Wenn die Alpen bröckeln: Satelliten, Laser und autonome Drohnen warnen vor Felsstürzen

Shownotes

Berge sind ein gefährlicher Ort – wie gut, dass dort nichts unbeobachtet bleibt. Neue Technologien sorgen für sichere Alpen und dafür, dass wir Naturgefahren nie mehr unerwartet ausgeliefert sind.

Berge sind faszinierend, aber sie bergen seit jeher große Naturgefahren. Dass geologische Massenbewegungen verheerende Folgen haben können, zeigte kürzlich ein schweres Unglück im Hochgebirge von Nepal, bei dem riesige Mengen Eis und Gestein eine tödliche Sturzflut auslösten. Auch in den Alpen hinterlässt der Klimawandel Spuren und verstärkt Phänomene wie schmelzende Gletscher. Dennoch ist vieles schlicht geologische Erosion, wie sie seit Jahrtausenden stattfindet.

Um gefährdete Orte wie Brienz in Graubünden oder wichtige Verkehrswege zu schützen, setzen Forschung und Praxis auf ein dichtes Überwachungsnetz. Experten nutzen modernste Technik aus dem Weltall, der Luft und direkt im Gestein. Sonden im Rutschhorizont messen den Wasserdruck, während Satelliten-Radar kleinste Verrutschungen im Millimeterbereich erkennen. LiDAR-Geräte an autonomen Drohnen vermessen den Boden selbst bei dichter Vegetation. Diese Daten helfen dabei, Warnsysteme zu verbessern und mit sekundenschnellen Alarmsystemen Menschenleben zu retten.

  • Host: Lena Waltle, NZZ Wissenschaftsredaktion
  • NZZ-Redaktor: Sven Titz, Meteorologe und Redaktor im NZZ Wissenschaftsressort

In dieser Folge ausserdem mit dabei:

  • Simon Löw, emeritierter Professor für Ingenieurgeologie an der ETH Zürich
  • Martin Rub, Terradata

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00:00:00: Dieser Podcast wird dir den präsentiert von TrueWealth, der Online-Vermögensverwalter, der seit zehn Jahren Komfort und Transparenz

00:00:08: vereint.

00:00:13: Das ist Quantensprung – ein Podcast über Forschung die bewegt!

00:00:25: Es war so schön ruhig auf meiner Bergtour vor ein paar Wochen zum Gipfel der Ganzfreiheit.

00:00:30: Die Sonne zeigt sich ganz knapp über der Bergspitze und taucht die gegenüberliegende Bergseite in ein gleißendes Licht Die drei Türme, die Sulzflue.

00:00:41: Dahinter ist die Schweizer Grenze!

00:00:44: Und in diesem Moment kaum vorstellbar dass von diesen grünen Wiesen und Schroffen abhängen jemals eine Gefahr ausgehen könnte.

00:00:52: aber Berge können zerstörerisch sein und sie können tödlich sein.

00:01:00: Erst vergangene Woche hat eine riesige Welle aus Wasser Gletscher Eis und Geröll im Himalaya in der Grenzregion zwischen China und Nepal immensen schaden angerichtet bis auf Platten im Lötchental.

00:01:14: das gibt es so einfach nicht mehr.

00:01:16: Millionen Kubikmeter Geröll und Eis haben den Ort im Wallis letztes Jahr unter sich begraben.

00:01:22: Am Matterhorn ist nach dem heißen Sommer die Gefahr von Steinschlägen so groß, dass die Bergführer keine Besucher mehr auf den markanten Gipfel führen.

00:01:31: Und kaum ein Ort in den Schweizer Alpen wird schon solange durch Bergstürze bedroht, Vibrierens in Graubünden.

00:01:39: Scheint als werden die Berge in den letzten Jahren immer instabiler – immer gefährlicher!

00:01:45: Gut also, dass in den Alpen kaum etwas unbemerkt vor sich gehen kann.

00:01:50: Tief im Gestein und hoch über der Erde werden die Berge mit der neuesten Technik überwacht.

00:01:55: Damit werden Gefahren frühzeitig erkannt – und die Bergle sicherer für Wanderer und Bewohner!

00:02:03: Das ist Quantensprung ein Podcast aus der Wissenschaftsredaktion der NCZ.

00:02:08: Jede Woche prüfen wir Ideen, die unser Leben verändern und wie aus Forschung Realität wird.

00:02:13: Heute Welche neuen Technologien sorgen für sichere Alpen und dafür, dass wir Naturgefahren nie mehr unerwartet ausgeliefert sind?

00:02:22: Ich bin Lena Waldler.

00:02:23: Willkommen!

00:02:30: In den Bergen passiert etwas.

00:02:38: Der Gletscherabbruch in höheren Lagen in dieser Region ist ganz bestimmt die Ursache...

00:02:42: Was?!

00:02:43: Das weiß mein Kollege Sven Tietz.

00:02:45: im Hochgebirge von Nepal ist auf einer Breite von einem Kilometer sehr viel Eis und Gestein abgebrochen, Eis von einem Gletscher.

00:02:56: Das ist dann ins Tal gerauscht und das Eis ist geschmolzen.

00:02:59: Das Ganze hat eine Sturzflut ausgelöst die sich in diesem Tal fortbewegt hat mit einer riesigen Geschwindigkeit.

00:03:06: dabei sind bisher über tausend Menschen ums Leben gekommen es werden aber noch mehr als fünftausend menschen vermisst.

00:03:14: Sven ist Meteorologe und Redakte im Wissenschaftsressort.

00:03:17: Und selbst ein begeisterter Bergwanderer.

00:03:20: Also verändern werden sich die Gefahren mit dem Klimawandel in den Bergen sicherlich.

00:03:26: Ein Rieseln-und-Grollen kündigt den

00:03:28: Felssturz an,

00:03:29: ein Meter

00:03:29: hoher Schuttkegel

00:03:30: verlegte die Hauptstraße komplett und richtete schwere Schäden an.

00:03:34: Das heißt, die Steinschlaufe können nach

00:03:35: Reformbedingungen zum

00:03:36: Teil zunehmen?

00:03:38: Aber eigentlich sind die Berge für uns Menschen ja schon immer einem Bedrohung gewesen.

00:03:44: Ja, es gab schon Immer-Muren.

00:03:45: Steinschläge, Feldstürze... Sven nennt das geologische Massenbewegungen und er erzählt mir vom größten Bergsturz der jüngeren Geschichte in der Schweiz.

00:03:54: Der hat sich aus dem Jahr eighteen Hundert sechs ereignet.

00:03:56: damals kam nämlich in der Nähe von Luzern ein Berger runter und hat zwei Orte unter sich begraben Goldau und Röthen.

00:04:05: Und damals sind vierhundert Menschen gestorben bei diesem Unglück.

00:04:09: leider ist das Erschütternde daran.

00:04:11: Es hatte Warnzeichen gegeben, dass da was passieren würde aber die sind ignoriert worden.

00:04:17: Nun, ignoriert werden die Vorgängen den Alpen inzwischen nicht mehr?

00:04:20: Es ist nicht so, dass jetzt plötzlich heute aufgrund vom Klimawandel alle Berge einstürzen und das früher irgendwie anders war.

00:04:27: Forscher wie Simon Löw haben sich ihre ganze Karriere lang mit den Veränderungen in den Bergen beschäftigt.

00:04:33: Der Klimawandler verstärkt Gewisse!

00:04:36: dieser geologischen Massenbewegung, das kann man statistisch zeigen.

00:04:40: Löw

00:04:40: ist emeritierter Professor für Ingenieurgeologie an der ETH Zürich und befasst sich mit Naturgefahren, Untertagebau, Tunnelbau oder auch mit der Tiefenlagerung von radioaktiven Abfällen.

00:04:52: Er hat Sven und mich im NCZ-Podcaststudio besucht Und während es in dem kleinen Zimmer immer wärmer und stickiger wurde haben wir uns darüber unterhalten wie die aktuellen Klimabedingungen die Berge treffen.

00:05:04: Klar, wenn sich Gletscher so stark zurückziehen ist das quasi wie ein Schock für einen Teil von diesen Felsflanken.

00:05:13: Und dieser Rückzug von den Talgletschern bei uns in den Alpen ist natürlich zur Zeit aufgrund vom Klimawandel schon sehr extrem.

00:05:20: Nur reicht normalerweise ein solcher Schock noch gar nicht aus um aus einer stabilen Talflanke dann wirklich eine Rutschung zu erzeugen.

00:05:29: Also in Nepal ist ja auch ein Gletsche abgebrochen aber Der ganze Vorgang ist relativ kompliziert, da ist quasi eine Menge Gestein in die Tiefe gerutscht und hat den Gletscher mit sich gerissen.

00:05:43: Und welche langfristigen Entwicklungen jetzt zu diesem Abbruch geführt haben?

00:05:48: Das wird man erst in den nächsten Jahren genauer untersuchen müssen.

00:05:52: Es ist natürlich plausibel dass das Ganze einen Zusammenhang mit dem Klimawandel hat Aber in so einem Hochgebirge wie dort in Nepal kommt es immer wieder zu Bergstürzen und es gibt immer wieder Abbrüche von Gletschern.

00:06:05: Auch in Zeiten, in denen es noch keinen Klimawandel gegeben hat sind diese Ereignisse aufgetreten.

00:06:12: Insofern ist es relativ kompliziert einen Zusammenhang wirklich

00:06:16: herzustellen.".

00:06:17: Löw wehrt sich gegen das Narrativ – dass jetzt auf einmal die Berge gefährlicher werden!

00:06:22: Alle Leute reden davon, dass wenn sich aufgrund vom Klimawand die Gletscher zurückziehen alle Talenflanken da einstürzen und in Bewegung geraten.

00:06:29: Aber im Prinzip ist das meiste was man auch heute sieht und erlebt immer noch die normale geologische Erosion von Gebirgen wie sie seit Jahrtausenden und Jahrmillionen stattgefunden hat.

00:06:43: Nur gibt es heute einen Unterschied zu den Bergstürzern vor vielen Jahren.

00:06:47: Heute führen durch die Berge Straßen Schienen Seilbahnen Die Pässe sind wichtige Transport- und Transitrouten, die Alpen ein beliebtes Ausflugsziel.

00:06:57: Jedes Jahr kommen Millionen von Menschen in die Berge um dort zu wandern, zu klettern und sich zu erholen.

00:07:03: Und vor allem sind die Bergen das Zuhause vieler Menschen – in der Schweiz, Österreich und auch in den anderen Alpenländern!

00:07:10: Deshalb ergeben wir uns nicht einfach den Naturgefahren.

00:07:13: Also heute können wir so einen instabilen Berg, eine instabile Bergflanke, viel früher erkennen Monate, Jahre früher und eben auch besser überwachen ob sich da was verändert.

00:07:24: Und ob die Gefahr zu nimmt.

00:07:27: Das überwacht man aus dem Weltall mit Kameras aus verschiedenen Winkeln Aus der Luft oder von einem anderen Berghang aus Mit Drohnen oder noch ganz anderen Geräten vielleicht die man in den Berghang steckt.

00:07:40: das alles zeigt wo braucht eine Straße eine Galerie Wo muss ein Wandergebiet gesperrt werden?

00:07:45: Und wo einen Dorf evakuiert.

00:07:47: Genau das wollen gleich mehrere Forschungsgruppen und Unternehmen wie Geoprävent, Innet- und Terradata in der Schweiz herausfinden.

00:07:55: Das Paradebeispiel ist schon wieder Brienz im Kanton Grabünden.

00:07:59: da hat man wirklich alles eingesetzt was heute zur Verfügung steht.

00:08:05: Brienz ist ein besonderer Fall.

00:08:07: Die Bewohner des Schweizer Dorfes in Graubünden leben wahrlich unter einem Damocleschwert.

00:08:12: Ein Damoclessschwert im Gestalt eines riesigen Geröllhangs, der sich jederzeit wieder in Bewegung setzen könnte.

00:08:19: Schon aus dem Jahr eighteenhundert sieben und siebzig rutschten dreizehn Millionen Kubikmeter gesteinenden Hang hinunter.

00:08:25: Damals wurde das Dorf verschont – doch zwei tausenddreiundzwanzig mussten die Bewohner von Brienz wieder ihr Dorf verlassen.

00:08:31: Immer wieder kam es in den Tagen darauf zu kleineren Felsschlägen!

00:08:35: Und eines Nachts setzte sich der Berg in Bewegung.

00:08:39: Einen Schutzstrom bewegte sich in Richtung der Häuser und machte nur knapp vor dem Ortsrand Halt.

00:08:45: Seither bangen die Briens um ihr Zuhause, wie auch diese Bewohnerin.

00:08:49: Jetzt sind wir dran

00:08:50: gewöhnt, aber

00:08:52: hier hatten

00:08:53: wir Glück,

00:08:54: dass es nicht mehr

00:08:55: kam.

00:08:55: Ich habe immer das

00:08:57: Gefühl, dass

00:08:59: das Zeug nahe kommt.

00:09:00: Der Berg gibt keine Ruhe und könnte jederzeit weiterrutschen.

00:09:04: So wurde der Hang quasi zum Filmster auf dem roten Teppich, umgeben von Paparazzi.

00:09:09: Und das Ziel von dem Ganzen ist die Gefahr geologischer Massenbewegungen zu erkennen und diese Überwachungstechniken werden in der Schweiz immer weiter verbessert und perfektioniert.

00:09:20: Das schützt hier die Straßen, die Schienen, die Bergbahnen... ...und am Ende entretet es auch Menschenleben.

00:09:30: Wie die Forscher den Hang über Briens überwachen?

00:09:33: Das hat uns Martin Rupp erklärt.

00:09:35: Er arbeitet für Terradata, einer der Firmen die den Hang überwachen.

00:09:39: Oder genauer die Stelle im Hang von der sich das Gestein lösen könnte.

00:09:44: Fast jede Rutschung wird getriggert oder ausgelöst wie wir so schön sagen vom Wasserhaushalt in einen bestimmten Rutschehorizont.

00:09:53: Diesen Rutscherizont muss man sich vorstellen wie eine schräge Fläche, die mitten im Gesteinen steckt Und diese Fläche zwischen zwei Gesteinsmassen, die ist so glitschig dass diese Gesteinemassen dann aneinander vorbeigleiten können.

00:10:09: Grundsätzlich!

00:10:10: Aber das passiert da nur unter bestimmten Bedingungen.

00:10:14: Wenn nämlich Wasser in diese Rutschläche hineingepresst wird Dann haften die Körner des Gesteines immer weniger gut aneinander und am Ende kann es sein, dass die Felsmassen eben an diesem Brutzhorizont aneineinander vor beigleiteten und im Bewegung geraten.

00:10:29: Sobald der Hang über Briens ins Rutschen kommt, ist es zu spät für die Bewohner des Dorfes.

00:10:34: Dann rutscht das Gestein innerhalb von Minuten zum Dorf hinunter.

00:10:38: Die Bewohner müssen viel früher wissen – ob der Hang sich bewegen könnte?

00:10:42: Es gibt mehrere Techniken dafür und eine davon besteht darin dass man Sonden ins Gesteine steckt um den Zustand des Rutschhorizons zu überwachen.

00:10:52: Und mit dem Sonnen misst man dann z.B.

00:10:54: den Wasserdruck in den Hohlräumen also den Poren oder Spalten.

00:11:00: Denn es hängt eben von genau diesem Wasserdruck ab, ob diese Steinskörner aneinander haften und wenn sie nicht mehr richtig auseinanderhaften, dann gerät alles an diesem Brutschhorizont unter Umständen in

00:11:11: Bewegung.".

00:11:12: Neben dem Wasserdruck messen andere Sensoren auch, ob sich das Gestein verschiebt.

00:11:21: Die Bilder dieser Kameras werden Pixel für Pixel verglichen – und zeigen, ob Sie irgendwas auf dem Hang verändert!

00:11:28: Diese Kameras sind teilweise auf dem Boden oder hoch über der Erde.

00:11:32: Natürlich gibt es da auch Satelliten, die einfach Kameraaufnahmen, also fotografische Aufnahmen der Berge machen.

00:11:39: Aber besonders wichtig sind die Satellitten, die Radargeräte an Bord haben.

00:11:42: Die Sentinell-Satelliten der Europäischen Raupfahrtagentur, die sind da besonders interessant und bewachen ständig die Landoberfläche, die Meere und die Atmosphäre der Erde ...

00:11:57: Sichtlinie des Aufnahmesensors können Sie Defirmationen detektieren.

00:12:04: Sentinel bedeutet der Wächter und genau das machen die Satelliten des Copernicus-Netzwerks.

00:12:10: Ein Teil dieser Sentinel-Satelliten hat eben diese Radargeräte an Bord, wenn diese Satellite dann über Alpen fliegen, dann tasten die Radar Geräte quasi die Berge ab.

00:12:22: Genau genommen messen die Geräte die Laufzeit des Signals, das eben zur Erde geht und dann wieder zu dem Satelliten zurückkehrt.

00:12:30: Wir sind hier schon teilweise im Millimeterbereich.

00:12:33: was man hier an Defimationen detektieren kann aus dem All Das klingt verrückt.

00:12:39: Ganz besonders wichtig ist dabei verschiedene Radarmessungen an verschiedenen Zeitpunkten oder von verschiedenen Orten der Laufbahn des Satellitens miteinander zu vergleichen.

00:12:51: Diese Technik nennt sich Radarinterferometrie, weil es so was mit Interference zu tun hat.

00:12:57: In mehreren hundert Kilometern Höhe fliegen also Satelliten über einen Dorf in den Schweizer Alpen und können von dort aus erkennen ob sich ein Stein um einen Millimeter verschoben hat.

00:13:09: Doch auch Sentinel-Satelliten haben ihre blinden Flecken.

00:13:13: Ein Punkt ist dass die Satellitten wenn sie über die Alpenfliegen eine ganz spezielle Richtung haben Dadurch auch einen speziellen Blickwinkel.

00:13:23: Zusätzlich schwierig sind immer sehr steile Wände, weil der Satellit ja von oben schaut und dann erwischt er quasi diese Wand nicht.

00:13:34: Drittens können Schnee oder Vegetation die Messungen verfälschen, weil auch von diesen Flächen, also von Schnee- oder Pflanzenradarstrahlen reflektiert werden.

00:13:45: In Brienz funktioniert es gut, weil der ganze Hang schon eine Schotterhalde ist.

00:13:49: Doch an vielen anderen potenziell instabilen Orten wachsen eben Bäume oder Sträucher und das verfälscht die Radaufnahmen.

00:13:57: Deshalb setzen die Forscher auf eine andere Technologie.

00:14:00: Leider wird da eingesetzt oder eben Laser um genaue Oberflächen zu detektieren gerade wo viel Vegetation vorhanden ist.

00:14:09: Laser können doch gewisse Dichte von Vegetation durchdringen und dann wirklich den Boden aufnehmen.

00:14:17: Diese LiDAR Geräte, die ähneln den Radargeräten aber beim LiDar wird eine ganz andere elektromagnetische Strahlung verwendet.

00:14:27: Beim Radar sind es natürlich die Radarwellen.

00:14:30: Beim LiDART nimmt man dafür sehr intensive Lichtstrahlen.

00:14:35: das sind normalerweise unsichtbare Laserstrahlen im Infrarotbereich des elektromagneticen Spektrums Und die Oberfläche von Gestein, die reflektiert diese Strahlen sehr gut.

00:14:47: Dadurch bekommt man dann heraus welche Form das Gesteinn hat und wie sich die Form unter Umständen eben verändert.

00:14:54: Das klappt auch unter Pflanzenbewuchs wo die Kamera oder das Radar versagen.

00:15:00: Diese Leidergeräte werden an Drohnen angebracht, die aus der Luft die Berge vermessen – und das machen sie inzwischen schon voll autonom!

00:15:09: Die Drohnenautomatisierung, das konnten wir uns vor zehn Jahren noch nicht vorstellen.

00:15:13: Die wichtigste

00:15:14: Neuerung von der einem Fachleute erzählen sind eben diese autonomen Drohne.

00:15:19: Die werden ja immer billiger und leistungsfähiger – das weiß man ja schon als Privatbenutzer dieser Geräte.

00:15:26: Und die autonomen Drohonen funktionieren eher so wie Roboter fürs Rasenmähen.

00:15:32: Aktuell können ungefähr dreißig Minuten Autonom beflogen werden, dann geht die Drohne wieder zurück in ihre Dockingstation.

00:15:41: Leit die Batterien und leit die Daten

00:15:43: hoch.".

00:15:44: Und bei den Drohnen erwartet Martin Rubin Zukunft noch einen Technologiesprung.

00:15:48: «Zukunft sehe ich auch Systeme, die mit Solargie betrieben werden können und dann eigentlich länger an einem Ort ausfahren können und Bilder vermessen können.».

00:15:59: Eigentlich ist die Überwachung der Alpen heute schon ziemlich gut aber wenn man solche Drohnenmessungen kombiniert mit den Aufnahmen von den allerneuesten Satelliten, dann wird man die Überwachung eben noch weiter verbessern können.

00:16:12: Vielleicht noch weitere Hänge einbeziehen können und noch schneller erkennen ob irgendeine gefährliche Entwicklung

00:16:19: droht.

00:16:24: Drohnesatiliten festinstallierte Kameras liefern jeden Tag Bilder und Daten aus allen Ecken der Alpen.

00:16:30: Monitoring gerade im Bergsturz ist nicht einfach eine Sensorik sondern Es ist immer eine Kombination aus ganz verschiedenen Sensoren.

00:16:39: Das ist nicht das eierlegende Wollmilchsaum, das gibt es nicht.

00:16:43: Ich denke die Kombination macht es auch.

00:16:45: Und trotzdem gibt es immer noch Hänge, die unbeobachtet sind.

00:16:49: Die weißen Flecken in der Schweiz wo man nicht alles im Griff hat und nicht so genau weiß wann passiert was wann wo?

00:16:56: dann ist das eindeutig im Hochgebirge.

00:16:58: Das Hochgeberge beginnt an der oberen Waldgrenze also ab circa Genau dort verändern sich die Berge aber gerade besonders.

00:17:10: Also am bekanntesten und wahrscheinlich auch im wichtigsten ist das ganze Problem mit dem Permafrost, wenn das Eis da in den Spalten und Poren von Gestein steckt, wenn es auftaut dann fehlt quasi ein Klebstoff für den Fels und der kann unter Umständen ins Rutschen kommen.

00:17:27: Und ein anderer Effekt ist dass immer höher hinauf Regnet im Sommer oder Winter immer höher hinauf und dadurch kann es dann immer öfter zu Moorgängen kommen, die eben weiter oben ansetzen.

00:17:39: Auf dieser Höhe gibt es noch immer Straßen.

00:17:41: Dort sind teilweise Dörfer und vor allem viele Wanderer- und Bergsteiger unterwegs.

00:17:46: Für sie braucht man nicht nur Warmsysteme sondern vor allem schnelle Alarmsysteme.

00:17:52: So ein Alarmssystem ist etwas grundsätzlich anderes als ein System für die Warnungen.

00:17:59: Wir sind gleich zurück.

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00:18:16: Starten sie jetzt auf truewealth.ch.

00:18:27: Ich seh schon das Gipfelkreuz!

00:18:33: Das letzte Stück zum Gipfeln führt mich auf meiner Bergdauer an einem Seil über eine Felswand.

00:18:38: Dabei habe ich aus Versehen ein Stein losgetreten.

00:18:43: Er sprang über den Felsen, nahm immer mehr Fahrt auf und rollte Richtung Tal.

00:18:47: Wenn das nächste Mal ein Satellit oder eine Drohne über den Berg fliegt werden die Instrumente feststellen dass sich der Berg an dieser Stelle verändert hat.

00:18:56: aber dann ist es viel zu spät.

00:18:58: Zu spät für andere Wanderer die unten am Wanderweg entlang gehen oder die auf einer Straße im Tal unterwegs sind.

00:19:06: Die Wahnsysteme überwachen ja langfristige Veränderungen in den

00:19:10: Gesteinen

00:19:13: Aber die Fachleute müssen diese Messungen extra auswerten und das dauert seine Zeit.

00:19:19: Ein Alarmsystem, das ist für einen ganz anderen Zweck nämlich dafür innerhalb von Sekunden eine Aktion auszulösen.

00:19:26: Da sprechen wir vom Doppelrad an um diese absolut schnellen Bewegung zu dektieren.

00:19:32: also sie stellen sich vor ein Steinausbruch aus einem Fels der möchte man innerhalb von sekunden direktieren, um dann schlichtweg bauern Infrastruktur-Durchgangsverkehr zu sperren mit Lichtsignal oder anderen Möglichkeiten.

00:19:51: Aber das muss innerhalb von wenigen Sekunden

00:19:53: abgehen.".

00:19:53: Diese Alarmsysteme sind grundsätzlich sehr aufwendig technisch betrachtet.

00:19:58: Das heißt man braucht zum einen diese ganz schnell reagierenden Sensoren und die automatischen Systeme, die dann diese Aktion auslösen Und das Ganze muss natürlich auch abgesichert sein für den Fall, dass irgendwo der Strom ausfällt.

00:20:12: Dass ein Sensor nicht funktioniert.

00:20:14: Dafür braucht es dann wie so eine Art Skript was stattdessen passiert Denn die Leute wollen sich ja auf die Alarmsysteme wirklich verlassen.

00:20:22: In der Schweiz ist es vor allem die Firma Geoprevent Die ganz viele von diesen Alarmssystemen im Land installiert hat.

00:20:29: Zu hundert

00:20:29: Prozent und ohne jedes Risiko Wird es in den Bergen fast nie möglich sein?

00:20:34: Das ist

00:20:35: die Natur.

00:20:36: Wir müssen nicht die Natur verändern, wir müssen mit der Natur leben!

00:20:39: Und deshalb wollen wir von Prof.

00:20:41: Löw noch wissen ob sich der hohe Aufwand eigentlich weiterhin lohnt.

00:20:46: Wird's nicht langsam zu gefährlich um weiter in den bergen zu wohnen?

00:20:50: Das würde ich zumindest für die Verhältnisse in der Schweiz nicht sagen.

00:20:55: ja Ich meine diese geologischen naturgefahren auch ohne Klimawandel gibt es seit Jahrhunderten

00:21:00: In diesen Ausmaßen, wie jetzt in Nepal dieses Eis und der Fels herabgestürzt ist.

00:21:07: Ist das in der Schweiz undenkbar?

00:21:09: Das Ereignis ist einfach viel größer als das was in den Alpen normalerweise passieren kann.

00:21:14: es gibt auch hier Gletscher Abbrüche wir eben in Blatten aber die sind viel kleiner.

00:21:19: Und zum anderen ist die Überwachung von solchen Gletschern und auch von Bergstürzen In der Schweiz umlängen besser als dass in Nepal der Fall ist.

00:21:29: Diese ganzen Überwachungssysteme sind dort ja allenfalls erst im Aufbau oder teilweise existieren sie noch überhaupt nicht.

00:21:36: Von daher sind wir hier wesentlich sicherer

00:21:39: Aber auf die neuen Bedingungen einstellen, das muss man sich in den Bergen schon.

00:21:43: Wie kann man die Kommunikation mit den Menschen verbessern?

00:21:46: Die in den bergen unterwegs sind und die von diesen Warnungen oder diesen Alarm Meldungen rechtzeitig erfahren sollen?

00:21:54: da kann man auch noch viel tun.

00:21:55: Zum Beispiel diskutiert man zur Zeit darüber, ob man automatisch Warnmeldungen über das Handynetz versendet.

00:22:02: So dass alle die in diesem Gebiet unterwegs sind diese Meldung sofort erhalten.

00:22:07: Nein, in der Schweiz kann man heute durchaus leben auch im Alpenraum aber natürlich sollte man nicht nur aufgrund vom Klimawandel sich an gewisse Regeln orientieren.

00:22:18: Trotzdem sollte man den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten und immer wissen... Berge sind grundsätzlich ein nicht ganz ungefährlicher Ort.

00:22:27: Und wenn man das bedenkt und die richtige Ausrüstung dabei hat, dann kann man sich aber doch ziemlich sicher

00:22:33: fühlen.".

00:22:37: Das war Quantensprung – Ein Podcast über Forschung, die bewegt!

00:22:43: Ich habe ein Beweisfoto mit dem Gipfelbuch der Gammsfreiheit auf zwei Tausend Zweihundert Elfmetern gemacht und dieses Foto gibt es im Quantensprung Newsletter.

00:22:56: Den Link zur Anmeldung, der steht in den Show Notes!

00:22:59: Bei der Aufzeichnung dieses Podcast wurden keine anderen Wanderer, Gemse oder Kühe gestört.

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