sie sind aber auch der Schlüssel dazu, dass die Haare ihre Funktion verbessern.

00:15:55: Genau so können wir aber Signale senden, die sagen hey zieh mal mehr Giftstoffe an dich und lage dir im Haarschaft ab lasst dann ausfallen und produziere möglichst schnell nach.

00:16:05: das klingt jetzt erst einmal noch eine Utopie ist aber tatsächlich wissenschaftlich begründete Idee.

00:16:11: Wir haben ein Leber Aber zwei Millionen Nachfolikel Kann man die nicht einspannen.

00:16:15: wenn die Leber funktioniert leidet aus welchen Gründen auch immer.

00:16:19: Genau das hat Ralf Paus mit seinem Team vor.

00:16:22: Paus möchte gerne eine Tintur entwickeln, die so aus einer Mischung aus Geruch und Geschmack sind genau diese Funktionen im Haar anregt und zwar so sehr dass sie irgendwann zumindest teilweise Leber- und Nierenfunktionen ersetzen können

00:16:36: um einen nicht mehr so gut funktionierenden Nierer oder Leber und ausgewählte Funktion unterstützen zu können.

00:16:42: Das ist letztlich Idee!

00:16:49: Manuel übertreibt Paus nicht ein bisschen mit seinem Hype rund um die Haarforschung?

00:16:54: Am Anfang habe ich das auch gedacht, bei allen Werbungen die man über Instagram reingespielt bekommt oder auch so wenn man einfach nur Google bemüht ist es ja leicht zu sagen hey ein weiterer Mensch der einfach sehr viel redet.

00:17:07: Als ich dann mit anderen Experten gesprochen hab sagt wirklich jeder pause zur wirklichen Chorefee dem kannst du trauen.

00:17:13: und wenn man sich dann näher anguckt ist es da wirklich so.

00:17:16: Haare sind ein wichtiges Modellorgan dass auch für andere Forschungsgebiete super wichtige Indizien und Erkenntnisse liefert.

00:17:24: Außerdem ist es ja schon heute für die Gesundheit viele Menschen echt wichtig.

00:17:28: Wenn sie ausfallen, wird das ja als Kontrollverlust erlebt und das kann psychisch wirklich schwere Folgen

00:17:34: haben.

00:17:35: Genau deshalb gibt es ja heute auch schon eine Menge Medikamente, die den Hausfall stoppen sollen – und es gibt natürlich auch die Transplantationen!

00:17:43: Warum sollte dann so eine natürliche Tinktur besser wirken?

00:17:48: Es muss ja gar kein Entweder-Oder sein.

00:17:50: Solche Medikamente können auch nebeneinander oder miteinander wirken, was bei den herkömmlichen Medikamenten allerdings schon fragwürdig oder zumindest kritisch ist sind ihre Nebenwirkungen.

00:18:01: Minuxidil beispielsweise gut hat sowas wie Kopfschmerzen aber eben auch unerwünschte Harwuchs an anderen Körperstellen wie mitten im Gesicht oder auch wirklich schlimmes Herzrasen.

00:18:12: der andere große Wirkstoff Finasteride Sorgt für sexuelle Funktionsstörungen, aber auch psychische Probleme mit Depressionen und Angststörung bis hin zu Zizidgedanken.

00:18:24: Und hier sehe ich schon dass so eine Tinctur die vor allem aus natürlicheren Wirkstoffen besteht Vorteile haben kann.

00:18:30: Jetzt muss sich diese Haarforschung doch sicher auch regelmäßig mit der Kritik herumschlagen warum der ganze Aufwand nur für Ästhetik?

00:18:38: jetzt ist es aber ja viel mehr.

00:18:40: Sowohl in der Krebsforschung, als auch in ganz anderen Bereichen der Organe oder auch Immunforschungen finden ja Erkenntnisse und Wissensgewinn auch wo ganz woanders Anwendung als nur bei den Haaren.

00:18:51: Was können wir denn in Zukunft aus unseren Haaren noch alles ableiten?

00:18:56: Ganz am Anfang hatten wir den kreisrunden Haarausfall besprochen.

00:19:00: ich glaube dass gerade da auch ganz viel Potenzial liegt Denn Autoimmunerkrankungen Immunprivileg, alle diese Erkenntnisse in diesem Bereich stattfinden lassen sich am Haar sehr leicht erforschen.

00:19:11: Viel leichter als an Herz, Lunge, Niere aber genau auf dieser anderen Gebiete von lebenswichtigen Organen übertragen und finden heute schon statt beispielsweise im Bereich der Stammzellentransplantation bei Leukämie-Patienten Auch wenn ich natürlich zu meiner eigenen Eitelkeit in diesem Thema stehen möchte.

00:19:30: Haare sind nun mal wirklich viel mehr als nur Ästhetik.

00:19:34: Danke dir, Manuel.

00:19:34: –

00:19:35: Danke dir!

00:19:37: Übrigens unter dem Begriff No-Poo wurde es zum Trend seine Haare seltener zu waschen um so die natürliche Fettung der Haare anzuregen.

00:19:47: Das entlauft Paus als Mythos.

00:19:49: Er empfiehlt die Haare sogar täglich zu waschnen um Entzündungen vorzubeugen denn diese sind besonders gefährlich für die Haarfolike.

00:19:56: Das war Quantensprung ein Podcast über Forschung die bewegt.

00:20:00: Ihr könnt Quantensprung nicht nur hören, sondern auch lesen.

00:20:03: Im Newsletter findet ihr die wichtigsten Fakten aus dieser Folge auf einen Blick und auch noch weiteren Leseshoff!

00:20:09: Alle Links findet ihr in den Show-Notes.

00:20:11: Ich bin Lena Waldle.

00:20:12: Wir hören uns wieder nächste Woche.

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