Giotto: Eine Schweizer Firma verspricht KI-Unabhängigkeit für Europa

Shownotes

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Mit einem Klick können die USA Europa von der besten KI der Welt abschneiden. Das hat die Abschaltung von Mythos im Juni deutlich gezeigt. Für Aldo Podestà, den CEO des Schweizer Unternehmens Giotto, war in diesem Moment klar: Europa braucht eigene Spitzen-KI. Und er sagt: Die kann er liefern. Sein 27-köpfiges Team aus Lausanne hat eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die ebenso gut sein soll wie die Modelle der amerikanischen Konkurrenz, etwa Claude und Chat-GPT Pro. Zusätzlich soll Giotto auch noch sensible Daten schützen und besonders effizient und umweltschonend sein.

In dieser Folge NZZ Quantensprung klären wir, wie eine kleine Schweizer Firma eine gute KI entwickeln konnte. Dabei spielen Open Source KI-Modelle aus China eine grosse Rolle - und ein ganz besonderer Wettbewerb, der die Intelligenz von KI messen soll. Ausserdem testen wir die KI von Giotto und bewerten, wie nützlich sie wirklich ist. Kann Giotto Europas Unabhängigkeit in Sachen KI sichern? Und was braucht es dafür ausserdem noch?

Host: Anna Weber, NZZ-Wissenschaftsredaktion Co-Host: Ruth Fulterer, NZZ-Wissenschaftsredaktion

In dieser Folge hörst du ausserdem: Aldo Podestà (CEO von Giotto AI)

Und hier findest du die Quantensprung-Folge zu Apertus.

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Mails an quantensprung@nzz.ch

Transkript anzeigen

00:00:04: Das ist Quantensprung.

00:00:06: Ein Podcast über Forschung, die bewegt.

00:00:18: Es

00:00:23: ist die beste künstliche Intelligenz der Welt und dann wird sie einfach abgeschaltet.

00:00:35: Am zwölften Juni musste die Firma Anthropic ihre KI Fable Five und Mythos Five offline nehmen.

00:00:42: So wollte es die amerikanische Regierung.

00:00:55: Diese KI sei zu mächtig!

00:00:57: So mächtig, dass man nicht zulassen könne das sehen die falschen Hände gerät und vielleicht benutzt wird um die USA mit Cyberattacken anzugreifen.

00:01:06: Die Regierung entscheidet ab jetzt dürfen nur noch US-Amerikaner diese Spitzenkai benutzen.

00:01:17: Es ist eine Machtdemonstration.

00:01:19: Mit einem Klick können die USA Europa und dem Rest der Welt die beste KI wegnehmen.

00:01:33: Für Aldo Podestar war genau das der Moment, in dem er entschieden hat.

00:01:37: Wir brauchen in Europa eine Alternative zu den amerikanischen KI-Modellen – eine europäische KI auf Spitzenniveau!

00:01:45: Und er sagt, seine Firma Jotto kann die liefern.

00:01:50: Das ist Kvann Esprung ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:01:55: Wir prüfen jede Woche eine Idee, die unser Leben verändern könnte und wie aus der Forschung Realität wird.

00:02:02: Heute sichert Jotto Europas Unabhängigkeit in Sachen KI?

00:02:06: Darüber spreche ich mit meiner Kollegin und Co-host Ruth Fulterer.

00:02:10: Sie schreibt bei der NZZ die Bekünstliche Intelligenz Und sie hat Jotto für uns getestet.

00:02:15: Ich bin Anna Weber und ich habe heute noch ein besonderes Geschenk für euch.

00:02:19: Für unsere Podcast-Fans gibt es die NZZ Digital sieben Tage lang kostenlos, ganz unverbindlich.

00:02:26: Alle Infos findet ihr in der Folgenbeschreibung.

00:02:29: Willkommen zu Quantensprung!

00:02:39: Aldo Podesta kommt ursprünglich aus Rom aber seine Selbstsicherheit erinnert eher an die bekannten Unternehmer aus dem Silicon Valley.

00:02:46: Er weiß selbst, seine Behauptungen klingen verrückt.

00:02:49: Ein bisschen größenwahnsinnig!

00:02:51: Denn er sagt die KI seines Unternehmens Jotto AI könne mit den ganz großen mithalten.

00:02:57: Dabei arbeiten in der Firma nur siebenundzwanzig Mitarbeiter.

00:03:01: Anfang Juli haben Sie Ihre neueste künstliche Intelligenz veröffentlicht und Podesta hat meiner Kollegin Ruth erzählt was die alles können soll.

00:03:09: Er verspricht, dass wir hier in der Schweiz ein KI-Modell haben das gleich gut funktioniert wie die amerikanischen Modelle.

00:03:16: Also wie Chatchi, PT, Gemini und so weiter.

00:03:19: Und da gibt es zwei Möglichkeiten das zu nutzen entweder online – wie man das gewöhnt ist oder auch als Maschine den man sich in der Firma aufstellt und die einem dann die Antworten direkt gibt.

00:03:32: und dabei sind praktisch sensible Daten geschützt.

00:03:36: Und das alles soll super funktionieren und dabei auch noch sehr viel weniger Energie verbrauchen als die amerikanischen Modelle, also besser für die Umwelt sein.

00:03:44: Und auch noch viel günstiger!

00:03:46: Und das Alles von einer europäischen Firma aus Lausanne in der Schweiz.

00:03:58: Aldo Podesta findet Künstliche Intelligenz ist eine so wichtige Technologie, dass wir es uns einfach nicht leisten können dabei aufzugeben.

00:04:06: Mittlerweile hat sich die amerikanische Regierung zwar mit Anthropic geeinigt und ihre KI-Modelle sind wieder erreichbar – auch von Europa aus!

00:04:14: Aber ob das in Zukunft so bleibt weiß keiner.

00:04:20: Deshalb muss Europa eigene künstliche Intelligence entwickeln.

00:04:24: Nur so werden wir von den USA unabhängig.

00:04:27: Wie diese Unabhängigkeit genau aussehen könnte, dafür hat Podesta schon eine Vision.

00:04:39: Er stellt sich vor dass bald jede Gemeinde in der Schweiz die KI von Jotto auf ihren eigenen Rechner laufen lässt.

00:04:46: Sie können weltbeste KI nutzen damit produktiver werden und trotzdem ihre Daten super schützen.

00:04:52: Diese Daten verlassen dabei nämlich nicht einmal das Büro Und das will Podesta nicht nur in der Schweiz ermöglichen.

00:05:06: Ihm geht es darum, wieder Unabhängigkeit für Europa zu schaffen und auch das Vertrauen wieder aufzubauen dass wir in Europa großartige Dinge schaffen können wie zum Beispiel die KI von Jotto.

00:05:19: Podesta selbst nutzt sie jeden Tag – und auch noch viele andere KI-Modelle der Konkurrenz.

00:05:28: Und

00:05:28: er sagt, er spürt inzwischen keinen Qualitätsunterschied mehr zwischen Jotto und Spitzenmodellen wie ChatGPD Pro von OpenAI oder Claude von Anthropic.

00:05:38: Dabei investieren die großen KI-Firmen im Silicon Valley jedes Jahr Milliarden in die Entwicklung ihrer Modelle – von solchen Zahlen ist Jotto weit entfernt!

00:05:47: Trotzdem hat Podesta eine Erklärung dafür, wie sie am Genfersee eine WeltklasseKI trainieren konnten….

00:06:01: Hinter Jotto steckt keine Magie, sagt Podesta.

00:06:04: Aber immerhin eine ordentliche Portion Glück!

00:06:07: Erstens – Glück dass das Team früh eine Technologie entdeckt hat die die KI-Welt komplett auf den Kopf gestellt hat.

00:06:14: Die

00:06:21: Transformer.

00:06:22: Und das war eine ganz neue Technik der Verarbeitung von Text.

00:06:27: Weil bisher hat KI-Text so Wort für Wort gelesen, praktisch und versucht den Sinn zu erfassen.

00:06:33: Die Transformermodelle haben dann möglich gemacht dass man auf einen Blick eine ganze Seite Text versteht und dadurch auch die Zusammenhänge zwischen den Wörtern viel besser versteht.

00:06:44: Das hat die Sprachverarbeitung sehr viel schneller und besser und effizienter gemacht.

00:06:48: Seit twenty-zweiundzwanzig ChatGBT veröffentlicht wurde, gelten Transformer als die wichtigste Technologie für KI.

00:06:55: Das Team von Jotto hatte ihr Potenzial schon zwei tausend siebzehn erkannt und hatte so einen ordentlichen Vorsprung vor der Konkurrenz.

00:07:02: Und mit noch etwas hatte Jotto Glück!

00:07:04: Sie haben aus unerwartete Richtung Hilfe bekommen – aus China.

00:07:08: Jotto baut KI-Modelle nicht von Anfang an sondern sie bauen auf Open Source Modelle auf, die sie weiter entwickeln.

00:07:16: Und diese Open Source Modelle hat die Welt eigentlich China zu verdanken.

00:07:21: Denn kinesische Firmenlabors veröffentlichen sehr oft ihre neuesten KI-Modelle.

00:07:26: eben Open Source oder eigentlich Open Waits, das heißt diese ganzen Informationen in der Modelle sind online zum Download verfügbar und man kann das ganze Modell downloaden und bei sich laufen lassen und auch weiterentwickeln.

00:07:38: Das bekannteste Beispiel ist wohl die chinesische KI DeepSeek.

00:07:41: Die vergangenes Jahr veröffentlicht wurde und bewiesen hat, dass China in Sachen KI vorne mitspielt – auch amerikanische Firmen veröffentlichen ab und zu ihre Modelle Open Source

00:07:51: Und Jotto nutzt eben diese verschiedenen amerikanischen und chinesischen Modelle für sich und entwickelt sie weiter um was Eigenes drauszumachen.

00:07:59: So spart sich Jotto einen besonders teuren Schritt beim Training von KI.

00:08:03: Man kann sich die Entwicklung von KI-Modellen in so zwei großen Schritten vorstellen.

00:08:08: Das erste ist das Pretraining und da wird ein ganz großes allgemeines Modell entwickelt.

00:08:14: aus unzähligen Daten, den ganzen Internet also eben wird alles reingehaut und da werden ein großes Modell daraus gemacht.

00:08:22: In dem total viel Wissen steckt.

00:08:24: aber es ist eben noch kein guter Chatbot.

00:08:25: Es ist noch nicht richtig gut drin sich richtig zu verhalten und Fragen gut zu beantworten.

00:08:31: Und diese Anpassung passiert dann eben im Post-Training oder auch Fine-Tuning Schritt.

00:08:36: Hier wird das Modell so nach und nach dazu gebracht, Fragen richtig zu beantworten, auch das ganze Reasoning – also die ganzen Nachdenksschritte, die Modelle machen um informationsseemvoll zu verarbeiten.

00:08:49: Das alles wird den KI-Modellen in diesen zweiten Schritt beigebracht.

00:08:53: Im Pre-Train macht Jotto nicht selber.

00:08:55: Da greift es auf diese fertigen großen Modelle zurück, die es Open Source gibt Und es trainiert die praktisch weiter.

00:09:02: Die größten Kosten bei der KI-Entwicklung stecken in dem ersten Schritt, den Pretraining.

00:09:07: Weil sie das nicht selber machen, kommt Jotto mit viel weniger Ressourcen aus.

00:09:16: Die großen KI Forschungslaborer der Welt haben viel in die Entwicklung von immer stärkeren und größeren KI Modellen investiert – und dank Open Source sind dabei ab und zu auch ein paar Krüme für kleinere Firmen wie Jotto abgefallen.

00:09:29: Aber haben Sie daraus jetzt wirklich etwas Brauchbares entwickelt?

00:09:33: Ist die KI von Jotto so gut, wie Aldo Podesta das behauptet?

00:09:38: Wir sind gleich zurück.

00:10:02: Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie Tickets unter nzc.ch slash live.

00:10:18: Aldo Podesta will der Welt beweisen, dass seine Firma genauso gut ist wie die amerikanischen Tech-Giganten und einmal ist ihm das auch schon gelungen bei einem ganz besonderen Wettbewerb – Der Arc Challenge.

00:10:31: Diese ARK AGI Challenge hat schon so eine Art Kultstatus im KI-Feld erlangt, weil die eben so schwer zu knacken waren.

00:10:39: Man ist immer gesagt, das misst dann die wirkliche Intelligenz und dass es das ja eigentlich lösen

00:10:44: sollten.".

00:10:45: Die ARK Challenge besteht aus lauter Logikrätseln – und sie sind so designt, dass man sie nicht einfach mit auswendig gelerntem Wissen lösen kann!

00:10:53: Man muss denken...

00:10:59: Kein Fachwissen, um diese Art Rätel zu lösen.

00:11:01: Also ein Kind könnte das lösen!

00:11:04: Aber das Interessante bei dieser Art Challenge ist, dass K.I.

00:11:07: Megalang total schlechter war.

00:11:10: Drei Jahre lang hat das Team von Jotto ausschließlich daran gearbeitet, diese Challenge zu knacken und in den letzten Jahren hatten sie dann auch einen ganz großen Erfolg.

00:11:21: Bei dieser Art-Challenge haben mehr als tausend Teams auf der ganzen Welt mitgemacht darunter große Techfirmen Sehr lange, ganz oben an der Spitze.

00:11:31: Also sie haben als erstes... ...dreiundzwanzig Prozent dieser Rätsel richtig gelöst was nicht nach viel klingt aber es tatsächlich extrem viel war im Vergleich zu anderen.

00:11:40: Das Unternehmen hat bewiesen wir können etwas

00:11:44: Vor allem auch weil Sie ein sehr kleines, effizientes Modell genutzt haben.

00:11:48: also nicht mit dem riesigsten KI-Modell und unzähligen Mengen an Rechenleistungen ist das Problem gelöst sondern eben ziemlich effizient.

00:11:56: Nur Gute Noten in einem Wettbewerb bringen auf der Weltbühne wenig.

00:12:01: Europa braucht eine KI für die Unternehmen, nicht eine, die gut Rätsel lösen kann!

00:12:06: Also ist Jotto auch in der Realität nützlich?

00:12:08: Ruth hat als Tech-Journalistin bei der NCZ schon einige KI-Modelle getestet und verglichen.

00:12:13: Sie hat Jottos KI mit allen möglichen Fragen auf die Probe gestellt.

00:12:17: Es ist ja immer ein bisschen schwierig, mit so anektotischen Tests dann eine eigene Aussage über Modell zu machen.

00:12:23: Aber ich habe eben ein bisschen rumprobiert und mir Tipps für einen Artikel geben lassen, ein paar Wissensfragen gestellt... Ich habe eine französische Nähanleitung als PDF hochgeladen und Fragen dazu gestellt – das hat alles ziemlich gut funktioniert muss ich sagen!

00:12:38: Ein bisschen schwieriger war es dann schon, wo ich so ein Tic-Tac-Toe-Webgame programmieren lassen wollte.

00:12:44: Da hat Gemini einfach meine ziemlich linehaften Anfragen sehr gut schon interpretiert.

00:12:49: und Giotto, das war jetzt nicht ganz so smooth.

00:12:51: Schwieriger war's bei der Wanderrouten Challenge!

00:12:54: Ich habe vor einem Jahr einen Artikel geschrieben um damals eben die KI Modelle darin zu vergleichen wie man eine ganz spezifische Wanderrate, wo man in Hütten zu zweit in dem Privatschimmer übernachten kann, wie man die planen könnte und was ist dafür Optionen gibt in der Schweiz?

00:13:08: Und da habe ich eben gemerkt, diese ganz spezifische Frage lädt diese KI-Modelle ein.

00:13:13: Dinge zu hallucinieren weil es gibt nicht alle Informationen und dann auch finden sie Wanderhütten und denken sich Wege aus!

00:13:19: Da muss ich sagen das Jotto ziemlich schlecht abgeschnitten hat.

00:13:23: gleich schlecht wie vor einem Jahr die schlechteren Modelle und das waren damals Antropics Claude & Deepseak.

00:13:30: Um wirklich sagen zu können, wie gut Jotto ist bräuchte's aber gründlichere Vergleiche.

00:13:35: Die liefern sogenannte Benchmarks.

00:13:38: Dabei werden die KI-Modelle von verschiedenen Anbietern in allen möglichen Disziplinen miteinander verglichen.

00:13:42: In Mathe, beim Schreiben und beim Programmieren – und zwar anhand von Tausenden Aufgaben!

00:13:48: Diese offiziellen Vergleiche hat Jotto bisher aber noch nicht veröffentlicht.

00:13:52: Aber es sieht aktuell nicht danach aus als wäre Jotto tatsächlich auf dem Niveau der allerbesten KI Modelle wie Muthos von Anthropic.

00:13:59: Jotto will noch etwas liefern womit die amerikanische Konkurrenz bisher wirklich nicht punktet.

00:14:04: Datensicherheit

00:14:10: Bei einem klassischen KI-Modell schickst du deinen Promt und der geht an die Server der amerikanischen Firma.

00:14:17: Und wird dort verarbeitet, wenn du eine kostenlose Version hast dann werden deine Promts auch dazu genutzt die Modelle zu verbessern.

00:14:26: Wenn man einen Vertrag hat ein Bezahlmodell ist das meistens ausgeschlossen und die Daten sind irgendwie vertraglich gesichert.

00:14:33: Aber es ist schon so, dass die KI-Firmen Zugriff auf die Daten haben.

00:14:36: Also die Angestellte könnten da reinklicken und sich das anschauen wenn sie wollten oder eben auch wenn Sie vielleicht vom FBI dazu angehalten werden.

00:14:44: Wenn man sensible Daten wie Verträge an die künstliche Intelligenz gibt dann landen die also bei einer Firma im Ausland.

00:14:51: Und das passiert vielleicht manchmal auch dann, wenn gar nicht alle Beteiligten dem zugestimmt haben.

00:15:03: Alu Podesta sagt, wie KI heute genutzt wird ist sogar oft illegal.

00:15:08: Aber es wäre natürlich für Firmen total nützlich wenn sie KI auch für Verträge und andere sensible Daten benutzen können.

00:15:15: Und da hat Jotto einen klaren Vorteil gegenüber zum Beispiel ChatGPT.

00:15:19: Normalerweise ist es ja so dass wenn du ChatGPP eine Frage stellst das die an eine Cloud geschickt wird also ein Rechenzentrum der Faktor was irgendwo auf der Welt steht.

00:15:29: Und Jotto ist eben sehr viel kleiner und effizienter.

00:15:33: Deswegen kann man es auf einem einzelnen Server laufen lassen, also du kannst dir praktisch einen Mini-Rechenzentrum sozusagen in deine Firma stellen.

00:15:42: Das heißt da kannst du dann wirklich alles hinschicken, alles ins Ziblendaten, Verträge mit Kunden – das bleibt alles in deiner Firma und ist dadurch wirklich hundertprozent sicher vor fremden

00:15:52: Augen.".

00:15:53: Auch für Regierungen oder des Militär sind solche lokalen geschützten Anwendungen interessant?

00:15:58: Mit den KI-Modellen von OpenAI oder Anthropic würde das so nicht funktionieren.

00:16:03: Ja, der große Unterschied ist eben dass sie so effizient sind.

00:16:06: Sie brauchen sehr viel weniger Energie – seventy mal weniger behauptet Alta Podesta.

00:16:12: und das schaffen sie indem sie ein KI-System aus vielen kleinen spezialisierten Modellen entwickelt haben.

00:16:19: also wir haben ja vorher gesagt sie bauen auf diese Open Source Modelle auf und die tun sich dann so weiter entwickeln dass sie viele kleine spazialisierte Modelle haben.

00:16:28: Das erste nimmt sozusagen die Frage in Empfang und überlegt, wie interpretieren wir das?

00:16:32: Wer kann das am besten beantworten.

00:16:33: Und dann gibt es vielleicht eines, was übersetzen kann.

00:16:35: Das andere kann super programmieren, das andere kann Dinge im Internet recherchieren und alle aktivieren sich immer nur für diese eine Antwort und dadurch wird extrem viel Strom gespart.

00:16:44: also ist sehr viel effizienter als wenn immer das riesige Modell jede kleine Frage beantwortet.

00:16:51: Die KI von Jotto kommt also mit relativ wenig Rechenleistung aus und braucht deshalb auch nicht immer gleich ein riesiges Rechenzentrum.

00:16:58: Und der niedrige Stromverbrauch schont ganz nebenbei die Umwelt.

00:17:06: Aldo Podesta ist sehr überzeugt von Jotto, aber selbst er sagt es gibt dann noch diese eine Sache, die ihn stört... Jotto spart sich das teure Pre-Training und setzt stattdessen auf Open Source KI.

00:17:28: Deswegen können sie nicht zu einhundert Prozent kontrollieren, was in ihrem Modell drinsteckt.

00:17:34: In diese Modelle fließen unglaublich viele Daten rein.

00:17:37: Viele davon sind auch illegal beschafft also einfach gescraped von irgendwelchen Medienseiten vielleicht oder auch Büchern ohne die Autoren irgendwie um Erlaubnis zu fragen.

00:17:47: Es stecken aber auch in manchen Modellen Bilder vom Kindsmissbrauch drin.

00:17:50: Also es ist wirklich... Auch das ganze Schlimme, was im Internet steckt, steckt da drin.

00:17:55: In diesen Daten können auch Vorurteile stecken also Sexismus, Rassismus ist eben auch im Internet stark verbreitet.

00:18:03: Dann gibt es natürlich die Frage der Sprachen.

00:18:05: Welche Sprachen?

00:18:06: Welche Weltbilder stecken da auch drin?

00:18:08: Bei chinesischen Modellen weiß man auch dass gewisse politische Dinge dann auf eine parteikonforme Sicht gedreht werden und das dann auch noch in den Modellen steckt.

00:18:18: Und dem Überall das hat man keine Kontrolle, wenn man dieses Pre-Training nicht selber macht.

00:18:23: Am besten wäre es, wenn Manjotto auf einem KI-Modell aufbauen würde bei dem wir wirklich wissen was drinsteckt und dass unsere europäischen Werte widerspiegelt ein Modell wie die Schweizer KI Apertus.

00:18:36: Apertos ist ein öffentliches Modell von ETH und EPFL hier in der Schweiz entwickelt Und es ist eben dadurch einzigartig, dass wirklich transparent ist was alles eingeflossen ist.

00:18:46: Also welche Daten verwendet wurden um es weiter zu entwickeln und das bringt auch mit sich das nur legale Daten genutzt worden.

00:18:55: Das kam letztes Jahr raus.

00:18:57: Manche hat es enttäuscht Es war noch nicht super.

00:19:00: Gerade arbeiten die auch daran, es besser zu machen.

00:19:02: Also es ist besser nachdenken lassen können das es auch Bild und Audio verarbeiten kann und auch ein bisschen mehr agentische Werkzeuge nutzen kann.

00:19:12: Zu Apertus gibt es schon eine eigene Folgequartensprung.

00:19:15: ich verlinke sie euch in den Show Notes.

00:19:17: Auf Apertuss könnte mein Modell Vigotto aufbauen Und genau damit hat sich Podesta auch schon beschäftigt.

00:19:30: Er würde gerne mit Apertus zusammenarbeiten.

00:19:33: Aber dafür muss es erst noch besser werden!

00:19:35: Für ihn steht aber außer Frage, dass das den Aufwand wert ist.

00:19:45: Er will eine echte Alternative zu den amerikanischen KI-Modellen schaffen – keinen billigen Abklatsch sondern richtig intelligente KI aus Europa Und die könnte uns dann auch niemand mehr so einfach wegnehmen.

00:20:04: Ruth, es wurde ja sehr viel diskutiert in Europa und auch in der Schweiz was es jetzt braucht um in Sachen KI aufzuholen also vielmehr Rechenzentren bauen, Investitionen tätigen.

00:20:16: Jetzt hat Jotto ja einfach mit minimalem Ressourcen doch eine ganz brauchbare KI gebaut.

00:20:21: heißt das es braucht gar nicht diese ganzen extra Investition über die so viel diskutieren würde?

00:20:26: Ja, das wäre schön.

00:20:27: Aber ich glaube, dass wäre falsch gedacht und zwar aus zwei Gründen.

00:20:31: Erstens baut Jotto ja auf die offene KI von anderen Anbietern auf.

00:20:36: Das heißt man ist immer noch davon abhängig, dass sie irgendwie was veröffentlichen und wenn Sie es nicht mehr machen dann steht man ziemlich dumm da!

00:20:43: Und zweitens haben wir auch gesehen, dass Jotto eben nicht ganz an das rankommt, was wir von den besten KIs gewohnt sind.

00:20:51: Egal was Podesta sagt – das stimmt nicht ganz...

00:20:54: Okay, also Jotto alleine kann uns doch noch nicht ganz retten.

00:20:58: Was braucht es denn dann noch in Europa damit wir wirklich souverän werden in Sachen KI?

00:21:03: Ja, es braucht sicher Investitionen in KI-Infrastruktur.

00:21:07: sogar dieses Jotto Modell als das was über die Cloud läuft, läuft nicht in einem Schweizer Rechenzentrum sondern in Finnland weil's nur dort so ein ganz modernes Rechen Zentrum gibt mit den neuesten KI Chips die eben nötig sind damit dass auch funktioniert.

00:21:22: Das heißt selbst um KI zu nutzen braucht man eine gewisse Infrastruktur, wenn man nicht will dass das alles irgendwo anders läuft.

00:21:28: Aber Jotto zeigt schon auch, dass man viel erreichen kann mit geringen Ressourcen.

00:21:34: ich finde es gibt schon Hoffnung dass man jetzt nicht Europa komplett mit Datenzentren zupflastern muss um mitzuhalten.

00:21:41: aber das ist eben eine schwierige Frage.

00:21:43: wie entwickelt sich das weiter?

00:21:44: und je nachdem was brauchen wir alles?

00:21:46: Oft wird ja auch gesagt, dass die EU deswegen nicht mithalten kann in KI weil es einfach zu strenge Regulierungen gibt hier.

00:21:53: Stimmt das?

00:21:53: Kann man wirklich gute KI machen, auch ohne die Regeln dafür zu lockern?

00:21:58: Da finde ich Jotto auch ganz interessant, weil Podesta sagt Ja, die Regel sind jetzt nicht super einfach alle zu erfüllen aber da seid wer jammern eigentlich so viel?

00:22:08: Es ist nicht so schwierige.

00:22:09: halt Anwälte, die kümmern sich und man muss einfach gewisse Kriterien der Transparenz und so weiter herstellen und dann läuft das auch.

00:22:16: Also er argumentiert da dagegen, obwohl er auch sagt man kann die Regeln verbessern.

00:22:21: also ich finde in Summe macht Giotto schon vor dass es einen alternativen Weg gibt, wo man KI mit weniger ethischen Problemen und um einen geringeren Preis bekommen kann.

00:22:33: Und das finde ich schon eine sehr gute Nachricht angesichts der massiven Kosten von Rechenzentren und deren Umweltauswirkungen.

00:22:40: Das alles auch noch entwickelt in Europa?

00:22:42: Das ist ein Hoffnungsschimmer!

00:22:44: Ich glaube darauf müssen wir aufbauen.

00:22:46: zu sehen... Nicht immer zu jammern sondern auch zu schauen was können wir wirklich machen und das ist gar nicht so wenig.

00:22:52: Mit dieser Folge und etwas Hoffnung auf europäische KI verabschieden wir uns in drei Wochen Sommerpause.

00:22:58: Meine Kollegin Lena ist am XXI.

00:23:00: August wieder mit einer neuen Folge am Start.

00:23:03: Bis dahin könnt ihr euch mit dem exklusiven Sieben-Tage-Abo von NZZ Digital die Zeit sicher gut vertreiben, und wir versorgen euch auch über die Newsletter – mit ganz viel Stoff für die Sommerferien!

00:23:14: Da drin findet ihr diese Woche übrigens auch ein Beispiel für einen Logik Rätsel aus der ARK Challenge.

00:23:20: Alle Links findet ihr in den Shownotes.

00:23:22: Das war Quantensprung, ein Podcast über Forschung die bewegt.

00:23:26: Ich bin Anna Weber – wir hören uns!

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