Die perfekte Probe: Periodenblut als ungenutzte Chance der Medizin
Shownotes
Es gibt sie, die perfekte medizinische Probe. Sie enthält Proteine, Immunzellen, Gewebe - und sie ist ohne Nadel, Skalpell oder Wattestäbchen in der Nase verfügbar: Menstruationsblut. Doch es wird in der Medizin bisher kaum genutzt. Speichel, Blut, Urin, Stuhl, Haare, Hirnwasser - für alles gibt es medizinische Tests und alle liefern wertvolle Hinweise auf unsere Gesundheit.
Warum nicht auch für Periodenblut?
Der monatliche Zyklus bietet eine schmerzfreie Biopsie der Gebärmutterschleimhaut, die neue Wege in der Diagnostik von Endometriose, Unfruchtbarkeit oder Blutzuckerwerten eröffnet. Wissenschaftlerinnen erforschen in Projekten wie der ROSE-Studie das medizinische Potenzial dieser Probe, um Krankheiten früher zu erkennen und Wissenslücken in der Frauengesundheit zu schließen.
Host: Lena Waltle Co-Host: Anna Weber, NZZ-Wissenschaftsredaktorin
In dieser Folge sind ausserdem zu hören:
- Christine Metz (Feinstein-Institut für molekulare Medizin)
- Isabelle Guenaut (Gründerin Theblood)
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dieser Podcast wird ihnen präsentiert von True Wealth, dem Schweizer Onlinevermögensverwalter.
00:00:05: Der Transparenz neu definiert.
00:00:11: Das ist Quantensprung!
00:00:13: Ein Podcast der NZZ über Forschung die bewegt.
00:00:24: Es gibt sie Die perfekte medizinische Probe Sie enthält Proteine Immunzellen Gewebe und sie ist ohne Nadels Kalpell oder Wattenstäbchen in der Nase verfügbar.
00:00:43: Die Forscherin Christine Metz erwartet in dieser Flüssigkeit sogar Informationen um Schlaganfälle oder Herzentfolgte zu behandeln.
00:00:54: Nur wird diese Informationsquelle kaum angezapft, sondern meistens einfach in den Müll geworfen und zwar von Millionen Frauen.
00:01:12: Ja, genau.
00:01:13: Diese einzigartige Informationsquelle ist Menstruationsblut.
00:01:28: Speichel, Blut, Urin Stuhl Haare Hirnwasser.
00:01:31: Für alles gibt es medizinische Tests und alle liefern wertvolle Hinweise auf unsere Gesundheit.
00:01:37: Warum nicht auch Periodenblut?
00:01:45: Weil es eklig ist?
00:01:47: Nein.
00:01:47: Es ist einfach eine bisher ungenutzte Ressource für einen einzigartigen Mix an Informationen über den Körper!
00:01:56: Das ist Quantensprung, ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.
00:02:01: Jede Woche prüfen wir Ideen die unser Leben verändern und wie das Forschung Realität wird.
00:02:07: Was kann eine lange ignorierte Körperflüssigkeit über die Gesundheit, Fruchtbarkeit, über drohende Krankheiten und sogar über die Belastung der Organe mit Schadstoffen verraten?
00:02:18: Ich bin Lena Waldler.
00:02:19: Willkommen!
00:02:30: Meine Kollegin Anna Weber lässt sich immer gerne vom aktuellen Stand der Forschung überraschen – egal ob sie für die NCZ über den Weltraum, den menschlichen Körper oder künstliche Intelligenz schreibt….
00:02:41: Auch bei dieser Recherche war es überrascht, wenn auch nicht im besten Sinne.
00:02:45: Also man sieht es daran was für Studien aktuell laufen und was für ganz grundlegende Fragestellungen die zum Teil anschauen also solche grundlegenden Fragen wie Mengen oder Zusammensetzung.
00:02:58: das wird sich aktuell als noch angeschaut und ich hatte schon damit gerechnet dass man schon viel viel mehr weiß über Menstruationsblut.
00:03:06: Man würde meinen, dass es nach all den Jahren der Forschung kaum noch eine Unbekannte im menschlichen Körper gibt.
00:03:16: Aber Christine Metz vom Feinstein-Institut für molekulare Medizine New York hat sie gefunden Die Gebärmutter sei nicht einmal annähernd so gut erforscht wie zum Beispiel das Gehirn.
00:03:33: Diese Aussage hat meine Kollegin Anna natürlich direkt nachgeprüft.
00:03:37: Dann kommen halt nur einhundert-achtzig tausend Resultate.
00:04:07: Insofern ist dieser Klamot, dass der Uterus sehr viel weniger erforscht ist als das Gehirn schon nicht ganz von Hand zu
00:04:14: weisen.".
00:04:14: Das fängt schon damit an, dass alleine die Bezeichnung Periodenblut eigentlich irreführend ist!
00:04:21: Im Periodenblut sind neben dem Blutanteil eben auch noch sehr, sehr viel Gewebe.
00:04:26: Eben das Geweb der Gebärmutter und Immunzellen jede Menge Proteine, auch Schleim vom Zerrwächs- und von der Vagina.
00:04:35: Das sind alles Verstandteile die im normalen Blut natürlich nicht vorkommen.
00:04:38: Und dieses Gewebel dass in den Perioden blut drin ist kommt eben daher Dass sich ja während dem Zyklus die Gebärmutterschleimhaut so aufbaut und dann in der Menstruation wird die oberste schicht abgestoßen.
00:04:50: Einmal im Monat liefert der Körper einer Frau also viel mehr als einfach nur ein bisschen Blut.
00:04:56: Er liefert eine Art natürliche Biopsy eines Organs und das ist wirklich ungewöhnlich!
00:05:03: Wenn ich eine Biopsie von irgendeinem inneren Organ machen will zum Beispiel, dann muss sich ja immer wirklich mindestens mal eine dicke Nadel in die Leber stecken unter einen Stück rausnehmen.
00:05:13: Also dass es wirklich größere Eingriff... Und es ist ja eigentlich Wahnsinn, wenn man sich überlegt.
00:05:17: Da gibt es dieses eine Organ von dem bekommen wir das Gratis ohne überhaupt einen Eingriff machen zu müssen.
00:05:23: Bekommen wir ne Biopsy bekommen wir wirklich ne große Gewebeprobe nicht mal nur von einer kleinen Ecke der Gebärmutter sondern von der gesamten Gebärmutterschleimhaut und das ist eigentlich Wahnsin, dass wir das nicht nutzen.
00:05:35: Forscher entdecken immer mehr, welches riesige diagnostische Potenzial in diesem Mix aus Blut und Gewebe steckt.
00:05:42: Und genau dafür interessieren sich auch einige Startups – und deren Investoren!
00:05:47: Sie wollen Tests entwickeln um dieses Potential auszuschöpfen.
00:05:56: Da Periodenblut auch zum Teil aus normalem Blut besteht lassen sie damit alle gängigen Bluttests durchführen nur eben ohne dass man jemand mit einer Nadel pieksen muss.
00:06:07: Es gibt genau ein Start-up, nämlich Quinn.
00:06:09: Die haben schon Produkt auf dem Markt und da geht es um Blutzuckermessung.
00:06:14: also bei Diabetes kann der muss regelmäßig der sogenannte Langzeitblutzuckerwert gemessen werden Und das machen die eben im Periodenblut als Ersatz für so einen klassischen Bluttest, für den man extra Blut abnimmt.
00:06:25: Auf die gleiche Art können auch Entzündungswerte monatlich gemessen wird.
00:06:29: Da gibt es ein Start up von der ETH Zürich Die heißen Menstru AI und die wollen mit so einem Teststreifen in der Binde unter anderem allgemeine Entzündungsmarker messen, man könnte aber auch Hormonwerte messen oder Vitaminwerte.
00:06:45: Außerdem könnte die Diagnose mit Periodenblut Abstriche ersetzen – und die Tests auf Krankheiten oder Krebs könnten sogar viel regelmäßiger durchgeführt werden!
00:06:54: Weil natürlich auch die ganzen Viren und Bakterien, die zum Beispiel in der Vagina oder am Gebärmutterhals sein können.
00:07:01: Und zum Beispiel das Krebsrisiko erhöhen können.
00:07:04: Die sind auch in diesem Menstruationsblut natürlich drin.
00:07:06: Also prinzipiell könnte man diese Krebsvorsorge gut im Menstruationblut machen wenn man da einen entsprechenden Test vernünftig entwickelt.
00:07:16: Genauso auch... sexuell übertragbare Krankheiten, was ja auch heutzutage für viele Menschen eher eine Hürde ist, die testen zu lassen.
00:07:24: Auch das steckt im Instruationsblut drin und könnte theoretisch in so einem umfangreichen Test einfach mitgetestet
00:07:32: werden.".
00:07:32: Das ist die eine Art von Tests!
00:07:34: Sie ersetzen im Grunde ein schon etabliertes System – und machen den Test einfacher, zugänglicher und weniger invasiv?
00:07:42: Aber es gibt noch weitere Dinge, die man im Instruktionsblut messen könnte… und über die man bisher auf keinem anderen Weg Informationen erhalten kann.
00:07:51: Einerseits geht es darum wirklich Krankheiten zu diagnostizieren, zum Beispiel endometriose oder polizistisches Ovarialsyntrom.
00:07:59: Es geht aber auch z.B.
00:08:00: sehr viel um das Thema Fruchtbarkeit oder eben Unfruchtbarheit wo's Zum Teil viele Fälle gibt.
00:08:06: die sind eigentlich unerklärt, mit den heutigen Tests können wir nicht so richtig herausfinden warum eine Frau nicht schwanger wird oder warum jemand häufig Fehlgeburten erleidet.
00:08:15: Genau dafür haben Forscher in ersten Studien auch schon einen Hinweis gefunden.
00:08:20: zum Beispiel gibt es eine Studie aus Irland.
00:08:21: da haben sie gezeigt dass im Menstruationsblut von Frauen die schon einige fehlgeburt hatten bestimmte Zellen vom Immunsystem erhöht sind im Vergleich zu Frauen die keine fehlgeburten hatten.
00:08:33: und das könnte man ja natürlich auch als Diagnostik benutzen und man findet dadurch auch was darüber raus, was vielleicht Gründe für Fehlgeburt sind.
00:08:42: Christine Metz hat sich außerdem mit der Frage beschäftigt wie man Periodenblut auch nutzen kann um die öffentliche Gesundheit zu verbessern?
00:08:49: Und sie hat herausgefunden dass sich im Perioden Blut jede Menge Umweltschadstoffe nachweisen lassen.
00:09:09: also sie haben da wirklich alle möglichen Sachen gefunden, PFAS Mikroplastik solche Dinge.
00:09:15: Und das Interessante ist dann natürlich Sie können die Frauen quasi nehmen als Testgruppe und im Periodenblut dass sowieso ausgeschieden wird quasi sehen welche Belastungen welcher Schadstoffe waren da im letzten Monat in der Umgebung?
00:09:29: Und dann wissen sie, okay die sind nicht nur da im Insturationsblut sondern sie sind im ganzen Körper und die sind auch nicht nur im Körper dieser Frauen.
00:09:36: Sondern wahrscheinlich in der ganzen Bevölkerung!
00:09:38: Und für die Frauen bedeutet das In diesem Blut steckt doch viel Potenzial zur Früherkennung von Krankheiten.
00:09:44: Es gibt zum Beispiel eine Studie, die hat gezeigt dass im Menstruationsblut mindestens dreihundertfünfzig Proteine drin stecken.
00:09:51: Die im normalen Blut überhaupt nicht zu finden sind und da hofft man sich natürlich das manche von diesen Proteinen zu Biomarkern werden können.
00:09:58: also zu Hinweisen wo man sagen kann ah diesen Wert müssen wir messen.
00:10:01: wenn der erhöht ist dann hat die frau wahrscheinlich diese und jene Krankheit oder würde vielleicht von jedem Medikament profitieren.
00:10:08: Oder man könnte vielleicht irgendwann mal messen, wie weit bin ich eigentlich persönlich von der Menopause entfernt.
00:10:14: Die setzt ja schließlich auch bei verschiedenen Frauen zu verschiedenen Zeitpunkten ein und das Wissen wäre ja schon praktisch um solche Entscheidungen besser treffen zu können – wie bekomme ich jetzt einen Kind oder verschiebe ich diese Lebensentscheidung noch um ein paar Jahre?
00:10:31: Um all das zur Forschung liefert der weibliche Körper jeden Monat eine Probe freihaus – theoretisch!
00:10:37: Denn aktuell gibt es kein medizinisches Tool um all diese Informationen auch verlässlich auszuwerten.
00:10:44: Tatsächlich ist da in den letzten acht, dreißig, vierzig Jahren nicht viel passiert oder sagen wir mal so die letzten tausend Jahre ist da nicht so viel passiert?
00:10:50: Also man muss echt sagen es war eine komplette und ist das immer noch unerschlossene Probe.
00:10:56: Für die Gründerin Isabel Genoux ist das völlig unverständlich.
00:11:00: Als wir damals angefangen haben Haben wir bei null angefangen oder eigentlich bei minus fünf?
00:11:04: Wir Frauen sind im medizinischen Kontext immer noch ein bisschen ein Mysterium.
00:11:09: Also es ist wahrscheinlich schon nicht von der Hand zu weisen, dass das zum Teil daran liegt, dass es einfach als irgendwie ekelig empfunden wurde und wahrscheinlich auch daran, dass doch für lange Zeit vor allen Dingen Männer die Forschung betrieben haben und entschieden haben welche Forschung überhaupt finanziert wird.
00:11:25: Ich glaube, das ist aber schon nicht die komplette Erklärung.
00:11:27: Es ist auch einfach so dass Periodenblut schwierig im Labor zu untersuchen ist.
00:11:32: Also zuerst mal ist es so, dass halt fast nur Menschen menstruieren also Menschen und ein paar Menschen affen und dann ganz ganz wenige andere Spezies.
00:11:39: Aber zum Beispiel Mäuse und Ratten, diese klassischen Labortiere, die menstruieren alle nicht.
00:11:44: Das heißt an denen kann ich Menstruation auch nicht im Labor am Tiermodell untersuchen.
00:11:49: Das heißt ich muss immer das direkt in den Menschen machen.
00:11:52: Also da muss ich erst mal dieses Blut von diesen Frauen bekommen und das dann auswerten.
00:11:55: Ich muss das schaffen, das zu
00:11:56: vergleichen.".
00:11:57: Genau das will Isabel Genou mit ihrem Startup The Blood ändern.
00:12:02: wie auch die amerikanischen Startups Quinn und Next-Gen Jane arbeitet sie in einem standardisierten Test zur Auswertung von Periodenblut.
00:12:11: Da sieht man auch jetzt, dass die Forscherinnen da Probleme haben.
00:12:14: Weil sie einfach merken, das Periodenblut ist in der Zusammensetzung total unterschiedlich, je nachdem, welchen Tag der Blutung ich anschaue von Frau zu Frau ist es unterschiedlich.
00:12:24: im Laufe des Lebens verändert sich diese ganze Veränderungen, die muss ich ja alle irgendwie raus rechnen können um dann zu merken A ist dieser Wert jetzt besonders auffällig oder nicht?
00:12:35: Man würde meinen, wir Frauen oder weibliche Körper sind auch medizinisch komplett erschlossen.
00:12:41: Das ist nicht der Fall!
00:12:42: Also in der Schulmedizin ist der Standard noch so der weiße im ein Meter achtzig pro wann.
00:12:48: das heißt man muss schon relativ viel Forschung reinstecken bis man da sinnvolle Sachen rauslesen kann und diese Komplexität hat vielleicht auch lange dazu beigetragen dass man sich gar nicht so genau angeschaut hat.
00:13:00: Irgendwann, so das Ziel von The Blood liefert des Labor alle möglichen Werte über Gesundheit und Krankheit direkt in eine
00:13:08: App.
00:13:08: So weit sind sie allerdings noch nicht?
00:13:10: Sie müssen aktuell wirklich noch sehr viel Grundlagenforschung machen und deswegen ist es momentan so dass man sich zu anmelden kann bei ihnen und dann bekommt man aber erstmal nur Zugang potenziell bei Studien mitmachen zu können.
00:13:22: Um an diesen Studien teilzunehmen, bekommen die Frauen ein Testkit mit einer Menstruationstasse.
00:13:27: In der fangen sie das Periodenblut auf und schicken es dann per Post ans Labor.
00:13:32: Das funktioniert ist aber natürlich noch nicht der ideale Prozess.
00:13:37: Also am allereinfachsten wäre es natürlich, wenn ich mein Blut gar nicht erst irgendwo sammeln und irgendwo hinschicken müsste.
00:13:42: Sondern wenn ich direkt im Tampon oder in der Binde meinen Testergebnis bekommen würde.
00:13:47: So funktioniert das auch bei Quinn diesen Test für den Blutzucker Und auch beim Mainstream AI dem Startup von der ETH ist es so geplant.
00:13:56: Das funktioniert aber nur bei Werten die Ich direkt im Blut messen kann Bei allem, wo ich wirklich diese Zellen, die noch lebenden Zellen im Periodenblut anschauen will.
00:14:05: Da müssen sie auch noch leben und da braucht es dann so eine Auffangmöglichkeit wie zum Beispiel diese Tasse irgendwas, wo die Flüssigkeit nicht direkt weggesaugt wird von beim Tampon oder bei der Binde.
00:14:17: Da sitzen die Zellen ganz schnell auf dem Trockenen und dann sterben diese zellen halt direkt ab Und diese genaueren Analysen kann ich damit denen nicht mehr machen.
00:14:25: In Zukunft träumen die Forscherinnen aber auch davon, dass es eine Art Minilabor in Tampongröße gibt.
00:14:32: Und dieses Minilabor misst dann die Werte und stellt sie anschließend Frauen und ihren Ärzten zur
00:14:38: Verfügung.".
00:14:55: ganze Blut untersuchen müssen.
00:14:57: Weil wir haben ihm noch nicht rausgefunden, ah das hier ist der eine Wert den wir wirklich uns anschauen müssen, der uns interessiert.
00:15:03: Das heißt aktuell schauen die Forscher in solchen Studien meistens noch sehr breit alle Zellen an.
00:15:10: Dabei hoffen Isabel Genou und Christine Metz vor allem auf Hinweise die eine ganz bestimmte Krankheit besser erklären können.
00:15:17: Ich war
00:15:18: super froh als ich herausgefunden habe dass ich endometriose hab weil dann habe ich mir nichts eingebildet.
00:15:23: Wir sind gleich zurück.
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00:15:36: Probieren sie es digital mit TrueWealth.
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00:15:52: Das klassische Symptom bei Endometriose sind einfach sehr starke Regelschmerzen.
00:15:57: Wenn ich sage, sehr stark Schmerzen ist wirklich extrem!
00:16:00: Ich habe mit einigen Frauen gesprochen, die daran leiden...
00:16:02: Ein Bruchteil der Betroffenen.
00:16:04: Denn schätzungsweise hat jede zehnte Frau zwischen fünfzehn und fünfzig Jahren diese schmerzhafte Krankheit.
00:16:10: Eine hat es zum Beispiel beschrieben, als würde ihr jemand ein riesiges Küchenmesser in die Gebärmutter stoßen und dann drehen, drehen.
00:16:19: Und das ist auch nicht so dass sich diese Schmerzen notwendigerweise auf die Zeit der Menstruation beschränken.
00:16:24: sehr viele entwickeln im Laufe der zeitachkronische Schmerze.
00:16:28: Es ist auch so dass diese Frauen oft unfruchtbar sind und da gibt's noch eine ganze Bandbreite von Extrasymptomen an denen viele leiden von Verdauungsbeschwerden bis Schlaflosigkeit oder Erschöpfung.
00:16:39: Es gibt Möglichkeiten, um endometriose zu behandeln.
00:16:42: Mit Operationen mit Medikamenten mit Hormonen Aber bis die eindeutige Diagnose gestellt wird dauert es oft sieben- bis zehn Jahre.
00:16:57: Manchmal aber auch Jahrzehnte und mit jedem Jahr können die Symptome schlimmer werden.
00:17:09: Metzkenfälle, in denen bei Müttern erst eine Indomitriose festgestellt wurde als ihre erwachsenen Töchter die Diagnose bekommen haben.
00:17:23: Denn oft werden diese Symptome einfach abgetan – so oft hört Christine Metz.
00:17:35: Regelschmerzen?
00:17:36: Das ist normal!
00:17:37: Alle in der Familie haben das.
00:17:44: Christine Metz will Klarheit schaffen und mit dem ROSE Forschungsprojekt einen zuverlässigen Test entwickeln, sie will diese Krankheit endlich verstehen und auch behandeln.
00:18:01: Denn bisher wisst die Forscher so viel!
00:18:04: Es siedeln sich Zellen, die eigentlich in die Gebärmutter gehören.
00:18:06: Also Gebärmutterschleimholz-Zellen.
00:18:08: Die siedlen sich außerhalb von der Gebärmother an und es kann an verschiedenen Orten sein.
00:18:13: also es gibt dann solche endometriose Herde vielleicht irgendwo im Bauchraum manchmal in der Muskulatur oder im Darm oder in der Blase und die wachsen zum Teil wirklich in andere Organe so hinein.
00:18:25: Es gab auch schon einzelne Fälle von Endometriosen in der Lunge und sogar im Gehirn.
00:18:31: Diese Zellhaufen sieht man auf Ultraschallbildern oft nicht.
00:18:34: Und deshalb ist es auch so schwierig, diese Krankheit zu diagnostizieren!
00:18:42: Gewebe in der Gebärmutter auf die Hormonschwankungen während des Zyklos.
00:18:47: Und das heißt, während der Menstruation beginnen sie auch sich so zu entzünden und leicht zu bluten.
00:18:53: Das ist natürlich ein großes Problem.
00:18:55: man kann sich vorstellen dass es sehr schmerzhaft ist wenn irgendwo in meiner Muskulatur plötzlich einen Zellknoten anfängt anzuschwellen und sich zu entzynten.
00:19:03: Warum die Zellen der Gebäermutterschleimhaut an ganz anderen Stellen im Körper wachsen ist noch völlig unklar.
00:19:10: Die Theorie ist, dass es irgendwie zusammenhängt mit entweder den Zellen der Gebärmutterschleimhaut selbst.
00:19:17: Dass die irgendwie invasiver sind quasi oder mit dem Immunsystem.
00:19:21: Das das Immun-System nicht so gut schafft diese Zellen wenn sie an einen Ort gelangen wo sie nicht hingehören da wieder direkt wegzuräumen.
00:19:27: Und auf beides hat man im Menstruationsblut eigentlich sehr guten Zugriff.
00:19:32: Sowohl die Zellen des Immunsystems sind da drin, als auch diese Gebärmutterschleimhautz-Zellen.
00:19:37: und deswegen haben sie sich in der Rose Study diese Zellen sehr genau angeschaut.
00:19:42: Sie sind wirklich daran gegangen und haben erstmal alle Zellen... Genauestens untersucht und versucht herauszufinden, welche Gene werden da exprimiert?
00:19:50: Also was genau machen diese Zellen?
00:19:52: Was für unterschiedliche Zelltypen sind da drin.
00:19:55: Und das einmal genau zu klassifizieren.
00:20:04: Ein besseres Verständnis der Krankheit soll helfen sie zu diagnostizieren Behandlungen zu finden und sie hoffentlich auch zu heilen.
00:20:18: Und
00:20:21: Rose zeigt auch schon erste vielversprechende Ergebnisse.
00:20:28: drei Tausend Siebenhundert Frauen des Menstruationsblut untersucht und sie haben dann tatsächlich auch genau solche Unterschiede gefunden, die sie gesucht haben.
00:20:40: Und zwar sowohl in den Immunzellen als auch in den Zellen der Gebärmutter Schleimhaut selbst.
00:20:45: Und sie hoffen natürlich dass sie jetzt nach diesen Unterschieden sehr gezielt suchen können und darauf basierend einen Test entwickeln, den man dann auch schnell und standardisiert im Labor durchführen könnte.
00:20:56: Basierend auf diesen Ergebnissen hat Christine Metz einen Test entwickelt, der momentan in einer klinischen Studie geprüft
00:21:09: wird.
00:21:16: Nach dem Periodenblut also jahrhunderte lang ignoriert wurde werden nun regelmäßig Studien veröffentlicht die immer neue Hinweise darauf geben was man sonst noch alles spannendes Imperiodenbluth finden und nachweisen kann.
00:21:30: Ich hab das Gefühl, am Periodenblut muss wirklich noch viel geforscht werden.
00:21:34: Und ich habe aber auch das Gefühl ... Das würde sich so lohnen da mehr zu investieren!
00:21:38: Ich bin sehr froh dass es mittlerweile Forscherinnen und Forscher gibt die sich dafür interessieren weil es steckt wirklich soviel an einzigartige Informationen da drin.
00:21:49: Und ja über ein Organ, das wirklich wichtig ist also die Gebärmutter und ihre Funktionen sind ja sehr zentral.
00:21:56: einfach zum Erhalt unserer Spezies mal!
00:21:59: Es hat ja wirklich einfach die Hälfte der Bevölkerung eine Gebärmutter.
00:22:03: es wäre schon sinnvoll darüber mehr zu wissen und da glaube ich wirklich nach dieser Recherche im Periodenblut steckt unglaublich viel.
00:22:12: das Potenzial müssen wir mal ausschöpfen Und ich kann mir vorstellen, dass wenn wir das Menstruationsblut noch ein bisschen besser erschließen die Gebärmutter dann auch vom vielleicht am wenigsten erforschten und bekannten Organ zum Am besten verstandenen Organ werden könnte.
00:22:38: Wir hören uns wieder nächste Woche.
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