De-Extinction: So kommen die Mammuts zurück

Shownotes

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Können wir ausgestorbene Tierarten wie das Mammut, den Dodo oder den Tasmanischen Tiger per Gentechnik wiederbeleben?

In dieser Folge von Quantensprung geht es um De-Extinction: die Umkehr des Aussterbens. Wir schauen auf die Forschung der Biotech-Firma Colossal Bioscience, die an sogenannten Proxy-Tieren arbeitet – wie einem kälteresistenten Elefanten für die sibirische Tundra, der den Permafrostboden schützen soll. So wie einst das Mammut. Wir erklären Schritt für Schritt, wie aus fragmentierter Ancient DNA und der Crispr-Genschere Schattenwölfe entstehen. Und am Beispiel des Beutelmarders erklären wir, warum die Geneditierung schon heute eine riesige Chance für den Artenschutz ist.

Host: Lena Waltle, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Stephanie Lahrtz, NZZ-Wissenschaftsredaktion

In dieser Folge hörst du ausserdem:

  • Andrew Pask (Biologieprofessor an der Universität Melbourne / Colossal Bioscience)
  • Gernot Segelbacher (Professor für Wildtierökologie in Freiburg und Mitglied der Weltnaturschutzunion IUCN)

Produktion: Sarah Ziegler

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert von der NCZ-Academy.

00:00:03: Ihr Kompass durch die Komplexität der Geopolitik

00:00:10: Das ist Quantensprung, ein Podcast der NC Z über Forschung, die bewegt Ein Turm aus Cengarholzkletzchen Sorgfältig gestapelt.

00:00:27: Jedes Klätzchen stützt die anderen Aber wenn ich eins rausziehe, wird der Turm instabil.

00:00:36: Dieser Thomas-Holzklötzchen funktioniert wie das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen in der Natur.

00:00:42: Wenn eine Tierart ausstirbt, ist es so als würden wir ein Klötzchern aus dem Turm herausziehen.

00:00:47: Manche Arten sind wichtiger für das System als andere – und manche Klötztchen tragen mehr Last als die anderen!

00:00:53: Wenn sie fehlen, dann bricht alles zusammen….

00:00:58: Bei Cengar verbieten die Spielregeln, dass sich ein Klötzchen einfach wieder an seinen Platz zurückschiebe und so den Turm stabilisiere.

00:01:05: Und eigentlich sind ausgestorbene Tierarten für das Ökosystem auch auf immer verloren – eigentlich!

00:01:12: Doch Forscher arbeiten daran selbst längst ausgestorbenen Tiere wie Den Dodo, Den Moa, Den Tasmanischen Tiger oder sogar das Mammo zurück zu holen.

00:01:23: Das ist Quantensprung, ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:01:28: Jede Woche prüfen wir eine Idee die unser Leben verändern könnte und wie es Forschung Realität wird.

00:01:34: Gemeinsam

00:01:34: mit meiner Kollegin Stephanie Lars will ich heute wissen Wie kann das Mammut wiederbelebt werden?

00:01:39: Und auf dem Weg dahin viele Tiere vor dem Aussterben bewahrt werden?

00:01:44: Ich bin Lena Waldler und heute habe noch eine kleine Überraschung für euch.

00:01:48: Wir schenken unseren treuen Podcast-Fans exklusiv sieben Tage lang die NCZ Digital.

00:01:53: Ihr könnt eine Woche lang die NZZ Artikel gratis lesen in der App und online, ganz unverbindlich!

00:01:59: Die Infos dazu findet ihr in der Folgenbeschreibung.

00:02:01: – und damit willkommen zur Quantensprung.

00:02:17: Vor zwanzig Jahren extrahierte Andrew Pask ein Gehen des ausgestorbenen Tasmanischen Tigers.

00:02:24: Er setzte dieses Gehen an einem Maus ein, um herauszufinden kann ein ausgestorbenes Tier wiederbelebt werden indem man seine DNA verwendet.

00:02:39: Es hat funktioniert und für den Biologieprofessor der Universität Melbourne eröffnete dieses erfolgreiche Experiment eine neuen Forschungszweig, die D-Extinction.

00:02:49: Die Umkehr des Aussterbens.

00:02:54: Artensterben ist eigentlich normal – das ist jetzt nicht so.

00:02:57: die super, super Ausnahme.

00:02:59: Ich erinnere da mal an die Dinosaurier.

00:03:01: Da gab es auch sehr viele und jetzt gibt es gar keine mehr.

00:03:04: Die Detentur produziert Individuen eines Tieres einer Art und die, die genetisch gesehen am besten angepasst sind, überleben.

00:03:15: Der Unterschied zum aktuellen Artensterben ist, es ging noch nie so schnell.

00:03:20: Und jetzt sind wir Menschen auf der Erde und wir sind abhängig von ganz vielen Tieren und Pflanzen und dem

00:03:28: Ökosystem.".

00:03:29: Weltweit

00:03:29: versuchen Forscher das Aussterben von Tieren zu verhindern – Andrew Paske aber widmet sich als einer der wenigen, der

00:03:48: De-Extinction.

00:03:49: Inzwischen arbeitet er, wie die meisten seiner Kollegen auf diesem Gebiet für ein Unternehmen namens Colossal Bioscience.

00:04:05: Das ist die Firma, die alle paar Monate eine große PR-Maschinerie in Gang wirft und mit viel Tamtam zum Beispiel die Wiedergebot von Schattenwölfen.

00:04:15: Die Kreation von Mammutmäusen oder von künstlichen Eiern aus denen Hühnerschlüpfen bekannt gibt.

00:04:22: Meine Kollegin Stephanie verfolgt die Aktivitäten des Unternehmens schon eine ganze Weile.

00:04:27: Also hinter der Firma Colossal Bioscience stehen zwei wichtige Biologen.

00:04:32: das eine ist George Church Er war sehr lange an der Harvard University.

00:04:37: Er ist einer der Pioniere der Gentechnologie.

00:04:40: und dann Beth Shapiro, das ist eine Evolutionsbiologin.

00:04:43: Beine sind in der Fachwelt sehr anerkannt, haben sehr viele Sachen publiziert.

00:04:47: Shapiro hat ein Buch geschrieben How to Clone a Mammoth?

00:04:50: Und da zeigt sie auf dass diese De-Extinction durchaus realistisch ist.

00:04:56: Die machen eigentlich seriöse Forschung die haben wirklich solide Gentechnologie.

00:05:01: Und die entwickeln auch Fancy-Techniken, da sind wirklich viele witzige Sachen dabei und zumindest das Medienwirksamste Ziel, dass sie sich jetzt seit Jahren immer wieder propagieren ist das Mammut herzustellen und auch gleich tausendfach in Sibäen auszusetzen.

00:05:19: Die Mammuts sollen natürlich helfen den Klimawandel zu bekämpfen Indem sie die unwirtliche Tundra in ergiegebiges Grasland umwandeln, weil sie dort fressen.

00:05:28: Weil sie rumstampfen.

00:05:30: Bei der Gelegenheit trampeln Sie den Schnee fest so dass es eine schöne Isolierschicht über dem Permafrostboden gibt und direkt haut dann nicht so schnell auf und hält auch noch das gespeicherte CO² zurück ist also eigentlich das ideale Tier für eine Klimakrise.

00:05:46: Neben dem Mammut will Colossal Bioscience auch noch den Moa nach Neuseeland, den Dodo nach Mauritius und den Tasmanischen Tiger nach Australien zurückbringen.

00:05:56: Und wir wollen jetzt wissen wie das funktionieren kann!

00:06:03: Das haben Stefanie und ich Gernot Segelbacher gefragt – er ist Professor für Wildtierökologie in Freiburg und Mitglied der Weltnaturschutzunion.

00:06:11: Wir wollten nämlich mit jemandem sprechen, der keine Verbindung zu Colossals Biosciences hat…und das war gar nicht so einfach... Vielleicht auch deshalb.

00:06:20: Wir können eine Tierart oder auch eine Pflanzenart, die ausgestärben ist nicht zum Leben erwecken.

00:06:27: Punkt

00:06:28: was wir irgendwie versuchen is so genannte Proxies zu erzeugen.

00:06:33: Wenn wir nochmal an das Mammung denken und seinen Beitrag zum Klimaschutz da brauchen wir ja gar nicht das originale Tier sondern wir brauchen ein tier dass Aufgabe des Mammuts im Ökosystem übernimmt, sprich dass in der Tundra leben kann.

00:06:47: das Grasfrist, das groß und schwer ist und dadurch die Gegenstapft.

00:06:52: Ein kälteres ist hinter Elefant reicht eigentlich für die Funktion!

00:06:58: Und genau deshalb ist auch gar nicht das Ziel von Colossal Bioscience ein echtes Mammut sowie vor zehn tausend Jahren zu erschaffen sondern sie machen einen Proxy-Mammut einen mammutähnlichen Elefant.

00:07:12: Um so einen mammudähnliche Elefanten zu erschaffen, brauchen die Forscher als erstes den Bauplan für ein Mammut und der steckt in der DNA der Mammuts.

00:07:22: Der Vorteil in der Arktis ist das oft die DNA sehr gut erhalten ist.

00:07:26: Die sind dann irgendwo mal irgendwo in eine See gefallen wenn sie gestorben sind.

00:07:30: Dann ist da oft noch schlamm drüber und dann waren die in Eis konserviert.

00:07:34: Perfekte Bedingungen.

00:07:35: Im Eis bleiben nämlich nicht nur Knochen gut erhalten, sondern auch DNA in diesen Knochern und man nennt das dann Ancient-DNA also alte DNA.

00:07:45: Also ich würde sogar sagen sehr alte DNA ist natürlich ziemlich zerstückelte fragmentiertes fehlendstückchen.

00:07:53: aber wenn man viele Zellen hat kann man auch viele Kopien eines Erbguts herausholen.

00:07:59: Und dann kann man das vergleichen und mit tollem Computerprogramm wieder

00:08:03: zusammensetzen.".

00:08:04: So hat man auch das Genom des Mammots entschlüsselt, und hat festgestellt, dass sind ungefähr vier Kommasieben Milliarden Einzelteile – das nennt man Basenpaare!

00:08:15: Das heißt wir haben jetzt einen Bauplan für ein Mammut.

00:08:19: Die Forscher nehmen dann diesen Mammot-Bauplan und vergleiche ihn mit dem Bauplan eines Verwandten des Marmots.

00:08:26: In dem Fall hat man sich dann überlegt, dass das wahrscheinlich als ideale Art der Indische oder Asiatische Elefante ist.

00:08:33: Und dann schaut mal wo gibt es dann entsprechende Unterschiede?

00:08:36: Das Mammut und der asiatischen Elefant sind sich viel ähnlicher als man das eigentlich denkt weil wenn man so diese Bildern sieht schauen sie doch ein bisschen unterschiedlich aus aber genetisch gesehen sind die nur zu einem Prozent unterschiedlich.

00:08:49: Das heißt jetzt sind zu neun neunzig Prozent ungefähr gleich.

00:08:52: Trotzdem sind natürlich ein Prozent von den vier Komma sieben Milliarden Bausteinen, die wir da im Mammut genommen haben immer noch Millionen.

00:09:02: Das heißt es gibt noch sehr viele genetische Unterschiede.

00:09:07: Um wirklich ein richtiges Mammu zu erschaffen müsste jeder einzelne dieser genetischen Unterschiede angepasst werden.

00:09:14: Aber die gute Nachricht ist ich muss ja gar nicht alle verändern sondern ich muss nur ein paar Buchstaben, ein paar Bausteine verändern in einigen wenigen Genen.

00:09:26: Weil wie wir gesagt haben, wir wollen kein komplett normales Mammut herstellen sondern ein

00:09:31: Mammot-Proxy.".

00:09:32: Und genau das ist jetzt der nächste Schritt!

00:09:35: Aus den Hautzellen eines heute lebenden, gesunden, normalen asiatischen Elefanten müssen die Forscher erstmal einen Hautzellentnehmen.

00:09:44: Diese Hautzellen werden dann umgewandelt zu sogenannten Alles-Könner-Zellen.

00:09:48: Das heißt, es sind die Zellen aus denen auch unsere Babys entstehen – also aus einem Embryo entsteht ein Elefantenembryo das was ganz am Anfang jedes Individuumes jedes Lebens steht.

00:09:58: und jetzt im zweiten Schritt verändert man in einer dieser alles-könner Zellen das Erbgut.

00:10:08: Dieser Prozess heisst Genediteron und dafür verwendet man zum Beispiel Techniken wie die CRISPR Genschere.

00:10:15: Also die Geneditation kann man sich ganz einfach vorstellen.

00:10:19: Das Erbgout liegt als Faden vor, und zwar als Doppelfähniger.

00:10:23: Und du kannst jetzt den Faden aufdröseln mit einem molekularen Instrument dann schneidest du ein Stückchen raus ersetzt es durch was anderes.

00:10:31: oder wenn du sagst ich muss gar nichts ersetzen Ich will da nur etwas weg haben Dann kürfst du den Fadern einfach wieder zu möglichst unsichtbar und dann hast Du etwas gen editiert Ein Gen verändert.

00:10:43: Aber wie gesagt Man macht nicht alles, sondern nur an einigen wenigen Punkt.

00:10:48: Für das Mammut um einen Mammutt herzustellen verändert man Gene für Kälteanpassung.

00:10:54: Das heißt die langen Haare vielleicht noch ein paar Farben weil ein Mammuth ist eigentlich dunkler es auch besser ist was dann Hitze besser speichern kann und natürlich für kälte Resistenz.

00:11:04: Und der dritte Schritt?

00:11:05: Man vernimmt diese Alleskönner Zelle mit dem veränderten Erbgut macht daraus eine künstliche Ei- und eine künstliches Samenzelle.

00:11:13: Dann geht es weiter, wie wir das vielleicht auch kennen.

00:11:15: Wie auch bei Menschen in Vitrobe macht dann in Vitropefuchtung im Labor IVF.

00:11:20: Jetzt hat man also einen kleinen Embryo und den muss man noch in eine Elefantenko implantieren, weil der wächst ja nicht von selber!

00:11:33: Wenn Embryopask- und Colossal Bioscience von D-Extinction sprechen, dann meinen sie also Sie wollen ein Tier so anpassen dass es gewisse Eigenschaften eines ausgestorbenen Tieres aufweist.

00:11:45: Und daran tasten sie sich jetzt langsam heran, zum Beispiel mit dem Schattenwolf.

00:11:52: Wir sind gleich zurück!

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00:12:26: Der echte Schattenbolf streift für ungefähr zwei Komma sechs Millionen Jahren durch das heutige Nord und Südamerika.

00:12:32: Er war ein massiver Jäger, fünfzig Kilogramm schwer, hat eine Länge von eins Komma fünf Metern also durchaus ein etwas größerer Wolf.

00:12:40: Die sind vor zehn Tausend Jahren ausgestorben.

00:12:44: Der Schattenwolf war der größte PR-Kubis jetzt von Colossal, weil zuerst mal haben sie ein Leben des Tieres präsentiert.

00:12:51: Doch was Colossals wirklich gemacht hat ist nicht einen Schattenwolff wieder auferstehen zu lassen sondern sie haben schlicht und ergreifend Grauwölfe verändert.

00:13:00: Das heißt ja man paar Gene genommen für das Fell, Dichter oder Heller und haben somit aus einem Grauwolf einen optischen Schatten Wolf gemacht würde ich das mal nennen Aber es zeigt, dass sie sehr kunstvoll mit der Gentechnik umgehen können.

00:13:18: Weil sie nämlich an mehreren Stellen im Erbgut gleichzeitig etwas verändert haben und so einem altbekannten Tier ein neues Make-up verpasst

00:13:28: haben.".

00:13:28: Dieses sogenannte Schattenwölfe leben heute laut Andrew Pask von Colossal Bioscience in einem überwachten Reservoir – und er sagt, es gehe ihnen gut!

00:13:39: In die Natur wird diese Spezies aber höchstwahrscheinlich nie ausgesetzt werden.

00:13:54: Dafür sei der Schattenwolf schon viel zu lange ausgestorben und seinen Lebensraum den gibt es heute einfach nicht mehr, das gilt aber eigentlich auch für das Mammut.

00:14:05: Kolossal Bioscience hält aber am Mammut

00:14:08: fest.

00:14:35: Sehr, sehr schade.

00:14:36: Sie publizieren nichts!

00:14:38: Sie machen tolle Videos die in Hollywood erinnern sie machen schöne Fotos aber man kann nirgendwo nachlesen was habt ihr jetzt genau gemacht?

00:14:48: Und dieses Problem dass sie eigentlich völlig intransparent sind das haben wir auch Entropas gefragt.

00:14:54: Man hat ja auch das gesagt was Colossal immer sagt Ja da kommt dann demnächst etwas.

00:14:59: Aus den Pressemitteilungen und aus dem Gespräch mit Andrew Pask wissen wir, dass Kolossal an vielen Tielen gleichzeitig arbeitet.

00:15:06: Die De-Extinction Forschung steckt aber bei allen noch in einem sehr frühen Stadium – und deshalb schauen wir uns jetzt an was noch fehlt damit wir irgendwann vom aktuellen Stand der Forschung zu einem dieser Proxima-Modes oder neotasmanischen Tiger kommen können!

00:15:27: Dass man aus Hautzellen diese alleskönner Zellen, diese pluripotenten Stammzellen herstellen kann.

00:15:33: Das klappt bei vielen Tieren schon recht gut.

00:15:36: Dann kommt der nächste Schritt die ganzen Genveränderungen.

00:15:39: also erst mal muss man wissen welche Gene will ich verändern und dann muss sich da mehrere Gene gleichzeitig verändern.

00:15:45: das ist zeitaufwendig aber ich würde sagen technisch gesehen es ist der schritt der problemlos ist dass es heute schon möglich wurde schon bei sehr vielen tieren gemacht.

00:15:53: Der nächste Schritt ist wieder extrem tracky.

00:15:56: Weil künstliche Eier oder künstlichen Samenzellen herzustellen, das funktioniert bisschen nur bei Mäusen und da auch ziemlich ineffizient.

00:16:04: Es wird deswegen auch an Methoden geforscht um diesen Schritt zu umgehen.

00:16:07: Das heißt das könnte dann etwas effizienter sein.

00:16:10: Und dann haben wir noch das Problem was nicht nur ein technisches sondern in meinen Augen auch ein ethisches Denn ich brauche ganz viele Leimütter.

00:16:18: Es gibt natürlich die Idee, so eine künstliche Gebärmutter zu schaffen.

00:16:21: Aber sie ist noch soweit weg, weil ich brauche einen Körper und eine Gebärmutter.

00:16:25: Das muss unterstützt

00:16:26: werden.".

00:16:27: Und dann müssen diese Tiere natürlich auch noch irgendwo leben?

00:16:31: Die Lebensräume, die existiert haben, wo damals ausgestorbenen Tiere gelebt haben, die gibt es heute nicht mehr.

00:16:37: Da,

00:16:38: wo das Mammut früher gelebt hat, dort ist es inzwischen viel zu warm für Mammuts!

00:16:43: Aber wenn man schon dabei ist – überlegt Gernot Segelbacher laut könnte man diese Gen-Technik doch auch verwenden, um die Tiere an aktuelle Umgebungen anzupassen.

00:16:54: Ich könnte jetzt mal ganz provokant sagen vielleicht müsste man die Art dann eher Wärmeresistenz statt Kälteresistent entsprechend entwickeln.

00:17:01: Andrew Parske hat mir natürlich im Interview versprochen dass ich noch ein Proximamut in meiner Lebenszeit sehen werde In einem Zoo zumindest Denn er sieht die Auswilderung als fast genau so große und zeitintensive Herausforderungen wie die De-Extinction selbst.

00:17:29: Während wir auf das erste Proximamut warten, spielen wir noch eine Runde Jenga!

00:17:34: Ich ziehe das hier mal raus...

00:17:36: Wackert!

00:17:37: Da wird der Tum ganz instabil.

00:17:40: Ich kann das Klötzchen nicht wieder in die Lücke schieben um den Turm zu stabilisieren – noch nicht….

00:17:45: Aber wir könnten ja überlegen, ob wir den Turm nicht anderweitig stabilisieren könnten.

00:17:50: Und genau das machen die Forscher nämlich auch in der Natur.

00:17:53: Es gibt ja schon einige Tierarten, die definitiv kurz vorm Aussterben stehen wo es vielleicht noch so hundertzwar natralen Exemplare gibt weil sie entweder an Krankheiten leiden oder weil sie genetisch so verarmt sind dass sie einfach nicht mehr überleben.

00:18:05: und da könnte man ja eingreifen, man könnte sie resistent gegen die Krankheit machen oder man könnte ihn ein bisschen dem Genpool etwas erweitern, dass sie ein bisschen unterschiedlicher sind.

00:18:17: Die Methoden, die heutzutage verfügbar sind also Gen-Technologie, Klonen IVF, Geneditierung das ist alles da und das könnte man alles anwenden und es könnte auch erfolgreich

00:18:28: sein.".

00:18:28: Ein Beispiel ist der Beutelmarder in Australien – Der sogenannte Northern Quall.

00:18:38: Ein

00:18:38: unglaublich süßes kleines Tierchen schaut ein bisschen aus wie Bambi, nur deutlich kleiner.

00:18:47: Leider frisst dieses Mini-Bambi am liebsten eine ganz bestimmte Kröte.

00:18:54: Diese Kröthe nennt man Agagröte oder auf Englisch cane toad.

00:18:59: die lebt in Südamerika Und die Menschen.

00:19:01: vor ungefähr fünfzehstechzig Jahren haben sie nach Australien gebracht, als sie Zuckerrohrplantagen angelegt haben – deswegen auch der Name.

00:19:08: Weil sie gehofft haben dass die Kröte da irgendwelche Käfer frisst, die die Zuckerrohre beschädigt.

00:19:14: Diese Kröthe ist giftig und das Problem ist alle Tiere, die diese Agagröten fressen werden durch das Gift umgebracht Und alles, was kleiner ist als die Gröte wird von der Gröte gefressen.

00:19:27: So dass schlussendlich diese Gröte in Australien überhaupt keinen natürlichen Feinde mehr

00:19:39: hat!

00:19:45: In Südamerika haben sich halt im Laufe der Evolution gewisse Tiere an sie angepasst.

00:19:49: Das heißt, die wurden resistent gegen das Gift.

00:19:52: D.h.,

00:19:52: es hat ihr nichts mehr

00:19:53: ausgemacht.".

00:19:54: Dieser Northern Quall hat einen Genom in der Größe von drei Milliarden Basenpaare und ein einziger Buchstabe entscheidet

00:20:10: ob

00:20:10: das Gift bei dem Northern Quall wirkt oder aber resistent dagegen ist.

00:20:15: Die Idee der Forscher ist deshalb, sie könnten mit Genediterung nachhelfen und den Northern QuALL immun gegen das Krötengift machen.

00:20:26: In der Natur würde das übrigens auch passieren – nur dauert es halt hunderttausend Jahre!

00:20:34: Und so viel Zeit hat dieses Minibambi nicht… denn es hat maximal noch zehn.

00:20:49: Stephanie, das letzte Beispiel zeigt natürlich wie Geneditierung sehr kurzfristig auch zum Artenschutz eingesetzt werden kann.

00:20:57: Und gleichzeitig ist aber genau diese Kröte ein manendes Beispiel dafür was passiert wenn der Mensch sich in die Natur einmischt.

00:21:05: und genau das würden wir hier tun wenn wir ausgestorbene Tiere zurückholen uns sie dann auch noch in der Natur aussetzen.

00:21:13: Ja bei diesen Aussetzungen ist wirklich schon einiges schief gegangen.

00:21:16: Ackerkröte ist ein gutes Beispiel, das heißt wir müssen sehr genau aufpassen welche Tiere wir wo aussetzen.

00:21:23: Also haben sie da natürliche Feinde.

00:21:25: können Sie da überleben?

00:21:27: weil es natürlich auch genauso schlecht wird wenn wir ständig Tiere aussetzen müssen und die sterben wieder.

00:21:31: Das heißt Wir müssen sehr gut vorher abklären Welche Funktionen können die Tiere in diesem Ökosystem erfüllen?

00:21:39: Und Können sie dort überleben?

00:21:41: Sollte sich denn der Mensch überhaupt so in das Ökostem einmischen?

00:21:45: Gute Frage.

00:21:46: Also ich würde sagen, in dem Fall der Agagröte wo wir so viel Unheil angerichtet haben, haben wir auch eine gewisse Verantwortung das wieder ein bisschen das Rad zurückzudrehen und den Tieren dort zu helfen.

00:22:00: auf der anderen Seite denke ich auch viele Prozesse müssen wir auch wenn es uns schwerfällt laufen lassen.

00:22:06: Gibt es denn irgendwelche positiven Beispiele für solche Auswilderungsprozesse, die funktioniert haben?

00:22:11: Absolut!

00:22:11: Da gibt das einige.

00:22:12: Also zum Beispiel gibt es Inseln im indischen Ozean, die zu Mauritius gehören und da wurden bestimmte Schildkröten ausgesetzt.

00:22:21: Und jetzt machen die Schildröten eigentlich genau das was wir uns auch von ihnen erhofft haben nämlich sie nehmen die Rolle der Pflanzenfresser ein.

00:22:29: diese Schild kröten lebten immer dort bis der Mensch kam.

00:22:32: Das heißt auch hier drehen wir sozusagen ein Prozess zurück und versuchen die Fehler, die Schäden, die wir angerichtet haben wieder auszubügeln.

00:22:42: Und dabei ist noch nicht einmal Gentechnik im Spiel?

00:22:45: Wie kann gentechnik beim Artenschutz sonst noch helfen?

00:22:48: Also zum Beispiel gibt es den Tasmanischen Teufel, so ein kleines Beuteltier deutlich kleiner als der ausgestorbenen Tasmanische Tiege.

00:22:55: Aber die Population ist im Augenblick extrem auf der Kippe, weil die Tiere bekommen alle einen Krebsgeschirr im Gesicht.

00:23:03: Und man weiß es gibt Eingehen das diese Tier besonders anfällig macht für diesen speziellen Gesichtskreps.

00:23:11: und jetzt versucht man dieses Gen so zu verändern dass dieser Tasmanische Teufel wieder eine Überlebens Chance hat, weil er gegen den Krebs immun wird oder zumindest nicht mehr so anfälliges.

00:23:24: Und glaubst du, dass wir irgendwann ein Proxima-Mut sehen werden?

00:23:28: Ja ich glaube das wir irgendwann einen Proximamut sehen.

00:23:30: Ich würde sogar sagen vielleicht in fünf bis zehn Jahren.

00:23:33: es wird sicher nur eins sein.

00:23:35: Ich glaube nicht dass wir da eine Ehre sehen aber ich halte es für realistisch dass die Colossal Bioscience zusammen mit vielen Forschergruppen das schaffen.

00:23:42: sie haben viel Geld Sie haben kluge Köpfe Das ist nicht ausgeschlossen.

00:23:46: Danke dir Stephanie!

00:23:48: Danke dir liebe Lena war mir immer ganz lustig.

00:23:51: Während wir also auf Dodos, Mammuts und den Tasmanischen Tiger warten könnte Gentechnik dafür sorgen dass in der Zwischenzeit nicht noch mehr Arten von der Erde verschwenden.

00:24:02: Und das wäre doch auch schon ein Quantensprung!

00:24:05: Die wichtigsten Infos aus dieser Folge findet ihr nochmal kompakt zusammengefasst in unseren Newsletter und mit dem Probe Abo könnt ihr auch noch einige Artikel zu dem Thema lesen.

00:24:15: Stephanie hat einiges dazu recherchiert.

00:24:18: Die Links gibt's in den Show Notes.

00:24:20: Das war Quantensprung, ein Podcast über Forschungen die bewegt.

00:24:23: Ich bin Lena Walter und wir hören uns wieder

00:24:25: nächste Woche!

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